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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 07.03.18 , gültig bis Mi. 14.03.18

Pfinztaler Seniorenakademie: „Individuelle Blutdruckbehandlung ist wichtig"

Medizin-Direktor Kühn referierte über arterielle Hypertonie bei Seniorenakademie

Der Versammlungsraum im evangelischen Gemeindehaus Berghausen war bis auf den letzten Platz besetzt bei der Vortragsveranstaltung der Seniorenakademie Pfinztal. Ein nach den Erfahrungen der letzten Jahre untrügliches Zeichen dafür, dass ein interessantes medizinisches Thema angesagt war. Bluthochdruck sei wohl ein Problembereich, der wohl fast jede/n Anwesende/n betreffe, befand Organisationsleiter Bernd Matthes in seinen einführenden Worten. Als Referent nahm sich in versierter Form und auch für den Laien
verständlicher Sprache Karl-Wilhelm Kühn, ehemaliger Direktor der Inneren Medizin am Klinikum Karlsruhe und für Nordbaden zuständiger Landesbeauftragte der Deutschen Hochdruckliga der Thematik an. Der Professor umriss die gesamte Bandbreite des komplexen Themas, wobei er sich gezielt der Problematik für
die ältere Generation widmete. „Bluthochdruck: rechtzeitig erkennen und behandeln' lautete die
Themenvorgabe. Der Nephrologe erläuterte einleitend den systolischen und diastolischen Wert des Blutdrucks und deren Zustandekommen und ging ausführlich auf die Ursachen einer arteriellen Hypertonie ein. Primäre Ursache sei in erster Linie die genetische Disposition, die erblichen Anlagen des Patienten, gefördert durch äußere Risikofaktoren wie Übergewicht und Alkoholgenuss. Als sekundäre Faktoren gelten Nierenerkrankungen, oft nicht gleich erkannt, innersekretorische Erkrankungen und gewisse Medikamente (Pille, Cortison u.a.).

Fatal sei, dass häufig keine Symptome der Hypertonie vorliegen und die Erkrankung deshalb nicht erkannt werde. Als gebräuchlichste Anzeichen gelten Kopfschmerzen und Schwindel, auch vermehrtes Harnlassen. Auswirkungen auf den Blutdruck hätten auch kurzfristige Einflüsse wie Erregung, Schmerz, Lärm, hochemotionale Gespräche. Rauchen sei kein primärer Grund für die Entstehung von Bluthochdruck, fördere aber das Problem der Folgeschäden. Bei der Messung sei neben der in der Arztpraxis auch Eigenmessung
(im Sitzen und Stehen) und eine 24-Stunden-Messung zur Erkennung von Spitzen und Absenkungen ratsam. Zielblutdruckwerte liegen bei über 60-Jährigen bis zu 150790 mmHg, unter 60 bei 140780. Normal sei, dass der Blutdruck mit zunehmendem Alter ansteigt. Diesen zu senken, um Schlaganfälle zu vermeiden, geschehe meist über Medikamente. Eine radikale Senkung solle vermieden werden. Für Kühn ist eine individuelle Blutdruckbehandlung sehr wichtig, ebenso ein vertrauensvolles Arzt-Patient-Verhältnis (Therapie-Treue).

Neben medikamentösen Therapiemöglichkeiten durch Betablocker, Diaretika, ACE-Hemmer, AT1-Blocker oder Calciumantagonisten seien auch nichtmedikamentöse Therapien durch Gewichtsabnahme, Nikotinstopp, Salz- und Alkoholrestriktion und körperliche Aktivität anzuraten. Bei der Ernährung sollte die Energieaufnahme dem Energieverbrauch entsprechen. Im Alter sei auch die Verminderung und das Abreagieren von Stress (Hobbys, sportliche Betätigung) von Bedeutung.

Professor Kühn wies auch mahnend auf mögliche schlimme Folgen von Bluthochdruck hin: Herzinsuffizienz, Herzmuskelverdickung, Herzinfarkt, Hirnblutung und Schlaganfall, Gefäßschäden (Arteriosklerose) oder Schrumpfniere. Sehr ausführlich beantwortete der Mediziner schließlich zahlreiche Fragen der Zuhörer zum Thema.

Foto und Text: Karl-Heinz Wenz





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