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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 04.10.17 , gültig bis Mi. 11.10.17

Kurt Kunzmann feierte am Samstag seinen 100.Geburtstag

Kurt Kunzmann feierte am Samstag, 30.September, seinen 100.Geburtstag

Er kann für sich ein Alleinstellungsmerkmal in Kleinsteinbach beanspruchen: Kurt Kunzmann ist der erste männliche Einwohner im Pfinztaldorf, der seinen hundertsten Geburtstag feiern kann. Mitten im Ersten Weltkrieg erblickte er am 30. September im Nachbarort Wilferdingen das Licht der Welt und ist deshalb ein Zeitzeuge eines ganzen Jahrhunderts. Er weiß noch viel über seine Lebensjahrzehnte zu erzählen; für sein biblisches Alter ist er immer noch in einer beachtlichen geistigen und körperlichen Verfassung. Wenn er auch in der Bewegung etwas eingeschränkt ist, so findet er sein Dasein trotz des Verlustes von Ehefrau Hedwig vor sieben Jahren, mit er die Gnadenhochzeit feiern durfte, immer noch lebenswert. Ein echtes Geheimnis für sein hohes Alter hat Kurt Kunzmann nicht. Disziplin war aber auf jeden Fall ein Markenzeichen. In seiner Lebensbilanz sieht er die 100 Jahre als großes Geschenk und Gnade. Ein wenig berechtigter Stolz schwingt auch mit, einen solch besonderen Tag feiern zu dürfen. Guter Schlaf und eine ausgewogene Ernährung, Interesse an seiner Umwelt, dem Tagesgeschehen im politischen und sportlichen Bereich – die tägliche Lektüre der BNN und das Lösen von Kreuzworträtseln gehören zum Pflichtprogramm – tragen zu seinem Wohlbefinden entscheidend bei. Seine Wohnumgebung ist immer noch sein Haus in der Ochsenstraße 55a. Zwei Tage in der Woche verbringt er in der Tagespflege im Haus „Bühlblick“ in Söllingen; von den beiden Schwiegertöchtern wird er liebevoll mit Essen versorgt. Die Diakonie hilft die Woche über unterstützend. „Er ist pflegeleicht“, verrät Schwiegertochter Monika. „Wir werden es voll rumbringe“, blickt er mit verschmitztem Lächeln in die Zukunft. Ein paar Jährchen wünscht er sich im Stillen doch noch. „Warum nicht?“ fragt sich der Besucher beim angeregten Gespräch über eine interessante Lebensgeschichte.

Nach dem Besuch der Volksschule in seinem Geburtsort erlernte der Jubilar das Stahlgraveurhandwerk und übte seinen erlernten Beruf, unterbrochen durch den Kriegsdienst, bis 1962 aus. Dann wechselte er als Angestellter zur Landeskreditanstalt, wo er bis zu seiner Pensionierung 1979 arbeitete. Sein Leben bereicherte der Jubilar durch seine vielseitigen künstlerischen Begabungen. Musik, Gesang und die Malerei hatten es ihm bis ins hohe Alter auf beachtlichem Niveau angetan. Mit zwölf Jahren blies er das Tenorhorn beim Musikverein Wilferdingen, in dem er - wie beim Kleinsteinbacher – viele Jahre schon Ehrenmitglied ist. Einige Jahre war er auch dessen Dirigent und Musikervorstand. Noch intensiver war seine Verbindung zum Gesang. Der Arbeitergesangverein „Eintracht“, dessen Vizechorleiter er 40 Jahre lang auch war, und der Evangelische Kirchenchor stützten sich bis 2008 auf seinen sonoren Bass. Bis vor einem Jahr war er noch Dauergast bei deren Veranstaltungen. Ein bis vor wenigen Jahren gern gepflegtes Hobby war die gegenständliche Malerei. Der Besuch der Kunstgewerbeschule hatte hierzu den entscheidenden Impuls gegeben. Viele selbstgefertigte Aquarelle, Zeichnungen und graphologische Werke schmücken noch heute seine Wohnung. Mit Kurt Kunzmann feierten sein Sohn Reiner – der erstgeborene Sohn Kurt verstarb vor zehn Jahren bei einem Verkehrsunfall -, die beiden Schwiegertöchter, drei Enkel und neun Urenkel. Beschwerdearme weitere Lebenszeit wünschten ihm nicht nur die Familie, sondern auch „seine“ Vereine – seine „Eintracht“ hat ihm ein Ständchen gesungen - und die Dorfgemeinschaft.

Text und Foto: Karl-Heinz Wenz





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