Gemeinde Pfinztal · Hauptstr. 70 · D-76327 Pfinztal · Tel. 07240 62-0 · Fax 07240 62-199 · info@pfinztal.de · www.pfinztal.de

A+   Vollversion   Light-Version   Hilfe


Branchenverzeichnis Pfinztal

Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Di. 25.08.15 , gültig bis Mi. 02.09.15

Die Renaturierung der Pfinz geht voran – neun kleine Buchten werden neu gestaltet

Vor etwa 70 Jahren wurde die Pfinz aus Hochwasserschutzgründen zu einem Regelprofil ausgebaut und begradigt. Das einst gewundene und strukturierte Gewässerbett verlor dadurch seine Naturnähe. Idyllen gingen verloren, Nüchternheit und Sicherheit bei Hochwasser hatte Vorrang. Im Rahmen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie ist bei solchen Gewässern der gute ökologische Zustand wieder herzustellen. Ein wesentlicher Bestandteil hierfür ist die Verbesserung der Gewässermorphologie.

Die Renaturierung der Pfinz auf rund 400 Meter Länge zwischen der Schnellermühle und den kleinen Stromschnellen bei der Friedensbrücke auf Gemarkung Berghausen, die derzeit durchgeführt wird, gibt dem Flüsschen nun wieder ein neues Gesicht. Noch wird am und im Bachbett gearbeitet, die völlige Umgestaltung ist aber bereits deutlich erkennbar. Die trapezförmige hoch angelegte Uferböschung blieb erhalten, ansonsten aber wurde alles neu und naturnah modelliert. Mit dem Abtransport von 1.500 Kubikmetern Erde und Mutterboden wurde Platz gemacht für Fein-, Grob- und Schotterkies. Tonnenschwere Kalkblocksteine, dazu die Wiederverwendung bisheriger Böschungssteine und Wurzeln gerodeter Bäume, sind die weiteren Zutaten für ein neues Bachbett. Als dessen Gestalter tragen Jürgen Lehrer als Polier und Samuel Notheis die Verantwortung. Die beiden Spezialisten einer Fachfirma aus Karlsdorf-Neuthard sind mit Bagger und Radlader zugange. Dabei ist viel Feingefühl gefragt, ebenso Kreativität und Fantasie wenn es gilt, die Planvorgaben eines Fachbüros in Einklang mit dem Regierungspräsidium als Auftraggeber zu realisieren. Bis jetzt sei er sehr zufrieden, sagt Jürgen Lehrer und zeigt auf die „neue“ Pfinz: In einer Abfolge von Flussschlingen entstanden neun kleine Buchten und ebenso viele gegenüberliegende Landmassen, die ins Wasser reichen, dazu zwei Inseln und Unterstände für Fische und Wassergeflügel. Stellenweise wurden Rinnen bis ein Meter Tiefe gegraben, und durch die Kombination von Buntsand- und Kalksteinen sowie Baumwurzeln Ruhe- und Laichplätze für den vom Anglerverein Forelle Pfinztal gehegten Fischbesatz geschaffen.

Die Tief- und Wasserbauarbeiten kommen gut voran, noch ist eine Bucht mit schwerem Gerät zu formen. Was weiter in diesem Gewässerabschnitt fehlen wird, ist der Voruferweg hin zu den Spechwiesen; er wurde als Baustellenzufahrt für das nun schlängelnde Flüsschen benötigt.

In Normalzeiten ist die Pfinz ein ruhiges Gewässer, dazu ist sie eher gradlinig, weil reguliert. Jetzt aber kommt auf 400 Metern wieder Leben in ihren Lauf, und bei Hochwasser werden trotz aller wichtiger Vorkehrungen gegen Ausschwemmungen Veränderungen im Aussehen nicht ausbleiben. Dann werden die großen Wassermengen das jetzt vom Bagger angelegte naturnahe Gesicht der Pfinz in ihrem Sinn weiter gestalten.





Zurück