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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 28.06.17 , gültig bis Do. 06.07.17

Das Entzünden von Sonnwendfeuern wurde wegen erhöhter Brandgefahr untersagt

Kleinsteinbach: „The same procedure as every year“ galt bisher bei der Sonnwendfeier der Naturfreunde Kleinsteinbach als feste Leitlinie. Sie feierten dieses traditionsbeladene Fest seit der Einweihung ihres Vereinsheimes „Haus Bocksbachtal“ im Jahre 1982, wozu als Höhepunkt immer die Entzündung eines großen Sonnwendfeuers gehörte. Nicht so aber erstmals in diesem und damit 36. Jahr. Der übliche Festrahmen lief zwar wie gewohnt ab, doch das Sonnwendfeuer mit seinen auf der Anhöhe des Bocksbachtales hochlodernden Flammen fehlte gezwungenermaßen. Ursache war die langanhaltende Trockenheit mit den hohen Temperaturen der letzten Tage, die die Behörden die Entzündung des Holzstoßes verbieten ließ. Dafür zeigte erster Vorsitzender Horst Eberle auch wegen der Nähe zum Wald in seiner Begrüßung Verständnis, wenn er auch die Enttäuschung vor allem bei den Kindern verstand, die sich immer auf die Entzündung des kegelförmigen Holz- und Reisigstoßes freuten. Dieser war auch durch die Naturfreunde bereits aufgeschichtet. Sie schmückten ihn mit elektrischen Lichtern und sorgten so wenigstens für einen etwas leuchtenden Ersatz. Mit einigen Fahrt- und Wanderliedern stimmte die Gitarrengruppe des Vereins musikalisch zum gemeinsamen Singen ein. Die „Feuerrede“ hielt Verwaltungsmitglied Klaus Frey, in der er an die Verehrung der Sonne in der frühen Menschheit und die innige Verbundenheit unserer Vorfahren mit der Natur hinwies, die vielfältige gegenwärtige Bedrohung des Lebens der Völker skizzierte und beim Blick in die Zukunft sich fragte, ob es Jahre der Nachhaltigkeit oder ein Zeitalter mit entfesselter Gewalt und verschärfter Verteilungskämpfe werden. Jede Zeit brauche neue Antworten, ohne die sozialen Errungenschaften und kulturellen Werte über Bord zu werfen. „Erklären wir uns solidarisch mit den Menschen, die sich dafür einsetzen, dass die Welt menschlicher, friedlicher und gerechter wird. So können wir vielleicht auf eine friedlichere Zukunft für uns und unsere Kinder hoffen“, schloss K. Frey seine Ausführungen.

Text: Karl-Heinz Wenz

Wöschbach: Auch hier wurde das Entzünden des Feuers zur Sommersonnenwende wegen anhaltender Trockenheit und erhöhter Brandgefahr verboten. Nach Absprache zwischen Forstverwaltung, Ordnungsamt und Feuerwehr hatte Bürgermeisterin Nicola Bodner die Absage verfügt. Der vorbereitete Reisighaufen wurde mit einer Plane überspannt und mit einem deutlichen Hinweis versehen. Dem vom Obst-, Wein- und Gartenbauverein (OWGV) vorbereiteten „Johannisfest“ im Vereinsgarten „Rohrland“ tat dies keinen Abbruch. Eine große Besucherzahl kam trotzdem in die ortsnahe Flur, auch ohne Flammen des 19. Johannisfeuers der Wöschbacher Neuzeit. Im Wöschbacher Ortsbuch, informierte Vorsitzender Arno Borlinghaus, steht dass am Namenstag von Johannes dem Täufer, dem Patron der Katholischen Pfarrgemeinde in Wöschbach, der Überlieferung nach für lange Zeit das Johannifeuer entzündet wurde. Dann wurde das Feuer zur Sommersonnenwende in Wöschbach 1839 von Amts wegen untersagt und geriet vorübergehend in Vergessenheit. Dieses Brauchtums erinnert man sich dann 160 Jahre später, fügt der OWGV-Vorsitzende hinzu und verwies auf die gleichzeitige seit 1999 währende Patenschaft der Katholischen Kirchengemeinde Wöschbach.

 





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