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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Di. 03.11.15 , gültig bis Mi. 11.11.15

Pfinztaler Seniorenakademie: Zucker – süße Verführung, krankmachendes Gift

Text: Christian Mittelstraß

Der Zucker, ein wichtiger Brennstoff in unserer Nahrung, aber auch ein gefährliches Gift stand im Mittelpunkt eines Vortrags in der Seniorenakademie. Behandelt wurde das besonders für ältere Menschen aktuelle Thema von Professor Liebwien Goßner, Klinikdirektor am Städtischen Klinikum Karlsruhe. Schon in unseren Genen ist angelegt, dass Zuckergenuss in unserem Gehirn Glücksgefühle und Lust auf Mehr auslöst. Und das ist, wie der einleitende Film und die Ausführungen des Referenten aufzeigten, gefährlich. Denn ein Übermaß an Zucker kann unser Körper mit dem den Zuckergehalt im Blutkreislauf steuernden Hormon Insulin der  Bauchspeicheldrüse nicht verkraften. Die Folgen einer Überzuckerung im Blut sind schlimm, und viele, besonders ältere Menschen leiden darunter. Genannt seien hier die weit verbreitete Alterszuckerkrankheit Diabetes mellitus Typ2 mit ihren verheerenden Auswirkungen bis zu Erblindung,  Amputation von Gliedmaßen und vorzeitigem Tod. Aber auch Übergewicht (Adipositas) mit seinen negativen Folgen für Herz und Kreislauf gehören dazu. Und vorhandene Krebszellen haben einen großen Hunger nach Zucker; wie Professor Goßner hervorhebt. Zuviel Zucker fördert demnach diese Erkrankung. Jeder Deutsche verbraucht im Jahr 40 kg Zucker. Das sind 90 g pro Tag, 10 bis maximal 40 g je nach Körpergewicht wären akzeptabel. Gefährlich ist, dass in vielen Lebensmitteln, vor allem Fertigprodukten, Softdrinks und Genussmitteln versteckt übermäßig Zucker enthalten ist. 25 g Schokolade entsprechen 4 Stück Würfelzucker, und auch Obst enthält Zucker, ein Apfel 14 g Fruchtzucker. Auch dies ist bei der täglichen Nahrungsaufnahme nicht zu vernachlässigen. So sollte man Müsli mit Obst ohne Zuckerzusatz selbst anrichten statt vorgezuckerte Fertigprodukte verwenden, so die Empfehlung. Es geht also darum, den Zuckerkonsum in unserem Alltag zu begrenzen. Zucker bewirkt Glücksgefühle und weckt angenehme Erinnerungen. Das hält aber nur kurz an und kann süchtig machen. Häufiger Genuss macht aber krank. Neben einer gesunden zuckerkontrollierten Ernährung ist körperliche Bewegung, dabei auch Ausdauer- und Krafttraining, wichtig zur Vorbeugung und Prävention von Diabetes Typ2 und Insulinresistenz. Man sollte das auf Dauer einüben. Nicht zu vergessen: Bewegungstraining vermindert auch Depressionen. Bei der Diagnose und Behandlung von Diabetes Typ 2 ist der Langzeitzuckergehalt (3 Monate)  im Blut, der Hämoglobin A1c Wert, von entscheidender Bedeutung. Er sagt mehr aus als gelegentliche, momentane  Schnelltests. Diese können stark schwanken und sind nach einer Mahlzeit bis/um 200 tolerabel. Empfohlen ist ein Wert 140 zwei Stunden nach dem Frühstück. Beim Langzeitwert HgA1c empfiehlt Professor Goßner bei Senioren ab 60 Jahren einen Wert 6,5 bis 7,5 als akzeptabel. Ab einem Wert ab 8 ist eine medikamentöse Behandlung angezeigt. Insgesamt zeigte sich der Karlsruher Facharzt bei der Eingrenzung  therapeutischer Maßnahmen großzügig. Er warnte auch vor zu starker Medikament-bedingter Reduzierung des Blutzuckers, die zu einer, besonders für Senioren, gefährlichen Unterzuckerung (Hypoglykämie) führen kann. Der übermäßige Zuckergenuss in unserer  Gesellschaft ist ein Phänomen, dem bewusst begegnet werden muss. Ein gesunder Lebensstil mit fettmoderater, ballaststoffreicher, zuckerarmer Ernährung und regelmäßiger Bewegung ist das beste Mittel gegen die Volkskrankheit Diabetes. „Sitzen ist eine tödliche Aktivität“.

Mit dem Zuruf “Rührt euch!“, verabschiedete  sich Professor Goßner von seinen vielen interessierten Zuhörern.





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