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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 22.07.15 , gültig bis Mi. 29.07.15

Mahn- und Gedenkstätte: Das Ostkreuz auf dem Söllinger Friedhof

70 Jahre Vertreibung

„Herr geleite uns heim“, der Spruch des Ostkreuzes, das am 05.11.1950 feierlich auf dem Friedhof in Söllingen eingeweiht wurde, drückt die Sehnsucht nach der alten und auch der ewigen christlichen Heimat aus

Das Jahr 1945 bedeutete für 12 bis 14 Millionen Deutsche Flucht und Vertreibung. Manchmal nur mit einem Koffer und etwas Kleidung in der Hand, manchmal nur die Erinnerung, das war alles, was den Menschen aus ihrer alten Heimat blieb. Viele von ihnen flohen schon in den letzten Kriegsmonaten aus Schlesien, Ostpreußen, Pommern oder dem Sudetenland vor der Roten Armee. Im Sommer 1945 einigten sich die Alliierten dann auf die Zwangsaussiedlung von Deutschen aus Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn. Nach Flucht oder Vertreibung mussten die entwurzelten Menschen mit einem völlig neuen Leben fertig werden.

Ende 1945/Anfang 1946 kamen die ersten Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten in Söllingen an. Die Vertriebenen aus dem Sudetenland/der Tschechoslowakei auf direktem Weg, die aus Ungarn und die Jugoslawiendeutsche auf dem Weg über Österreich. Ungefähr 600 Menschen, zumeist Frauen und Kinder, wurden in Turnhallen und Schulgebäuden untergebracht, bevor ihnen einzelne Räume in Häusern zugewiesen wurden. Die Männer folgten ihren Familien Monate oder Jahre später, nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft. Durch die Eingliederung in den Arbeitsprozess und in das gesellschaftliche Umfeld verbesserte sich ihre Lebenssituation; sie konnten eigene Wohnungen beziehen und Eigenheime erbauen, wie in der „Siedlung“ in der Reetzstraße. Das Kreuz auf dem Söllinger Friedhof war und ist deshalb für die Söllinger Heimatvertriebenen ein Stück Erinnerung an die alte Heimat.

Foto: Herbert Reif





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