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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 19.10.16 , gültig bis Mi. 26.10.16

Verwaltung und LMG schockiert über Zerstörung des Fotoprojekts für Toleranz

„Ich bin fassungslos. Das ist einfach unglaublich,“ sagt Verbindungslehrerin Andrea Miller, und viele Lehrerinnen und Lehrer am LMG sind genauso entsetzt. Was war passiert? Am Freitag, 7. Oktober, war auf dem Schulhof des Bildungszentrums Pfinztal eine Kunst-Installation errichtet worden: Die Ex-Abiturienten Nico Lange, Kai Vorberg und Steffen Fuchs hatten zusammen mit Teilen der SMV des Ludwig-Marum-Gymnasiums den Hügel des Schulhofs mit großformatigen Schwarz-Weiß-Portraits beklebt, die sowohl Schüler und Schülerinnen des LMG als auch in Berghausen lebende Flüchtlinge zeigten. Die Aktion verstand sich als Teil des globalen inside out-Projekts, mit dem der französische Street Artist JR Menschen in aller Welt aufgerufen hat, mit Portraitfotos in öffentlichen Räumen das zu thematisieren, was ihnen wirklich am Herzen liegt. So wollten die Initiatoren des LMG-Projekts für Integration, Toleranz und eine offene Gesellschaft werben. Doch bereits am Sonntag Nachmittag war von der Installation kaum noch etwas übrig: Der Zaun, der die Ausstellung schützte, war umgeworfen worden, die Kabelbinder, die die Metallteile zusammen gehalten hatten, vermutlich mit Feuerzeugen aufgeschmort und die Fotos mutwillig zerknüllt und zerrissen. Der Hügel bietet ein Bild der Verwüstung.  Die Polizei ist eingeschaltet und es wurde Anzeige erstattet, bislang aber ohne Erfolg. Am LMG hält man es für kaum denkbar, dass die mutwillige und brutale Zerstörung von Schülern des Bildungszentrums ausgegangen ist, zumal sowohl Ludwig-Marum-Gymnasium als auch Geschwister Scholl-Realschule sich einem friedlichen und toleranten Miteinander verpflichtet fühlen. Das sieht auch LMG-Schulleiterin Elke Engelmann so: „Das Projekt hat gezeigt, dass unsere Schulphilosophie gelebt und in Taten umgesetzt wird. Um so trauriger bin ich, dass große Teile zerstört wurden.“ Und Barbara Fuchs, die Schulleiterin der Sophie Scholl-Realschule fügt hinzu: „Wir hatten befürchtet, dass Naturgewalten die Installation zerstören könnten – nun sind die Menschen die Naturgewalten.“ Die Organisatoren des Projekts haben inzwischen eine Stellungnahme veröffentlicht, in der es heißt: „Diejenigen, gegen deren Unverständnis und mangelnde Empathie sich das Projekt im Kern wendet, entlarven sich durch ein Verhalten wie dieses selbst.“ Und LMG-Verbindungslehrerin Andrea Miller bekräftigt: „Eine Tat wie diese wird uns mit Sicherheit nicht davon abhalten, weitere solche Aktivitäten zu organisieren.“

Text und Foto: Christiane Vierthaler





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