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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 23.07.14 , gültig bis Mi. 30.07.14

Die „Galerie unter freiem Himmel“ beeindruckt immer noch

Die Skulpturenweg-Führung brachte auch Anregungen

13 Jahre ist der „Skulpturenweg“ in Kleinsteinbach bereits „in Betrieb“. Einiges hat sich seit seinen Anfängen schon geändert – zum Guten und weniger Positiven. Mit einer Führung unter Leitung von Wolfgang Kröner, Hauptamtsleiter im Rathaus Pfinztal, bot die Gemeinde als Träger der Einrichtung wieder einmal Gelegenheit, über die „Galerie unter freiem Himmel“, wie der Weg entlang des Bocksbachlaufs auch genannt wird, Näheres zu erfahren oder auch Anregungen vorzubringen. Die gewaltige Sommerhitze wird es in erster Linie wohl gewesen sein, dass sich die Teilnehmerzahl bescheiden hielt. Darunter aber auch ein Ehepaar aus Karlsruhe-Grünwinkel, das den Skulpturenweg als seinen Lieblingsspazierpfad bezeichnet und hier gerne immer wieder vorbeischaut. Vor dem Start beim „Adler“ in den Objektweg ließ Wolfgang Kröner zunächst einen Blick zum ca. 80 Meter entfernten Kreisel an der B 10 in der Ortsmitte werfen, wo ebenfalls ein Kunstobjekt den hier zahlreichen, meist motorisierten Passanten durch die exponierte Lage und Form ins Auge fällt. Die Stahlskulptur „Polyeder“ thront hier auf der kleinen Anhöhe umgeben von vielen Rosensträuchern seit fünf Jahren. Fünf Meter hoch ist das Gebilde aus Stahl, konzipiert vom österreichischen, im französischen Lyon wohnhaften Künstler Marcus Strieder, erläutert W. Kröner. Gegossen und geschmiedet wurde es in der örtlichen Edelstahlschmiede Rosswag, die die Finanzierung ebenso mittrug wie die Kulturstiftung der Sparkasse Karlsruhe. „Das Objekt besteht aus vier Teilen wie die Gemeinde Pfinztal selbst und hat auch eine gemeinsame Achse“, ergänzt Kröner. Beim Polyeder sind die vier gewichtigen Quader, 15 Tonnen insgesamt, individuell drehbar; das Ganze erforderte eine schwierige Statik. Parallelen zur Gemeindesituationen seien durchaus denkbar. Natur und Kunst nicht weit weg vom Lärm der Bundes- und Landstraße geradezu idyllisch zu verbinden, sei das Anliegen des Skulpturenweges gewesen und die Lösung sei bis heute anerkannt. Dazu trage in erster Linie die erhaltene Schönheit des Bocksbaches bei, „wenn nicht gerade Hochwasser herrscht“. Kröner erinnerte an die Anfänge um die Jahrtausendwende, als in der Gemeinde wenig Raum für Kunst und Kultur zur Verfügung stand. 160 Erstbewerbungen an Ausstellungsobjekten seien eingegangen; 2001 wurde der Weg eingeweiht. Eine Jury hatte 27 Objekte zur Bestückung des Weges ausgewählt. Ursprünglich war die Ausstellung nur für ein Jahr konzipiert, heute ist der Weg bereits fester Bestandteil in der Gemeinde. Auch sei die anfänglich teilweise vorhandene Skepsis der Bevölkerung einem Wohlwollen gewichen. Die vorhandenen Objekte sind zum Teil auf Leihbasis durch Künstler zur Verfügung gestellt, die meisten aber im Besitz der Gemeinde, wobei die Kulturstiftung der Sparkasse eine große finanzielle Hilfe sei. Seit 2005 gebe es auch einen Förderverein, dessen Aktivitäten aber gering geworden seien. Die Vergänglichkeit ist einigen Objekten nach über einem Jahrzehnt anzumerken, wie beim Rundgang fest-gestellt wurde. Andere sind auch ganz verschwunden, auch durch neue ersetzt worden. Unterschiede gibt es bei den verwendeten Materialien wie Holz, Stahl und andere Metalle, Sandstein oder Beton. Ein deutlicher Wunsch ging von den Teilnehmern an die Gemeinde, den Skulpturenweg nicht nur zu erhalten, sondern möglichst auch mit neuen Objekten auszustatten, „um Kunst in den Ort, zu den Menschen zu bringen und dies an Stellen schöner Natur“.

Zum Abschluss besuchte die Gruppe das Atelier der Künstlerin Hedda Brahms in der Nähe des Skulpturenweges. Hier hat diese ein anregendes Refugium mit Garten in Hanglage geschaffen, wo sie einen Teil ihrer Skulpturen, meist in Formen, die der Natur nachempfunden sind, ausgestellt hat.

Text und Foto: Karl-Heinz Wenz





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