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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 15.11.17 , gültig bis Mi. 22.11.17

Erster Spatenstich für Neubaugebiet „Heilbrunn-Engelfeld“ Söllingen

Eine neue Heimat für viele Menschen entsteht

Die lange Zeit des Planens, Verhandelns, Vorbereitens – auch mit Überraschungen und Ärgernissen verbunden – ist vorbei: Die Erschließung des Baugebiets „Heilbrunn-Engelfeld“ in Söllingen wurde mit dem symbolischen Spatenstich am vergangenen Freitag gestartet. Schon die fast 200 bei dem Akt Anwesenden – einmalig bisher für ein Neubaugebiet der Gemeinde Pfinztal – zeigten die Besonderheit und Ungewöhnlichkeit dieses Areals nahe der Nordumgehung und der Wesebachstraße.

Von einem „historischen Moment“ sprach Bürgermeisterin Nicola Bodner bei ihrer Rede, und „eine gute Sache wird ihrer Vollendung zugeführt“. Alle an dem Vorhaben Beteiligten sind sich einig, dass es „ein sehr schwieriges Projekt“ war. Über 20 Jahre – in den 1930-er Jahren gab es jedoch auch schon Vorüberlegungen - zog sich die Planung hin mit der Folge, dass sich auch Gesetze und Vorschriften änderten, die Anforderungen an den Natur- und Artenschutz umfangreicher und Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff in die Landschaft erforderlich wurden. Mehrere Planer hatten sich mit mehr oder weniger Erfolg an der Planentwicklung versucht; zu Ende gebracht wurde das Verfahren schließlich vom Bauamt der Gemeinde, so Bodner.

Sie nannte einige konkrete Entwicklungen und Maßnahmen:

- Zum wesentlichen Fortschritt musste erst die Nordumgehung gebaut werden.

- Eine bereits bestehende Wohnbebauung entlang der Heilbrunnstraße musste integriert werden.

- Ein von der Gemeinde beauftragter Erschließungsträger wurde insolvent und musste  ersetzt werden.

- Amphibien mussten nach detaillierter Ermittlung ihres Vorkommens in Ersatzflächen unter hohen Kosten umgesiedelt werden.

- Bei der Erkundung fehlte auch nicht die Suche nach Weltkriegsbomben.

- Ein wesentlicher Faktor der Verzögerung waren umfangreiche und zeitaufwendige Arbeiten zur Erkundung vorhandener Merowingergräber und von Funden aus der Römerzeit. Da diese ein wichtiges Zeugnis der Vergangenheit darstellen, sei die Gemeinde verpflichtet, sie gebührend zu würdigen. Straßennamen im Neubaugebiet sollen an Römer und Merowinger erinnern, Exponate in den zentralen Platz des Baugebietes integriert werden.

Diese ganze Problematik bewältigt zu haben, erfülle die Gremien der Gemeinde mit Stolz. „Wir freuen uns darauf, dass mit dem Baugebiet eine neue Heimat für viele Menschen entsteht, und wir wünschen uns, dass sich diese hier in ihren Häusern in ihrer neuen Heimat künftig wohlfühlen und Teil unserer Gemeinschaft werden“, blickte die Bürgermeisterin in die Zukunft. Das Baugebiet befinde sich städtebaulich und technisch auf dem neuesten Stand. Es erhalte ein Glasfasernetz, eine LED-Straßenbeleuchtung und die Installation von Ladesäulen für E-Autos. Zwei Spielplätze und ein Bolzplatz gehören auch zur Ausstattung. Städtebaulicher Kernpunkt werde ein zentraler Platz mit Aufenthaltsqualität sein. Um diesen Platz herum werde die Bebauung eher städtisch mit verdichteter Bebauung geprägt sein. Insgesamt könne man von einem Mix aus verdichteter Bebauung und lockeren Wohneinheiten in Form von Einzelhäusern als passender Übergang zur freien Landschaft sprechen. Eine solch lockere Bebauung könne hier wohl zum letzten Mal realisiert werden.

Von einem „ungewöhnlichen Baugebiet mit viel Geschichte“ sprach Dr. Thomas Dopfer von der ESB Kommunalprojekt AG Bruchsal, dem jetzigen Erschließungsträger und für die Gesamtabwicklung und die Projektsteuerung zuständig. „Wir haben selbst bei der Gräbergeschichte viel gelernt“, gestand Dopfer. Selbst ein „Apfelveteran“ mit großem Umfang sei verpflanzt worden. Eine 20 kV-Freileitung müsse umgelegt werden.

Weitere Erschließungs- und Baumaßnahmen: Für den Regenwasserkanal müsse der Bahndamm durchpresst werden. Die Entwässerung erfolge in einem Trennsystem. Niederschlagswasser werde in das zentrale Rückhaltebecken geführt und dann in die weitere Regenwasserkanalisation. Die Schmutzwasserkanäle werden an das bestehende Kanalnetz der umliegenden Straßen angeschlossen. Neben den bereits erwähnten Netzen wird es auch Erdgasversorgung geben. Entlang der Bahnlinie im Westen wird eine Lärmschutzanlage gebaut. Die Wesebachstraße wird ebenfalls umgestaltet. Zur inneren Erschließung des Baugebietes wird eine „Ringstraße“ von der Nordumgehung zur Wesebachstraße geführt, dadurch auch die Wesebachstraße in der Ortslage entlastet. Weitere Straßen und Stichstraßen erschließen weitere Grundstücke.

Dank sagte Dopfer für das Vertrauen den Gemeindegremien und der Gemeindeverwaltung, aber auch den privaten Grundstücksbesitzern, die alle mitgezogen hätten. Er kündigte auch an, dass bei der Erschließung Staub, Schmutz, auch Lärm und andere Belästigungen wohl nicht ausbleiben werden; man sei jederzeit für Beschwerden offen und wolle sich stets um Lösungen bemühen.

Zahlen und Fakten zum Baugebiet:

- Größe des Baugebietes 9,6 Hektar (0,6 ha davon bereits bebaut)

- Neue Wohnbauplätze 5,5 ha, Grün- und Verkehrsfläche 3,5 ha

- 118 neue Baugrundstücke; der Großteil davon für Einfamilien- und Doppelhäuser, größere Einheiten am zentralen Quartiersplatz und an der Nordumgehung

- 39 Baugrundstücke im Eigentum der Gemeinde, die veräußert werden.

- Der Gesamtaufwand für die Entwicklung und Erschließung wird auf ca. acht Millionen Euro geschätzt; die reinen Baukosten (Tief- und Straßenbau, Lärmschutzwand etc.) werden nahezu fünf Millionen Euro betragen.

- Reine Bauzeit ab Mitte November 2017 ca. 16 Monate

- Die Fertigstellung kann damit auf Mai 2019 datiert werden.

Text: Karl-Heinz Wenz





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