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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 16.12.15 , :01 Uhr , gültig bis Mi. 06.01.16

Weihnachts- und Neujahrsgruß 2015/2016 vom Landrat des Landkreises Karlsruhe Dr. Christoph Schnaudigel

Liebe Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises Karlsruhe,

kein Thema hält uns derzeit so in Atem wie der anhaltende Zustrom von Flüchtlingen. Allen Menschen, die dem Landkreis tagtäglich zur Unterbringung zugewiesen werden in Gemeinschaftsunterkünften ein Obdach zu geben beanspruchte unsere Kräfte aufs Äußerste - und das wird aller Voraussicht nach auf absehbare Zeit auch so bleiben. Ich bin sehr froh, hierbei auf das Entgegenkommen aller 32 Städte und Gemeinden bauen zu dürfen. Im gemeinsamen Schulterschluss ist es gelungen, bislang rund 5.000 Flüchtlinge menschenwürdig unterzubringen, ohne auf Turnhallen oder gar Zeltstädte zurückgreifen zu müssen. Im Gegenzug dürfen die Kommunen mit der Unterstützung des Landkreises rechnen, wenn sie die Menschen nach Verlassen der Unterkünfte vor Ort unterbringen müssen. Ein großes Kompliment gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Landkreisverwaltung, in den Rathäusern und insbesondere auch den Polizeikräften, die äußerst professionell ihre Arbeit erledigen. Tiefe Dankbarkeit empfinde ich für alle Bürgerinnen und Bürger, die die hauptamtlichen Kräfte ehrenamtlich unterstützen. Die Unterbringung ist aber nur eine Teilaufgabe: Nur wenn es gelingt, die Menschen, die bei uns bleiben tatsächlich auch zu integrieren, werden wir die Herausforderung erfolgreich meistern. Das beginnt von der Sprachförderung, geht über die Vermittlung von schulischen Kompetenzen bis zur beruflichen Qualifizierung zur Ausübung einer Arbeit. Die Bandbreite verdeutlicht die Dimension und verpflichtet nicht allein Politik und Verwaltung, sondern die gesamte Gesellschaft. Gleichwohl nehme ich jeden Einzelnen ernst, der sich angesichts der vielen fremden Menschen, die schon bei uns sind und noch weiter kommen werden, Sorgen macht. Wir erleben eine historische Zeitenwende als Folge der globalisierten Welt, in der Grenzen abgebaut wurden und weltumspannende Kommunikationsnetze alle Völker miteinander verbinden. Einfache Lösungen oder Patentrezepte gibt es nicht, wer sie verspricht, führt in die Irre. Andererseits ist es auch klar, dass Deutschland alleine die Probleme nicht lösen kann. Jetzt müssen sich die europäische Gemeinschaft und die internationalen Allianzen bewähren. Nur sie können die Fluchtursachen bekämpfen. Aber wir an der Basis können auch unseren Beitrag leisten: In dem wir den europäischen und internationalen Gedanken hochhalten, wie das jede Stadt und jede Gemeinde sowie der Landkreis selbst mit seinen vielfältigen Partnerschaftsbeziehungen tut. Aber auch, in dem wir offen auf die Menschen zugehen, die in Verzweiflung und mit großen Hoffnungen zu uns kommen und ihnen eine Perspektive bieten; nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass unsere alternde und schrumpfende Gesellschaft auf Zuzug angewiesen ist. Gleichzeitig erwarten wir von allen, die Zuflucht und Schutz bei uns suchen, dass unsere Gesetze und Werte respektiert werden. Ich bin bereit, mich den Herausforderungen zu stellen. Der Kreistag hat mich am 23. Juli mit großer Mehrheit für weitere acht Jahre in meinem Amt bestätigt. Für dieses überwältigende Votum möchte ich mich an dieser Stelle nochmals bei allen Kreisrätinnen und Kreisräten sehr herzlich bedanken. Die gute Zusammenarbeit im Kreistag macht mich zuversichtlich, dass wir auch schwierige Aufgaben meistern können – übrigens nicht nur die Flüchtlingssituation! Keinesfalls dürfen die vielen anderen Bereiche ins Hintertreffen geraten, für die wir zuständig sind und denen wir uns mit Leidenschaft und Augenmaß widmen, sei es bei der Verbesserung der Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur, bei der Abfallwirtschaft, im Natur und Umweltschutz, bei der Bildung und natürlich im sozialen Bereich.

Ich möchte Sie deshalb an der Schwelle zum neuen Jahr ermuntern: Engagieren Sie sich, machen Sie mit! Auf Ebene der Kommunalpolitik, aber auch im Bereich der Kirchen, der Freiwilligen Feuerwehren, der Hilfs- und Rettungsdienste, in Vereinen, Verbänden, Institutionen, Organisationen und Initiativen – aktuell insbesondere bei der Flüchtlingshilfe. Und nicht zu vergessen die Bereiche, die abseits des Rampenlichts stehen, zum Beispiel bei der Betreuung von Kranken und Behinderten oder der Begleitung von Sterbenden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine friedvolle und besinnliche Weihnachtszeit, frohe Festtage und ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2016.





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