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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 28.09.16 , gültig bis Mi. 05.10.16

Auch 20.Jahresprogramm aus Beckerscher Feder

Text und Foto: Karl-Heinz Wenz

Referent Prof. Curt Diehm bei Seniorenakademie

Pfarrer i.R. August Becker ist bei der mit einem hervorragenden Ruf ausgestatteten und prämierten Seniorenakademie Pfinztal Mann der ersten Stunde. Jetzt hat er zum 20.al ein beachtenswertes Jahresprogramm entworfen, das aber – wie er ankündigte – sein wohl letztes aus seinen Planungen und seiner Feder kommende. Eigentlich hatte sich der rührige, weit über Achtzigjährige schon für dieses Jahr die Übergabe der Verantwortung gewünscht; die Nachfolge war aber schwierig, und so ließ er sich noch einmal „breitschlagen“, wie er bei der Auftaktveranstaltung der neuen Veranstaltungsreihe verkündete. Immerhin seien aber mit M. Seyfried und Dr. B. Matthies zwei Unterstützer hinzugekommen, die künftig den EDV-Bereich und die Exkursionen verantworten.

Die Vortragsreihe war und ist auch jetzt geprägt von namhaften Referenten aus verschiedenen Fachgebieten. Zu den Highlights gehörten schon in der Vergangenheit Auftritte von Prof. Dr. Curt Diehm, Ärztlicher Direktor der Grundig-Fachklinik auf der Bühlerhöhe, der nun vor rund 100 Besuchern im evangelischen Gemeindesaal Berghausen wieder viel Interesse weckte. „Diehm hat eben sein Publikum“, sagte A. Becker zur Begrüßung mit Stolz. Mit „Lies keinen Beipackzettel! Du könntest an einem Druckfehler versterben“ stand ein provokativ formuliertes Thema auf der Agenda. C. Diehm nutzte den Nachmittag in seiner eloquenten, kompetenten, auch humorvollen Art aber auch zu einem vielseitigen Rundblick über vor allem Seniorinnen und Senioren betreffende medizinische Fragen und Probleme.

Mit einem kurzen Film „Tod auf Rezept“ leitete A. Becker in die Thematik ein. Im Mittelpunkt stand die oftmals Probleme auslösende Wechselwirkung bei Einnahme von Mehrfachmedikamenten oder auch Folgen bei Arzneiumstellungen. Der verbindlich vorgeschriebene Beipackzettel mit Informationen zur Wirkung und Anwendung, zu Beschränkungen und Warnungen, zur Dosierung, zu Neben- und Wechselwirkungen oder zur Aufbewahrung, Haltbarkeit und Entsorgung enthalte wichtige Angaben für Patienten, so Diehm. Diese würden gerade durch aufgeführte Nebenwirkungen oftmals verunsichert, bis zur Verweigerung der Einnahme. „Vertrauen Sie auf Ihren Arzt oder Apotheker“ rät Diehm. Sie könnten die notwendigen Informationen sinnvoller als der Beipackzettel geben. „Suchen Sie sich einen charismatischen Arzt!“ rät er seinen Zuhörern. Sehr ausführlich schilderte er, was einen guten Arzt über das naturwissenschaftliche Wissen hinaus ausmache.   

Als Beispiele nannte er Empathie, Urteilskraft, Intuition, Handwerkskunst, Demut, Authenzität, guter Zuhörer sein, Körpersprache, verbale und nonverbale Kommunikation. Zentrale Bedeutung habe das Ethos. Charisma sei für den Mediziner auch lernbar. Den Patienten riet er, stets gesunde Rituale im Tagesablauf zu pflegen. Immer mit praktischen Beispielen unterlegt fand Diehm auch den Zugang bei komplexen Sachverhalten. Ausführlich ging er auch auf moderne Strömungen wie die Verwendung von Chia-Samen (in geschrotetem Zustand sehr wertvoll), Goji-Beeren (normales Obst und Gemüse hat dieselbe Wirkung) oder Acai-Beeren (Evidenz für Wirkung im kosmetischen Bereich nicht nachgewiesen). „Holen Sie sich bei wichtigen medizinischen Entscheidungen auf jeden Fall eine zweite Meinung ein“, gab Diehm noch als Rat mit auf den Weg und hielt zuletzt bei vielen Fragen der Zuhörer bereitwillig noch eine „öffentliche Sprechstunde“ ab.





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