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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 05.02.14 , gültig bis Mi. 12.02.14

Paul Gromer als Dekan und Pfarrer in Kleinsteinbach in großem Rahmen verbschiedet

„Ein Meister des aufbauenden Wortes“

Eine Ära mit weitreichenden Auswirkungen auf vielen Ebenen geht im Evangelischen Kirchenbezirk Alb-Pfinz und in der Kirchengemeinde Kleinsteinbach zu Ende, wertvolle Erinnerungen aber bleiben: Dekan und Gemeindepfarrer Paul Gromer nimmt mit Erreichen der Altersgrenze Abschied von seinen Tätigkeitsbereichen und geht 65-jährig in den Ruhestand.

Bei einem würdigen Abschiedsgottesdienst, der in besonderer Weise der Person Paul Gromer gerecht wurde, war die Thomaskirche nicht nur bis auf den letzten Platz gefüllt, sondern darüber hinaus wurde durch eine Übertragung in Bild und Ton in die Aloys-Henhöfer-Schule weiteren Besuchern die Möglichkeit geboten, am Gottesdienst teilzuhaben.

Von einer Zäsur für den Bezirk Alb-Pfinz, der durch eine Strukturreform in eine neue Gestalt überführt wurde, für die Gemeinde und die Familie Gromer nach fast 40 Jahren pfarrfamiliärer Existenz sprach Landesbischof Ulrich Fischer. Die Worte aus dem Epheser-Brief „Über eure Lippen kommt kein böses Wort, sondern nur ein gutes, das der Erziehung dient, wo es nottut, und denen, die es hören, Freude bereitet“ charakterisierten in ganz besonderer Weise den segensreichen Dienst Gromers. „Paul Gromer war und ist ein Meister des aufbauenden Wortes“, lobte der Landesbischof. Schon seine kräftige Stimme bewirke eine aufbauende Kraft, aber noch mehr seien es die Inhalte gewesen, die Menschen in der Seelsorge, Kollegen durch freundliches Zureden und Ermunterung in schwierigen Situationen wie auch ehrenamtliche Mitarbeitende erfahren durften. Zum anderen sei Gromer „ein Gehilfe der Freude“ gewesen. „Lamoyante Bedenkenträgerei war seine Sache nicht; er hat immer danach gesucht, anderen Menschen eine Freude zu machen, und davon Zeugnis abgelegt, wo diese Freude ihren Grund hat: im tiefen Glauben“. Fischer dankte Gromer im Namen der Landeskirche und nahm die Entpflichtung vor.

In seiner letzten Predigt als Dekan betonte Gromer in Anlehnung an Matthäus 8 die Notwendigkeit, sich für das Wohl anderer, auch für solche am Rande der Gesellschaft, einzusetzen. Menschen sehnten sich nach Worten des Segens; er unterstrich das Vertrauen in die Kraft des Wortes Gottes.

Viel Musik, ein besonderes „Steckenpferd“ Gromers, prägte den eindrucksvollen Gottesdienst, dessen Liturgie von einem großen, in der Gemeinde und im Bezirk mitarbeitenden Personenkreis und dem katholischen Dekan Hubert Streckert mitgestaltet wurde. Vokal und instrumental auf hohem Niveau beteiligt waren ein 90-köpfiger Spontanchor der Vereinigten Kirchenchöre der Regio Alb-Pfinz samt Orchester unter Leitung von Bezirkskantor Friedrich Schuler (mit der Bachkantate „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“), der Posaunenchor Kleinsteinbach unter Christian Künzler und Ulrich Heinen an der Orgel.


Empfang und viele Dankesworte in prall gefüllter Hagwaldhalle

Eine einzigartige Hommage war der sich anschließende Empfang mit zweistündigem Programm in der vollgefüllten Hagwaldhalle. Frohe-fröhliche Stimmung, aber auch mitschwingende Wehmut prägten die zahlreichen Gespräche und das Programm, moderiert von Karl-Peter Niebel, Vorsitzender der Bezirkssynode. Ein Bläserensemble verband die Redebeiträge. Der Ex-OB Ettlingens und langjähriger Landesminister, Erwin Vetter, würdigte Gromer als „Sympathieträger“ der evangelischen Kirche und zeigte sich dankbar für seine Herzlichkeit und Offenheit in der Ökumene. Dekan-Stellvertreter Volker Fritz für den Bezirk und die Diakonie bezog wie auch andere Sprecher in sein Lob Ehefrau Waltraud Gromer für ihre stete, wunderbare Unterstützung ein. Originell und den Menschen Paul Gromer bis ins Detail beschreibend, zeichneten in einer konzertierten Aktion die bisherige Kirchengemeinderatsvorsitzende Elisabeth Roser, Bürgermeisterin Nicola Bodner, Ortsvorsteherin Barbara Schaier und der Sprecher der Ortsvereine, Bernd Förtig, die Eigenschaften nach. Bezogen auf die Buchstaben des Vornamens zählten sie jeweils in erstaunlicher Fülle Attribute Gromers auf und stellten so seine Außergewöhnlichkeit heraus. Gelungen schließlich auch die Verabschiedung durch die Pfarrerkollegen des Bezirks, die als großer „Seemannschor“ auf das große Hobby „Segeln“ des Ruheständlers anspielten und ihm die Kapitänsmütze und ein Steuerrad symbolisch überreichten. Zahlreiche Geschenke als Ausdruck des Dankes wurden überreicht.

Tief bewegt, aber auch freudig angetan bedankte sich Paul Gromer in launigen Worten für all die Ehre. Sein besonderer Dank galt seiner kreativen Frau und seiner Familie und der Kirchengemeinde für ihre herzliche Aufnahme nach seiner seelsorgerischen und Lehrtätigkeit in Pforzheim sowie die gute Zusammenarbeit mit allen Gremien im Bezirk. Seine Hochachtung galt den vielen Ehrenamtlichen in der Gemeinde. Mitgeprägt habe ihn auch die besondere Beziehung von Politik, Kirche und Ökumene.

Text und Foto: Karl-Heinz Wenz





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