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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 07.05.14 , gültig bis Mi. 14.05.14

725 Jahre Wöschbach

Im 40. Jahr von Pfinztal feiert Wöschbach sein 725-jähriges Bestehen mit einem zweitägigen Fest - Veranstaltung war ein Zeichen gelebter Solidargemeinschaft

Das haben sich die Wöschbacher nicht nehmen lassen und ihren 725. Ortsgeburtstag mit einem Fest an zwei Tagen gebührend gefeiert, im Gegensatz zu einer Festwoche, mit der man 1989 die 700-Jahr-Feier beging. Viele Gäste kamen in die „Wohlfühloase hinter dem Heulenberg“, in das annähernd 3.000 Seelen zählende Dorf, das zwischen 1281 und 1297 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das Jahr 1289 als die Mitte war zum offiziellen Gründungsjahr erkoren worden. In der Festhalle im Unterdorf zapfte Ortsvorsteher Otmar Bittner mit drei Schlägen das Fass Freibier an, assistiert von Bürgermeisterin Nicola Bodner, die „725 Jahre Wöschbach“ als historischen Moment einstufte.

Frühzeitig war die Entscheidung gefallen, dem runden Ortsgeburtstag ein Podium zu geben. Im Festausschuss mit Otmar Bittner, Gebhard Oberle und Thomas Vogt liefen die Fäden zusammen. Es galt auf der Basis von Zusammenhalt eine Festivität zu organisieren. „Was Wöschbach beim Blick auf seine bewegte Geschichte ausmacht, ist die gelebte Solidargemeinschaft“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Fischer. „Wenn gefeiert wird, feiern alle“, stellte Werner Raab, der für den Wahlkreis zuständige CDU-Landtagsabgeordnete beim Blick auf das Programm mit Mitwirkenden aus allen vier Pfinztaler Ortsteilen fest. Als Beweis eines ausgeprägten Für- und Miteinander wertete Reinhard Hurst als Vertreter der Ortsvereine das Fest zum kleinen Dorfjubiläum. Dass ein solches zustande kam, war für Otmar Bittner im 40. Jahr der Gemeinde Pfinztal ein Zeichen von Solidarität über Wöschbach hinaus. Erst das Mitwirken von Institutionen, Vereinen, Sponsoren und 80 anpackende Mithelfern/-innen machte das unterhaltsame Geschehen möglich, das am Sonntagabend mit dem Wöschbacher Heimatfilm sowie einem Feuerwerk sein Finale fand. Auf der Bühne vor der gemalten Ortskulisse mit Pfarrkirche und Rathaus standen ein Dutzend „Ölfunzeln“, wie man die Wöschbacherinnen anno dazumal nannte, die ihre Erzeugnisse zum Verkauf in die Stadt trugen und frühmorgens mit Laternen losgingen. Der Frauenkreis der Katholischen Kirchengemeinde und die Freie Gymnastikgruppe in historischen Gewändern sangen das Ölfunzel-Lied (begleitet von Gerhard Ripp auf dem Akkordeon), das Wöschbach-Lied „Bei uns fühlt man sich wohl“ und das Pfinztal-Lied. Im Gedicht wurde auf die Besonderheit „ein Ort ohne Bahnhof und Gleise zu sein“ hingewiesen. „Wöschbach hat sich gut gehalten“, resümierte Urban Pfaff in der Rolle als Wöschbacher Ehrenjungfrau. Bei einem Vereinsquiz wurde das Ortswissen abgefragt. Was Vereine und Institutionen ausmacht und sie spezifiziert, stellten Akkordeonring, Gesangverein, Grundschule, Judoclub, Musikverein und Tischtennisclub ins Rampenlicht. Die Orchester der Musikvereine aus Berghausen, Kleinsteinbach und Söllingen spielten ebenfalls auf. Bei einem ökumenischen Gottesdienst wurde daran erinnert, dass Wöschbach bis 1803 zum Domkapitel Speyer gehörte, damit bayrisch war und danach zu einem bürgernahen und modernen badischen Dorf wurde.

Auf der Bühne vor der gemalten Ortskulisse mit Pfarrkirche und Rathaus standen ein Dutzend „Ölfunzeln“, wie man die Wöschbacherinnen gelegentlich heute noch nennt.

Dieser Name bezieht sich auf die Tätigkeit vieler Wöschbacherinnen noch in den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts, als sie sich in aller Herrgottsfrühe, also zu nächtlicher Stunde, mit vollen Körben und einer Ölleuchte auf den Weg in die Stadt begaben, um auf dem Markt ihre landwirtschaftlichen Produkte – unter anderem auch Öl – anzubieten.





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