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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Musik/Kunst/Kultur | Mitteilung vom Mi. 29.01.14 , gültig bis Mi. 05.02.14

„MachtWorte“ eines Monarchen

Kabarettist Jörg Kräuter begeisterte mit seinem Programm im Bürgerhaus

Wann bekommt man in Pfinztal schon einmal die Möglichkeit zu einer Audienz bei einem König. Es wird wohl der 40. Geburtstag der Gemeinde sein, der den „König von Baden“ bewogen hat, aufs Land nach Söllingen zu kommen. Jedenfalls war zu dieser gewährten Gruppenaudienz das Bürgerhaus restlos besetzt.

Jörg Kräuter, der Kabarettist aus dem badischen Bühl, gab dem blaublütigen Gestalt und Stimme. Er ist ein moderner König, der sich jedoch nicht vor „MachtWorten“ - so der Titel seines Soloprogramms - scheut. Im 35. Jahr ist Jörg Kräuter mit großem Erfolg unterwegs, um regionale Identität zu verbreiten.

Die enge Verbundenheit der vier Pfinztaler Ortsteile, insbesondere von Berghausen und Söllingen mit dem Haus Baden, währt seit dessen Gründung vor nunmehr 901 Jahren. Und diese Ehrerbietung ist in den Leuten bis heute drin. Der König von Baden wusste das bei seinem Pfinztal-Stopp zu schätzen. Er selbst huldigte seinen Untertanen ebenso und fühlte sich im Kreis von Altmonarchisten wohl. An diesem unterhaltsamen Abend konnte gesagt werden, was gesagt gehört und keiner redete Drumherum. Manches Lied hatte der Regent auf den Lippen und verkündete mit „So sieht´s aus“ manche Neuigkeiten, die einem badischen Werbeblock glichen. Der Besinnung auf die Tradition wurde das Wort geredet, ebenso dass die Zeit reif sei für das Elementare und Wesentliche. Nicht immer war alles bitter ernst zu nehmen, jedenfalls zeugten davon die Fröhlichkeit und das Lachen im Publikum. Tunlichst vermieden wurde in Söllingen, was andernorts dem König von Baden bisweilen widerfährt, dass seine Audienzen zu Rentensprechtagen werden. Dafür waren die Pfinztaler zu sehr mit der Gegenwart und natürlich der Vergangenheit beschäftigt. Da durfte keinesfalls das „Badner Lied“ fehlen, wiewohl es in manchem Herzen gewiss schon vorab den Takt vorgab. Der König von Baden selbst gab sich tiefsinnig, übertrieb keinesfalls, trug aber ziemlich dick auf. Von Thron keine Spur, nicht einmal im Zwölfspänner war er auf dem Kelterplatz vorgefahren. Zur Sprache kam auch der badische Nationalpark als jüngste Errungenschaft. Der Blick voraus galt der königlichen Zukunft und dass mit Prinz Mustafa Georg die Nachfolge bereits geregelt sei, was folglich künftige Besuche in Pfinztal sichert.

Im Bürgerhaus reagierte man darauf mit Jauchzen, nachdem die 90-minütige Audienz mit Jörg Kräuter hielt, was sie versprach: Dem König von Baden gehörten Bühne und Rampenlicht, sein Prozedere, in eine lockere Atmosphäre verpackt, wurde immer wieder von Beifall unterbrochen.





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