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Branchenverzeichnis Pfinztal

Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Di. 24.05.16 , gültig bis Mi. 01.06.16

4.000 Bachforellen-Vorsömmerlinge in die Pfinz eingesetzt

Die Bachforelle ist die Hauptfischart in der Pfinz. Jedes Jahr im späten Frühling werden 4.000 Bachforellen-Vorsömmerlinge auf Pfinztaler Gemarkung in das Gewässer eingesetzt. Der Anglerverein als Nutzer des Gewässers erfüllt damit die Vorgaben des Regierungspräsidiums Karlsruhe. Auf einer Gesamtlänge von acht Kilometern ist der Verein für Hege und Pflege des Flüsschens verantwortlich. Geregelt wird das in einem Pachtvertrag mit der Kommune. Dieser besteht seit der Vereinsgründung vor 40 Jahren. Der Besatz basiert auf der Ertragsfähigkeit des Gewässers, die sich aus den Fanglisten ableitet. Jeder Angler muss dazu seine Fangliste jährlich dem Verein vorlegen. Von der zuständigen Behörde werden die Angaben kontrolliert, sagt Gewässerwart Martin Lohse. Ein externer Fischbesatz in der Pfinz ist auch deshalb notwendig, weil in diesem Gewässer nicht genügend geeignete Laichplätze vorhanden sind. Die Aufgabe gehört zum jährlichen Pflichtprogramm des Vereins. Erstmals legte in diesem Jahr Alexander Gottschlich Hand mit an. Die Jungfische kommen aus einer Zucht in Heidelsheim, sind an die Mineralienzusammensetzung des regionalen Wassers angepasst und entwickeln sich deshalb besser, sagt Lohse. Die offizielle Bezeichnung „Bachforellen-Vorsömmerlinge“ deklariert Fische, die zwei bis drei Zentimeter lang und zwischen ein und zwei Gramm schwer sind. Beim Aussetzen an vier Stellen werden die mit reinem Sauerstoff aufgefüllten Kunststoffsäcke zunächst zum Temperaturausgleich ins Pfinzwasser gelegt. Dann wird langsam das Transportwasser mit Pfinzwasser gemischt, um einen Temperaturschock der Fische zu vermeiden. In die Pfinz entlassen, suchen die Mini-Bachforellen sofort geschützte Stellen unter Steinen oder in Ritzen der Uferbefestigung auf. Die Renaturierung der Pfinz unterhalb der Schnellermühle in Berghausen stellt diesbezüglich mit vielen natürlichen Unterschlupfmöglichkeiten ein enorm verbessertes Lebensumfeld dar, meint Lohse. Das Wachstum der Fische ist maßgeblich vom Nahrungsangebot im Gewässer abhängig. In der Pfinz gibt es viele Bachflohkrebse. Sie sind Hauptnahrung der Forellen und zugleich ein Indikator für die Gewässergüte. Das Schonmaß der Bachforellen setzt das Fischereigesetz fest. Es besagt, dass die Fische dem Wasser nur entnommen werden dürfen, wenn sie eine Mindestlänge erreicht haben. Das Schonmaß kann aber, wie vom Anglerverein, nach oben korrigiert werden. Auch soll die Schonzeit für Bachforellen zwischen dem 1. Oktober und dem 1. März dazu beitragen, dass diese ihrem Laichgeschäft nachgehen können. Realität ist aber auch, dass von den eingesetzten Vorsömmerlingen gerade einmal zehn Prozent Längen von über 30 Zentimeter erreichen. Das liegt am Fressverhalten von Eisvogel, Kormoran und Reiher, aber auch an „Schwarz-Fischern“, die sich weder an Schonmaße noch an Schonzeiten halten.



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