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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Di. 11.04.17 , gültig bis Mi. 19.04.17

Pfinztaler Seniorenakademie: Augenchirurgie bietet immer neue Möglichkeiten

Medizinische Themen bleiben der Renner in der Vortragsreihe bei der Seniorenakademie Pfinztal, wie die Besucherzahlen belegen. Zum letzten Vortrag im Veranstaltungszyklus 2016/17 war Professor Dr. Albert Augustin, Direktor der Augenklinik im Städtischen Klinikum Karlsruhe, bekannter und weltweit agierender Augenarzt, als Referent zugegen. „Und am Wegesrand saß ein Blinder“, war ein provokanter Titel vorgegeben. Professor Augustin befasste sich ausführlich in Wortbeiträgen mit Bild-/ Filmunterstützung mit dem breiten Feld der Augenchirurgie, nahm zu Fragen der Prävention, der Behandlung von gängigen Augenkrankheiten und Visionen in der Augenchirurgie Stellung. Mit Letzterem startete Augustin und berichtete von eigenen Einsätzen in Israel – in Tel Aviv hat er eine Gastprofessur – in Zusammenarbeit mit dem Militär. Dabei erklärte er die allerdings noch nicht ausgereifte neue Methode bei Netzhautoperationen mit dem Einsatz von 3D-Brillen durch den Operateur an Stelle von Mikroskopen. Dies eröffne neue Möglichkeiten durch große Bildübertragungsflächen und Überlagerung von Bildern. Alles sei noch „ein bisschen Science Fiction“, Probleme bei der Software noch zu lösen (Zeitverzögerung bei Bildübertragung), er sehe aber für die Zukunft – Zeitrahmen vier bis fünf Jahre – große Vorteile. Intensiv ging er dann auf die Makuladegeneration ein. Die am schnellsten wachsende chronische Erkrankung in Deutschland, der Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), führe häufig zu Begleiterkrankungen, wie die Makuladegeneration. Sie ist eine Erkrankung der Netzhaut des Auges im Bereich des „gelben Flecks“ mit dem Punkt des schärfsten Sehens, dessen Zellen bei Erkrankung allmählich einem Funktionsverlust unterliegen. Dies könne zum Nachlassen der Sehschärfe, auch zu hochgradiger Sehbehinderung bis hin zur Erblindung führen. Es werde zwischen trockener (80 Prozent der Fälle) und feuchter Degeneration unterschieden. Bei der Behandlung sei lange nur gespritzt worden; heute seien durch neue Operationstechniken der Weg zu immer kleineren Operationswunden und dadurch eine schnellere Rehabilitation möglich. Angesprochen wurden auch Möglichkeiten mit eingepflanzten Netzhautchips, die bisher blinden Menschen eine gewisse Augenorientierung ermöglichen könne. Die altersbedingte Linsentrübung führe zwangsläufig zum Grauen und Grünen Star. „Jeder bekommt den Grauen Star, man muss es nur erleben“, meinte Augustin provokativ. Alles außer einer Operation sei nur ein Krankheitsverzögerer. Bei Operationen werde eine Ultraschallverkleinerung der Linse vorgenommen. Blaufilterlinsen werden eingesetzt, um eine feuchte Makuladegeneration zu verhindern. Diese Operation wurde erstmals in Karlsruhe durchgeführt. Zur Erkennung der Erkrankung führte Augustin aus, man sehe „verwaschener“. Patienten kommen vor allem dann eher zum Augenarzt, wenn der Mangel ihnen bei Freizeitaktivitäten bewusst werde. Ab dem 45.Lebensjahr sollte sich jeder Mensch einmal pro Jahr vom Augenarzt untersuchen lassen. Zur Prävention trage gesunde Ernährung bei; das Tragen einer Sonnenbrille sei zu empfehlen. Der Grüne Star, das Glaukom, sei die häufigste Erblindungsursache. Es sei ein Sehnervenschaden, der nicht weh tue. Eine Senkung des Augeninnendrucks sei gut, weil die Sehnervdurchblutung dadurch besser werde. Behandlungsmöglichkeiten gebe es durch Augentropfen, Lasern, Kälteeinsatz, auch durch wenig invasive Operationen. Ob eine Makuladegeneration zum Stillstand gebracht werden kann, sei nur individualspezifisch zu beantworten.

Text und Foto: Karl-Heinz Wenz





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