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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 15.01.14 , gültig bis Mi. 22.01.14

Ausstellung „Von Stalingrad nach Rossoschka“ im Söllinger Bürgerhaus

Die Eröffnung der Ausstellung „Von Stalingrad nach Rossoschka“ mit dem Untertitel „Der Kampf um Stalingrad und die deutsche Kriegsgräberstätte Rossoschka“ im Bürgerhaus in Söllingen hat großes Interesse gefunden und damit eine lebendige Erinnerungskultur in der Gemeinde Pfinztal deutlich gemacht. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge mit Georg Martin vom Bezirksverband Nordbaden und dem in Pfinztal seit nahezu 40 Jahren als dessen ehrenamtlicher Beauftragter wirkenden Christian Mittelstraß will damit dem Motto „Arbeit für den Frieden“ Ausdruck verleihen. Mit einer angehängten kleinen Sonderausstellung „Der Zweite Weltkrieg, wie ihn die Menschen in Pfinztal erlebten“ ergänzt der Heimatverein Pfinztal die Dokumentation, versehen mit dem Hinweis, dass auch Männer aus Berghausen, Kleinsteinbach, Söllingen und Wöschbach als Soldaten im Kampf um Stalingrad dabei waren. Von denen lebt inzwischen keiner mehr.

Vor 75 Jahren begann der Zweite Weltkrieg und am 31. Januar jährt sich zum 71. Mal das Ende der Schlacht um Stalingrad, dem heutigen Wolgograd. Bis heute erinnert daran die Kriegsgräberstätte im 37 Kilometer nordwestlich gelegenen Rossoschka. Dort, wo eine fast ebene Steppenlandschaft beginnt, hat der größte Friedhof des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge in der Russischen Föderation seinen Platz. Auf direktem Weg beträgt die Distanz von Karlsruhe nach Wolgograd, der Millionenstadt in Südrußland, 2.623 Kilometer. Bei der Einweihung des Friedhofs 1999 war auch Christian Mittelstraß dabei. Als 17-Jähriger nahm er am Zweiten Weltkrieg teil und heute, 86 Jahre alt, ist er ein steter Mahner für Versöhnung und Frieden als immerwährende Aufgabe. Dies gelte es gerade jungen Menschen klar zu machen, sagte er. Für Pfinztals Bürgermeisterin Nicola Bodner ist dieses Werben um Verständigung, das Mitgeben der Erinnerung an die nächste Generation, eine zentrale Aufgabe. „Ich habe Hochachtung vor Leuten wie Christian Mittelstraß, die sich bereit erklären, aus ihrer oft schmerzhaften Erinnerung zu erzählen“, sagte sie.

Die Ausstellung „Von Stalingrad nach Rossoschka“ wandert durch die Bundesrepublik, informierte Georg Martin, der Geschäftsführer des Bezirksverbands Nordbaden des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Er erinnerte daran, dass 2009 die Ausstellung „Aus der Geschichte lernen“ in Pfinztal Station machte. Der Leitfaden der Ausstellung ist chronologisch aufgebaut und beginnt mit einem Rückblick auf die kriegsgeschichtlichen Ereignisse. Texte und Fotos zeigen das Schicksal der Soldaten bis zum Ende im „Kessel“ von Stalingrad. Der historischen Darstellung folgt der Sprung in die frühen neunziger Jahre. Der Bau einer Kriegsgräberstätte nahm Konturen an und wurde in Rossoschka verwirklicht. Bau und Belegung dieser deutsch-russischen Erinnerungsstätte werden gezeigt. Am Ende der Ausstellung aber ganz wichtig, so Georg Martin, ist die Gegenwart mit so genannten Workcamps des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge von Jugendlichen aus ganz Europa. Dabei steht die Pflege der Anlage und der Austausch der Kulturen im Mittelpunkt: Denn „Frieden und Trauer sind unteilbar.“

Öffnungszeiten:

Die Ausstellung „Von Stalingrad nach Rossoschka“ im Bürgerhaus, Hauptstraße 57 in Söllingen, ist bis 22. Januar zu sehen. Jeweils montags von 11.30 bis 16.30 Uhr; mittwochs von 16 bis 19 Uhr; samstags von 15 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr. Sonderführungen von Schulklassen mit Georg Martin und Christian Mittelstraß können im Rathaus, Tel. 07240 62-116, angemeldet werden.





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