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Branchenverzeichnis Pfinztal

Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 16.08.17 , gültig bis Mi. 23.08.17

Erlebnisraum Pfinztal: Betriebsführung bei Edelstahl Rosswag im Rahmen von „Erlebnisraum Pfinztal“

„Erlebnisraum Pfinztal“ bedeutet nicht nur die reichhaltige und vielseitige Natur der Gemeinde zu erkunden und zu erleben, auch die Geschäftswelt der Kommune gehört dazu und prägt das Leben mit in der größten Gemeinde Baden-Württembergs ohne Stadtrecht. Mit ihren Arbeitsplätzen bieten die Firmen ihren Beschäftigten besondere Erlebnisse vor Ort, und die Gemeinde ist froh über das erzielte Gewerbesteueraufkommen. Zu den herausragenden Arbeitgebern zählt die Firma Edelstahl Rosswag, die mit rund 200 Beschäftigten mit der größte Arbeitgeber in Pfinztal ist. Schon öfter bot das Unternehmen bei vielfältigen Anlässen der Bevölkerung Gelegenheit, Einblicke in die Produktion der größten Freiformschmiede Süddeutschlands zu gewinnen.

Nun gab es im Rahmen der „Erlebnisreihe“ das Angebot, bei einer Betriebsbesichtigung und -führung Bekanntes aufzufrischen und Neues zu erfahren. Ständige Innovationen sind eines der Geheimnisse des Geschäftserfolgs von Rosswag, einer inzwischen in die fünfte Generation gehenden, seit 106 Jahren bestehenden Familiengesellschaft. Nur so gelinge es, sich kontinuierlich mit Erfolg am Markt zu halten, berichtete Seniorchef Karlheinz Essig, der zusammen mit Mitarbeiter Bernd Broschinski die Führung leitete. Auf etwas über 30 Personen – die meisten aus Pfinztal kommend – war die Teilnehmerzahl aus organisatorischen und Sicherheitsgründen beschränkt; Anmeldungen lagen in dreifacher Höhe vor. Man ist in Pfinztal offensichtlich stark interessiert, was sich da oben in den „Stumpenäckern“ alles abspielt. Essig skizzierte einleitend die Firmengeschichte; aus kleinen Anfängen begann der eigentliche Aufstieg durch den Umzug auf das heutige Werksgelände im Jahr 1972 mit einer vielseitigen Produktpalette. Verarbeitet werde hochwertiger Stahl, der in 360 Sorten vorgehalten werde, um auf Aufträge spontan reagieren zu können. Neben den Freiformschmiedestücken umfasse das Produktionsspektrum – oft sind es Unikate – nahtlos gewalzte Ringe mit bis zu 4 m Durchmesser und 5 Tonnen Gewicht. Geliefert werde in die ganze Welt (außer Amerika). Gerade dort, wo hochwertige Produkte gefragt sind wie im Flugzeugbau, bei Raketen, Kernkraftwerken, für den ICE oder beim Pipeline-Bau ist Rosswag eine bestens gefragte Lieferadresse. Mit einem seit einigen Jahren hinzugekommenen Arbeitsfeld, dem Glockenklöppel-Schmieden, hat man eine weitere Referenz hinzugewonnen. Durch ein besonderes Verfahren und spezielle Materialien ist man hier inzwischen nahezu konkurrenzlos; bei berühmten Glocken in vielen Ländern Europas werden inzwischen die Töne von Rosswag-Klöppeln angeschlagen. Innovativ ist auch das Arbeitsverfahren „Selektives Laserschweißen“, ein 3D-Drucken in Metall, wobei Metallabfälle des Betriebes (man erhielt dafür schon den Rohstoffeffizienzpreis), zu Metallpulver verarbeitet, in mehrstündigen Prozessen mit Laserstrahlen in feinsten Schichten verschweißt werden. Die Zukunft werde sicher auf diesem Gebiet noch vielseitige Einsatzmöglichkeiten bieten, ist man sich sicher.

Mit großer Aufmerksamkeit und beeindruckt verfolgten die Teilnehmer Einblicke in die Produktionsvorgänge, so das Formen rotglühender Stahlblöcke oder das Weiterbearbeiten geschmiedeter Teile an Dreh- und Fräsmaschinen. In der Dreherei ist durch die Vielzahl großer Maschinen der Raum eng geworden. Im Entstehen ist eine neue Werkshalle östlich der bestehenden. Die großen Erdbewegungen am Hang, auch mit neuer Zufahrtsstraße, sind bereits weitgehend abgeschlossen. Mit Zuversicht blickt die Firmenleitung der weiteren Entwicklung entgegen; die ständige Ausbildung von zehn Lehrlingen wird als wichtige Komponente der Zukunftssicherung gesehen.

Text und Fotos: Karl-Heinz Wenz





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