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Branchenverzeichnis Pfinztal

Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 22.07.15 , 9:00 Uhr , gültig bis Mi. 29.07.15

Wir alle sind gefragt und gefordert

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

der Flüchtlingsstrom nach Deutschland hält unvermindert an; die Prognosen zur Zahl der Asylanträge 2015 wird vom Bundesamt für Migration ständig nach oben korrigiert.
Diese Entwicklung wirkt sich auch auf unsere Gemeinde aus, da die Flüchtlinge nach ihrer Unterbringung in den Erstaufnahmestellen bzw. den Gemeinschaftsunterkünften in der sogenannten Anschlussunterbringung auf die Kommunen verteilt werden. Betroffen davon sind alle Städte und Gemeinden, Ausnahmen gibt es nicht. Das gemeinsame Bestreben von Verwaltung und Gemeinderat ist es daher, die Flüchtlinge in unserer Gemeinde menschenwürdig unterzubringen. In Söllingen sind beispielsweise bereits vier gemeindeeigene Gebäude und ein Mietobjekt mit Flüchtlingen und Wohnungslosen belegt. In Berghausen werden momentan neue Wohncontainer aufgestellt; zusätzlich errichtet der Landkreis eine Gemeinschaftsunterkunft für 180 Personen.
Vor diesem Hintergrund sucht die Gemeinde Pfinztal bereits seit Monaten auf dem privaten Wohnungsmarkt nach passenden Miet- oder Kaufobjekten. Uns war und ist es dabei wichtig, die Flüchtlinge durch eine dezentrale Unterbringung möglichst gerecht auf unsere Ortsteile zu verteilen. Ohne ein ausreichendes Belegungspotenzial müssten in letzter Konsequenz sogar Hallen geschlossen werden, um die Menschen unterzubringen. Vor diesem Hintergrund hat die gemeindeeigene Kommunale Wohnbaugesellschaft Kaufverhandlungen für ein Objekt in Kleinsteinbach aufgenommen.
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass unsere Bevölkerung über Planungen informiert wird. Im Fall des geplanten Grundstückskaufs war diese Information für den Zeitpunkt nach dem Grundstückserwerb vorgesehen. Zum möglichen Kaufobjekt kann an dieser Stelle und zum jetzigen Zeitpunkt nur so viel gesagt werden, dass bis zu 40 Personen in fünf Wohneinheiten unterkommen könnten.

Liebe Pfinztalerinnen und Pfinztaler,

Anlass für diese persönlichen Worte sind die Entwicklungen in den letzten Tagen. Wir denken an den entsetzlichen Brand einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Remchingen, an eine Unterschriftenaktion gegen die Unterbringung von Flüchtlingen im geplanten Objekt in Kleinsteinbach, an die vor Ort in Umlauf gebrachten anonymen Informationen gegen dieses Vorhaben und an die offenen und versteckten Repressalien gegenüber dem möglichen Verkäufer.

Unsere Bitte richtet sich an alle Mitbürgerinnen und Mitbürger,
gemeinsam die gesellschaftliche Verantwortung zur Unterbringung der Flüchtlinge zu tragen und die Aufnahme dieser Menschen in Not positiv zu begleiten. Setzen wir gemeinsam ein Zeichen dafür, dass Pfinztals Bevölkerung nicht fremden- und flüchtlingsfeindlich, sondern gastfreundlich und hilfsbereit ist.
Wie bereits gesagt ist jede Gemeinde von dieser Entwicklung betroffen, auch Pfinztal. Machen wir uns deshalb gemeinsam Gedanken, wie wir die Menschen in unsere Dorfgemeinschaften integrieren können. Für jede hilfreiche Anregung und für jeden konstruktiven Vorschlag sind wir dankbar.

Wir vertrauen darauf, dass uns dies zusammen gelingen wird.


Nicola Bodner                            Der Gemeinderat
Bürgermeisterin                         der Gemeinde Pfinztal





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