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Branchenverzeichnis Pfinztal

Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 26.11.14 , gültig bis Mi. 03.12.14

Aus der Arbeit des Arbeitskreises „Klimaschutz und Energie“

Heute zum Thema: Energiegewinnung aus Abfällen im Landkreis Karlsruhe und der Gemeinde Pfinztal:

Wertvoller Müll aus Pfinztal

Jede Woche verschwinden riesige Mengen Abfall in den großen Bäuchen der Müllautos, Abfälle die wir zwei Wochen lang in unseren großen und kleinen, grauen oder grünen Mülltonnen gesammelt haben, getrennt in Restmüll und Wertstoffe. Zusätzlich werden Massen von Sperrmüll abgeholt, wobei sich oft ganze Wohnungseinrichtungen darunter befinden. Ständig steigen die Mengen an Grün- und Astschnitt sowie an Altpapier und Kartonagen, die am Bauhof abgeliefert werden. Auch die Industriebetriebe und das Gewerbe in Pfinztal haben große Mengen Abfall zu entsorgen. Hinzu kommen die Sammlungen von Altglas und Schadstoffen. All diese Aufgaben erledigt der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Karlsruhe. In seinem Bericht über das Jahr 2013 ist aufgelistet, dass insgesamt 426.194 Tonnen Abfall eingesammelt und angeliefert wurden, und dass diese Menge gegenüber dem Vorjahr um 5.000 Tonnen angestiegen ist. Der Abfallwirtschaftsbetrieb erfasste im vergangenen Jahr mit den grünen Wertstofftonnen 5.300 t Wertstoffe als Gemisch, das in der Sortieranlage in Bruchsal getrennt wurde in Leichtverpackungen (Kunststoffe), Altpapier, Pappe und Kartonagen, Altglas und Metallschrott. Diese Stoffe werden der Wiederverwendung in der Industrie zugeführt. Dem Rest aus der Sortieranlage werden brennbare Stoffe entzogen, aus denen ein Ersatzbrennstoff hergestellt wird, der an Industriebetriebe, Zement- und Heizwerke geliefert wird. Dort wird er in speziell dafür geeigneten Anlagen verbrannt, um Wärme zu erzeugen. Auch hölzerner Astschnitt und die großen Mengen Holz aus den Sperrmüllsammlungen gehen diesen Weg und werden nutzbringend verbrannt. Was danach noch in der Sortieranlage übrig bleibt, wird zusammen mit dem Müll aus den grauen Tonnen zum Müllheizkraftwerk in Mannheim transportiert. Dort verbrennt alles, was brennbar ist und erzeugt Wärme, mit der Dampf und Strom erzeugt werden. Der Strom wird in das Stromnetz eingespeist, der Dampf wird als Prozesswärme an örtliche Industriebetriebe geliefert. Diese vielfältigen Bemühungen des Abfallwirtschaftsbetriebs zur Verbrennung unseres Abfalls liefern insgesamt eine Wärmenergie, die dem Heizwert von 27.300Tonnen Heizöl entspricht. Diese Wärmeenergie hat einen Marktwert von rd. 33 Millionen Euro. Wichtig ist dabei auch die Tatsache, dass dadurch 83.000 Tonnen Kohlendioxid nicht in die Atmosphäre abgegeben werden, was geschehen würde, wenn dafür fossile Brennstoffe verbrannt würden.

Die 18.000 Einwohner Pfinztals sind im Verhältnis zur Einwohnerzahl des Landkreises mit 4,2 % an diesem Müllaufkommen beteiligt. Das bedeutet, dass 17.900 Tonnen Müll aus Pfinztal stammen, rund eine Tonne pro Kopf. Die aus dem Pfinztaler Müll gewonnene Wärmenergie entspricht dem Heizwert von 1,37 Millionen Liter Heizöl und erspart den Ausstoß von rd. 3.500 Tonnen Kohlendioxid.

Neben den Erlösen aus dem Verkauf der aussortierten Sekundärrohstoffe werden von dem Abfallwirtschaftsbetrieb 42.000Tonnen Altpapier sortenrein erfasst und verkauft. Da in Pfinztal Altpapier auch von Vereinen gesammelt wird, die damit ihre Arbeit finanzieren, und darüber hinaus auch gewerbliche Unternehmen Altpapier einsammeln, könnte diese Menge deutlich größer sein.

Diese so positive Bilanz des Abfallwirtschaftsbetriebs sollte jedem Bürger klar machen, dass die heute praktizierte Müllsammlung und -verwertung Sinn macht und einem guten Zweck dient, und sie sollte ihn veranlassen, aktiv daran mitzuwirken, indem er alle seine Abfälle in die grauen und grünen Tonnen wirft. Ohne die hier beschriebenen Erlöse aus der Müllverwertung müssten die Müllgebühren deutlich erhöht werden.

Agenda 21 Arbeitskreis Klima und Energie Pfinztal; E. Hoffmann , G. Lemberg und U. Renz





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