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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 09.05.18 , gültig bis Mi. 16.05.18

Erlebnisraum Pfintzal: Frühlingswanderung durch Kleinsteinbacher Forst mit Revierleiter Köpf Baumartenvielfalt ist wichtiges Ziel in Pfinztaler Gemeindewald

Den Erlebnisraum Pfinztal in vielfältiger Weise zu erfahren, bietet die Gemeinde Pfinztal in Zusammenarbeit mit Institutionen und Vereinen seit einigen Jahren gezielt an. Nun stand eine Frühlingswanderung durch den Kleinsteinbacher Forst mit Forstrevierleiter Matthias Köpf auf dem Programm. Bei herrlichem Frühlingswetter hatte sich eine 25-köpfige altersgemischte und aus allen Ortsteilen kommende Interessentengruppe eingefunden, um mit dem Forstfachmann eine zweistündige Wanderung durch den jetzt „in vollem Saft“ stehenden Kleinsteinbacher Gemeindewald mit den Distrikten „Hundstangen“ und „Beinhölzle“ zu unternehmen und Informationen zu erhalten. Diese waren wieder sehr vielfältig und interessant und brachten den Teilnehmern auch manche neuen Erkenntnisse.

Gestartet wurde unterhalb des Naturfreundehauses auf dem sogenannten Forlenweg Richtung „Dreiländereck“, wo der Pfinztaler Gemeindewald auf den Karlsruher Stadtwald (Bereich Stupferich) und einen Teil des Staatsforstes trifft. Als nach wenigen Metern schon eine Blindschleiche und ein Feuersalamander den Weg kreuzten, waren besonders die mitwandernden Kinder überrascht und angetan. „Kleinsteinbach ist nicht gerade gesegnet mit Wald“, umschrieb M. Köpf charmant die hier im Vergleich zu den Waldflächen in Söllingen und Berghausen bescheidene Waldzone und konnte die Größenverhältnisse auf einer neuen Karte mit dem Pfinztaler Gemeindewald demonstrieren. Dieser sei buchendominiert, stellte Köpf heraus. Der Gemeinderat habe beschlossen, eine bessere Mischung der Baumarten durch Anpflanzung vor allem von Eichen, Douglasien und Lärchen anzustreben, was auch schon umgesetzt werde. Die Rolle des Waldes als Wirtschaftsbetrieb dürfe nicht außer Acht gelassen, aber auch nicht überbewertet werden. Am Markt laufe der Buchenholzverkauf derzeit gut, der von Eichen und Nadelhölzern (durch den Bauboom) sehr gut. Am steil abfallenden Hang zur Senke mit dem „Stupfericher Rhein“, wie das Entwässerungsrinnsal aus der Stupfericher Gemarkung Richtung Bocksbach im Volksmund genannt wird, wies Köpf auf den Bestand an alten Buchen und Eichen hin. Letztere haben bereits das stattliche Alter von 180 bis 190 Jahren erreicht. „Sie sollen richtig alt werden“, wünscht der Forstmann. Ältere Bäume dazwischen werden Zug um Zug entfernt und durch junges Holz ersetzt.

Rechts des Weges fallen Douglasien auf, die hier am höchsten wachsende Baumart. Sie haben wegen ihres besseren Wurzelsystems im Gegensatz zu den Fichten den Sturm Lothar überstanden. Für die Fichten wurden Kirschbäume gepflanzt. Der geringe Bestand an Kiefern begründete Köpf mit der zu guten Qualität der Böden. Auch Weißtannen seien hier eine Rarität. Erläutert wurde auch das Markieren zu fällender Bäume („gesunde brauchen Kronenraum“), das System der Rückegassen und der Einsatz der Holzerntefahrzeuge. Über dem Gelände baut die Deutsche Bahn gerade eine neue Überlandstromtrasse. Beschädigungen der Zufahrtswege durch Baufahrzeuge werden erstattet, versichert Köpf. Unter der Stromtrasse werden Christbaumkulturen gepflanzt. Der Rückweg führte auf dem Hundstangenweg entlang des Bächleins, wo vieles urwaldartig belassen ist. Auf dem nährstoffreichen Boden wachsen vermehrt Schwarzerlen, Schwarznüsse und Eschen. Bei Letzteren werde leider ein Triebsterben festgestellt. Im Namen der Teilnehmer bedankte sich Ortsvorsteherin Barbara Schaier für die lehrreiche Unterrichtsstunde in der Natur.

Text und Foto: Karl-Heinz Wenz





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