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Branchenverzeichnis Pfinztal

 Berghausen

Aktuelles

Mit fast 8.000 Einwohnern ist Berghausen der größte Ortsteil der Gemeinde Pfinztal. Dementsprechend befinden sich dort auch viele und wichtige öffentliche Einrichtungen, welche der Gesamtgemeinde dienen. Das Bildungszentrum Pfinztal mit Gymnasium, Realschule, Werkrealschule, Grund- und Hauptschule liegt direkt an der Stadtbahnlinie Karlsruhe-Pforzheim. Pfinztalhalle, Julius-Hirsch-Halle, Hopfenbergstadion und der Gemeindekindergarten haben ebenfalls auf dem Areal ihren Platz gefunden. In unmittelbarer Nähe liegen Recyclinghof und Gemeindebauhof. Das neue Jugendhaus der Gemeinde ist vom Bildungszentrum aus leicht zu erreichen.

Das Seniorenzentrum und das Martinshaus, Heim für behinderte Menschen, sind die bedeutendsten sozialen Einrichtungen im Ortsteil. Die Gewerbegebiete "Steinwiesen" und "TIPP" sowie das bedeutende ICT-Fraunhofer Institut bieten Platz für das örtliche Gewerbe. Neben Rad- und Wanderwegen entlang der Pfinz oder aber auch im Bereich des Hopfenberges gibt es einen kleinen Vogelpark mit Minigolfanlage. Vereinsmäßig ist Berghausen mit den verschiedensten Sportarten gut sortiert, wobei Ringen und Basketball auf höherer Ebene sehr erfolgreich sind.

Mit dem Großprojekt "Neue Ortsmitte Berghausen" mit Europaplatz (Fertigstellung 2002) wird auch die Ortsverwaltung eine der Größe des Ortes angemessene Aufwertungerfahren.

Mit der besonders guten Erreichbarkeit durch zwei Bundesstrassen ist allerdings eine sehr schwierige Verkehrsproblematik verbunden, da sowohl die B 10 wie auch die B 293 durch den Ortskern führen. Der Bau einer Umgehungstrasse für Berghausen ist ein Thema, das seit vielen Jahren die Menschen in Pfinztal bewegt.


Geschichtliches

Urkundlich wird der Name Berghausen zum ersten Mal im Jahr 771 erwähnt. 1096 ging Berghausen in den Besitz des Klosters Gottesau über. Überlieferungen gemäß ist hier erstmalig von der Martinskirche Berghausen zu hören.

In den Urkunden wird ein Mitte des 13. Jahrhunderts ansässiges adliges Geschlecht erwähnt, über die Bewohner des Dorfes sind jedoch nur wenige Informationen zu entnehmen. Der meiste Grundbesitz war in den Händen der Klöster und des Adels. Es ist daher zu vermuten, daß kaum freies bäuerliches Eigentum vorhanden war. Der schlechten sozialen Lage der Bevölkerung von Berghausen wird es zuzuschreiben sein, daß sie zu den ersten gehörte, die sich um 1525 den Bauernaufständen anschloß.

Wie schon im 30-jährigen Krieg wurde Berghausen auch während der pfälzischen Kriege (1688 bis 1697) stark in Mitleidenschaft gezogen. Im Laufe des 18. Jahrhunderts vollzog sich in Berghausen ein für das Dorf entscheidender Strukturwandel. Anfang des 19. Jahrhunderts hat Berghausen rund 8000 Einwohner.

Die Februar-Revolution von 1848 hatte in Frankreich die Republik ausgerufen. Unter den badischen Truppen in Rastatt, Bruchsal und Karlsruhe kam es zu Aufständen. Dabei diente den Aufständischen Berghausen einige Zeit als Hauptquartier.

Wie überall in den Nachkriegsjahren verursachten Krankheiten, Inflation und Arbeitslosigkeit große Not. Auch Berghausen hatte als Folge des 2. Weltkrieges von 1939 bis 1945 viele Kriegsopfer zu verzeichnen. Durch einen schweren Luftangriff in der Nacht vom 24. auf den 25. April 1944 wurde etwa ein Drittel aller Gebäude in Berghausen zerstört und vier Menschen getötet. Mit der Kapitulation am 08. Mai 1945 begann eine neue Zeitepoche.

1859 fuhren die ersten Eisenbahnzüge durch Berghausen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts siedelten sich in Berghausen erstmalig Unternehmen der Industrie an. Diese Entwicklung wurde durch den Weltkrieg 1914/1918 bedauerlicherweise unterbrochen.

Die Notwendigkeit von Bildungseinrichtungen wurde früher erkannt. So entstand mit der Gartenschule 1953 das erste schulische Bauwerk der Nachkriegszeit. Mit dem Bau des 1. Abschnitts der Parkschule wurde 1964 begonnen. Mit Beschluß des Kultusministeriums vom 17. März 1970 wurde Berghausen als Standort eines "Großen Bildungszentrums" mit Hauptschule, Realschule und Gymnasium bestimmt.

Das bestehende Straßennetz der Gemeinde mit den Bundesstraßen B 10 und B 293, der Kreisstraße 3541 und den zwei Bahnübergängen in Berghausen war durch den stark zunehmenden Straßenverkehr zu Beginn der 80er Jahre überlastet. Die Verkehrsplanung sah vor, den Bahnübergang in Richtung Jöhlingen zu unter führen und die Kreuzung an der B10 und B293 zu öffnen. Dadurch konnten beide Bahnübergänge geschlossen werden. Diese Baumaßnahme hatte den Abbruch verschiedener Gebäude, u.a. auch den des Rathauses, zur Folge.

Am 01.01.1974, also mit der Gemeindefusion, endete die Selbständigkeit der Gemeinde Berghausen.

 

Fotos: FOTOGRAFIC und Manfred Redantz