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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Di. 24.05.16 , gültig bis Mi. 01.06.16

Seniorenakademie Pfinztal: Fahrt in das Markgräfler Land

Text: Christian Mittelstraß

Die letzte Tagesstudienfahrt der Seniorenakademie galt dem Markgräfler Land. Das Interesse an dieser Fahrt war so groß, dass dafür nur ein Doppeldeckerbus in Frage kam. Dieser brachte die über 70 Teilnehmer in den sonnigen badischen Süden, wegen der reizvollen Landschaft und seinem milden Klima auch „Badische Toscana“ genannt. Unterwegs gab der die Fahrt begleitende Kunsthistoriker Professor Dr.Jürgen Krüger schon Informationen zur Kultur und Geschichte dieses besonderen Landstrichs zwischen Schwarzwald und Rhein. Erstes Besichtigungsziel war das einstige Bergbaustädtchen Sulzburg. Die im frühromanischen Stil erbaute Kirche St. Cyriak, um das Jahr 1000 errichtet, bot einen Einblick in die frühmittelalterliche Bauweise. Sie diente einst den Bergleuten des bis 1832 betriebenen Silberbergbaus, war Klosterkirche und ist nach Restaurierung jetzt evangelische Pfarrkirche. In der eigentlichen Stadtkirche am Marktplatz von Staatsbaumeister Heinrich Hübsch erbaut ist jetzt das Landesbergbaumuseum untergebracht. Die seit 1500 in Sulzburg ansässigen „Schutzjuden“ machten bis zu ihrer Glaubensberechtigung 1862 einen hohen Bevölkerungsanteil von bis über 30% aus. Für sie wurde 1822 eine Synagoge im Weinbrennerstil erbaut, die wegen der engen Lage in einer Straßenzeile der Zerstörung 1938 entging. Sie bot den Besuchern unter kundiger Führung einen Einblick in das religiöse Leben und die Glaubensrituale der einstigen jüdischen Bevölkerung. Auf langen Tafeln sind deren Schicksal während der Zeit des Nationalsozialismus aufgezeichnet, die viele nicht überlebten. Anzumerken ist noch, dass Sulzburg vor Pforzheim Residenz der Badischen Markgrafen war, ein Schloss zeugt davon. Und in Sulzburg wurde nach dem Krieg das zweite SOS Kinderdorf in Deutschland errichtet. Eindrucksvolle Reste Römischer Kultur warteten im Kurort Badenweiler auf die Besucher. Unterhalb der modern gestalteten Cassiopeia Therme waren die unter einem Schutzdach liegenden Badruinen zu betrachten. Mit ihren verschiedenen Bereichen für Heiß-, Warm- und Kaltwasser bot diese größte römische Badanlage nördlich der Alpen interessante Einblicke in das Leben und die Kultur der „Alten Römer“. Ein Abstecher führte zum Abschluss nach Neuenburg am Rhein in die Kirche einer rasch wachsenden evangelischen Gemeinde. In ihr wirkte als Vikar Pfarrer August Becker von 1956 - 1959 und vor seinem Wechsel nach Söllingen Pfarrer Norbert Gantert. Ein Gespräch mit zwei dortigen Pfarrern Lindner ( vor Gantert) und Graf ( nach Gantert ) vermittelte einen Einblick in das Leben einer jungen Gemeinde in der Diaspora, in der die vielen Zugezogenen eine neue Heimat finden konnten. Eine zünftige Einkehr darf bei einem solch anspruchsvollen Programm nicht fehlen. Das Weingut Schmidt in Heitersheim konnte die große Schar hungriger Senioren ohne Probleme mit einem traditionellen Spargelgericht hervorragend verköstigen. Die dazu frei angebotenen Weine sorgten nachhaltig für eine angeregte Stimmung. Das Ganze war ein gelungener Abschluss des Programms 2015/16 der Pfinztaler Seniorenakademie.





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