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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Do. 20.03.14 , gültig bis Mi. 26.03.14

Karlsruhe und Region planen engere Zusammenarbeit mit Krasnodar in Russland

Aus Sozialpartnerschaft soll Wirtschaftspartnerschaft werden

Seit 1992 besteht vertraglich abgesichert eine Städtepartnerschaft zwischen Karlsruhe und der südrussischen Stadt Krasnodar. Nicht zuletzt durch vielfältige Aktivitäten und Veranstaltungen der Freundschaftsgesellschaft Karlsruhe-Krasnodar e.V. mit großzügiger Unterstützung durch die Stadtverwaltungen auf beiden Seiten entwickelte sich die Partnerschaft positiv, in erster Linie auf sozial-humanitärem und kulturellem Gebiet. Trotz vielfältiger Bemühungen und Interesse auf beiden Seiten konnten allerdings auf wirtschaftlichem Sektor bis heute keine erwähnenswerten Beziehungen geknüpft werden. Die engen Freundschaften auf manchen Gebieten und das gewachsene Vertrauen, die Kenntnis der Ansprechpartner und der Strukturen ermunterte in letzter Zeit immer mehr mittelständische Unternehmen der Region, dieses Potenzial auch deutschen Betrieben zugänglich zu machen und einen Markteintritt in Krasnodar zu erleichtern. Die Stadtverwaltung hat sich deshalb zusammen mit der Industrie- und Handelskammer und der Freundschaftsgesellschaft entschlossen, das Projekt „Wirtschaftskontakte“ zu starten mit dem Ziel, im Rahmen der Städtepartnerschaft wirtschaftliche Kontakte zwischen Unternehmen aus beiden Regionen herzustellen. Hierzu fand nun am Freitag eine Tagung der „Anreger“ mit Vertretern der Stadtverwaltung Krasnodar und interessierten Unternehmen der Region Karlsruhe in den Räumlichkeiten der Firma Edelstahl Rosswag in Pfinztal-Kleinsteinbach statt, für die Seniorchef Karlheinz Essig die zahlreichen Gäste begrüßte. Der Vorstand der Freundschaftsgesellschaft, Herbert Huber, skizzierte einleitend die auf ehrenamtlicher Basis ruhenden Bemühungen des Vereins. Bisher habe vor allem humanitäre Hilfe im Mittelpunkt gestanden, Austausche auf dem Bildungs- und Kultursektor wurden gepflegt und im Krankenhauswesen vieles in die Wege geleitet. Jetzt fehle noch die wirtschaftliche Seite, bedauerte er, sehe aber gute Chancen, dass sich auch hier etwas Positives entwickelt. Er begrüßte als Ansprechpartner den ersten und für Wirtschaftsfragen zuständigen Bürgermeister Alexander Mikheev und den „Urvater“ der Partnerschaft, Boris Staroselskij. Pfinztals Bürgermeisterin Nicola Bodner stellte ihre Gemeinde kurz vor und versicherte die Bereitschaft der Kommune, Kontakte auf wirtschaftlicher Ebene zu unterstützen und zu flankieren. Nach den üblichen, jährlich einmaligen Kontakten sei das jetzige erste Arbeitstreffen ein Meilenstein in den Beziehungen, bemerkte der Karlsruher OB Frank Mentrup, der sich eine Ausweitung der Sozial- zur Wirtschaftspartnerschaft wünscht. „Jetzt sind kleine Samenkörner gelegt, die Unternehmen nun gefordert, die Sämlinge zu pflegen“.

Alexander Mikheev stellte die 900.000 Einwohner-Metropole in der südlichsten Region der Russischen Föderation in Wort und Bild ausführlich vor. Sie zeichnet sich durch dynamisches Wachstum aus, bildet einen Verkehrsknotenpunkt mit guten Anschlüssen für Eisenbahnen, den Luftverkehr und Nähe zu Seehäfen. Die Wirtschaftsstruktur ist geprägt durch Handel und Industrie (Feinmechanik, Maschinenbau, Solarzellen). Sie sei ein attraktiver Standort für große Investitionsprojekte. Schon 400 Unternehmen mit ausländischer Kapitalbeteiligung sind angesiedelt. Er pries auch breite Vergünstigungen und Steuererleichterungen für Investoren. Er versprach, Interessenten von Rathausseite aus zu begleiten. Ansprechpartner soll der Verband der europäischen Wirtschaft sein. Beim Besuch der Karlsruher Abordnung zum Stadtgeburtstag im September könne eine Wirtschaftsdelegation empfangen werden. Die Geschäftsführer von Edelstahl Rosswag, Dr. Sven Donisi und Alexander Essig, stellten ihren Betrieb mit der Produktion hoch technisierter Nischenartikel und die Rolle des Mittelstandes in der globalisierten Welt vor. In den Erfahrungsberichten von Vertretern der Karlsruher Unternehmen Aluplast und Reepack wurde besonders deutlich, dass persönliche Kontakte und permanentes Nacharbeiten die Grundlage allen Erfolges bei Geschäftsbeziehungen mit Russland sind. „Haben Sie keine Scheu vor Kontakten“, stellten sie fest und sahen für die nächsten Jahre eine positive Entwicklung für Beziehungen. Der Freundeskreis erklärte sich bereit, für interessierte Firmen der Region ein Unternehmensprofil in Russisch zu erstellen und es der Krasnodar-Seite zu übergeben.

Foto: Fotografic / Steffen Hauswirth
Text: Karlheinz Wenz





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