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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 29.04.15 , gültig bis Mi. 06.05.15

50 Jahre „neue“ Schule in Kleinsteinbach

Änderung der Schullandschaft mit Folgen - Vielseitige Nutzung des neuen Schulgebäudes

Das Kleinsteinbacher Schulgebäude feiert 50. Geburtstag. 1962 bis 1964 wurde der Bau von der Gemeinde Kleinsteinbach unter höchsten finanziellen Anstrengungen für den Gemeindehaushalt auf der Anhöhe im Gewann „Baumschulwiesen-Mehläcker“ errichtet. „Das Schulgebäude zeichnet sich durch seine ruhige, über den Ort gerückte Lage, bei geringer Entfernung zum Mittelpunkt Kleinsteinbachs aus“, ist damaligen Protokollen zu entnehmen. Bautechnische Schwierigkeiten – der Sandsteinuntergrund bereitete Probleme – mussten beim Bau an der steil abfallenden, windschiefen Hanglage überwunden werden und führten zu einer langen Bauzeit. Nach Vorstellung des Architekten, Prof. Dr. Karl Heinz Stocker, Pforzheim, sollte sich die Schule „wie eine Krone“ über den Ort erheben. Dazu sollten sich die in der Farbe der ziegelroten Dachlandschaft Kleinsteinbachs gehaltenen Baukörper ins Gesamtbild einpassen. Die „Krone“ wurde sehr teuer und kostete schließlich, weit über den Ansatz hinaus, fast 2,8 Millionen DM. Der erste Spatenstich erfolgte am 9.Januar 1962, die Grundsteinlegung fand am 13. Oktober 1962 statt, und bei der Einweihung am 7. November 1964 würdigte Landrat Groß: „Unter Zurückstellung anderer, notwendiger gemeindlicher Projekte wurde hier für die Jugend eine vorbildliche Leistung erbracht“. Das Raumprogramm ging bei acht Klassenräumen und einigen Fachräumen, dem Verwaltungsteil, einer kleineren Turnhalle und einer Aula mit Bühne von einer Schülerzahl bis 300 aus. Nach der Umbenennung der Volksschule durch das Hamburger Abkommen wurde sie 1966 als Grund- und Hauptschule weitergeführt. Unter der Schulleitung von Günter Weimann wurden hier auch ein Jahrzehnt lang (1966 bis 1976) Mutschelbacher Hauptschüler unterrichtet. 1971 gab es mit 373 Schülern, darunter 85 Mutschelbacher, in 13 Klassen von 17 Lehrern unterrichtet, den höchsten Schülerstand überhaupt, ist den Schulakten zu entnehmen. Damit war das Schulgebäude sogar überbelegt. Dazu trug auch anfangs der 70er-Jahre die zeitweilige zusätzliche Einquartierung von Gymnasialklassen des damals entstehenden Bildungszentrums in Berghausen bei. Da die Mutschelbacher Schüler wegen der Gemeindefusion zu Karlsbad ab dem Schuljahr 1976/77 sich nach Langensteinbach orientierten, reichten die Schülerzahlen nicht mehr zur Aufrechterhaltung einer Hauptschule aus. Ihre Auflösung war trotz massiver Rettungsversuche nicht mehr aufzuhalten. So wurde die Kleinsteinbacher Schule seitdem unter den Schulleitern Kurt Kußmaul und Thomas Klee nur noch als Grundschule geführt. Es besteht im Rahmen der „verlässlichen Grundschule“ auch das Angebot der Kernzeitbetreuung und, wie in den anderen Pfinztalorten, auch eine Hortbetreuung. Platz im Schulgebäude war bei den verbliebenen vier Grundschulklassen vorhanden, so dass andere schulische Nutzer aufgenommen wurden. Die Hauptschule in Söllingen, wohin die Kleinsteinbacher Hauptschüler dann gingen, litt ebenfalls unter Raumnot und lagerte ihre Klassen 5 und 6 einige Jahre nach Kleinsteinbach aus. Außerdem wurde Kleinsteinbach auch Zentrale der Grundschulförderklassen mit Schülern aus Gesamt-Pfinztal und Walzbachtal. Bis zum vergangenen Jahr waren auch Gymnasialklassen der Aloys-Henhöfer-Schule, die sich am Ort zusätzlich entwickelte, mit Zustimmung der Gemeinde ständige Nutzerin der „Grundschule“. Schließlich ist eine Gruppe des benachbarten Kindergartens „Unterm Regenbogen“ seit über einem Jahrzehnt Dauergast. Neben der schulischen Nutzung nehmen auch örtliche Vereine das Raumangebot dankend an, so der Arbeitergesangverein seit Jahrzehnten für seine Chorproben, der Seniorentanzkreis für seine Übungsstunden, Sportvereine die Turnhalle für ihr Training oder auch andere Vereine die Aula für Gemeinschaftsveranstaltungen. Einiges Geld hat die Gemeinde Pfinztal in den letzten Jahrzehnten in den Erhalt und die Verbesserung der Schulgebäude investiert, so dass man der Schule eigentlich ihr „fortgeschrittenes“ Alter kaum ansieht.

Text: Karl-Heinz Wenz





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