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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Menschen in/aus Pfinztal | Mitteilung vom Mi. 04.12.13 , gültig bis Mi. 11.12.13

Felicitas Beyer wurde 90 Jahre

Sie macht ihrem Vornamen „die „Glückliche“ noch sicht- und fühlbar alle Ehre. Letzten Freitag, 29.11., beging Felicitas Beyer in der Schwarzwaldstraße 17 in Kleinsteinbach ihren 90. Geburtstag. Sie strahlt in ihrer gepflegten Erscheinung trotz des hohen Alters erstaunliche geistige Frische und auch körperliche Rüstigkeit aus. Geblieben sind ihr Zufriedenheit, Freude am Leben und Humor sowie Interesse am Alltagsgeschehen. Ihr schönes Ambiente im schmucken Eigenheim trägt hier sicherlich mit dazu bei. Dabei hat die Jubilarin eine bewegte Lebensgeschichte mit Höhen und Tiefen vorzuweisen. Im Jahre 1923 im ehemaligen Preßburg, dem heutigen Bratislava in der Slowakei, geboren, wuchs sie mit zwei Schwestern auf; der Vater war Finanzbeamter. Nach ihrer Schulzeit studierte sie an der Lehrerbildungsanstalt in Prag und legte auch die Prüfungen ab. Wie viele Familien erlitt auch ihre Familie am Kriegsende das Schicksal der Vertreibung. Es verschlug sie nach Oschatz in Sachsen, wo Felicitas dann sechs Jahre als Lehrerin tätig war. Hier lernte sie auch ihren späteren Ehemann Herbert kennen, der später in den Westen wechselte und in Bruchsal bei Verwandten eine Bleibe fand. Die heutige Jubilarin zog 1951 nach und man heiratete noch im gleichen Jahr. Als Verheiratete konnte sie ihre Tätigkeit als Lehrerin nicht mehr ausüben. Ihr Ehemann baute sich inzwischen, zunächst in einer Ruine im zerbombten Bruchsal, ein Fahrradgeschäft auf. Als Mechanikermeister und Liebhaber heißer Öfen kamen zu den Fahrrädern aller gängigen Fabrikate auch Motorräder hinzu. Neben Reparaturen gab es dann auch den Neuverkauf in dem Betrieb mit mehreren Mitarbeitern. Unbeugsamer Wille und Tatkraft zeichnete das Unternehmerehepaar aus. Inzwischen war die Ehefrau als wichtige Kraft mit in den Betrieb eingestiegen. Nach dem Neubau in der Durlacher Straße wurde das Fahrrad- und Motorradgeschäft Beyer in und um Bruchsal ein Begriff. Mitte der 90-er Jahre gaben sie altersbedingt ihr Geschäft auf. Als Herbert Beyer 2005 ein Schlaganfall ereilte, zog es das kinderlos gebliebene Ehepaar nach Kleinsteinbach. Unmittelbar in der Nähe der hier wohnenden Schwester und Nichte mit Familie konnten sich die Beyers ein Eigenheim errichten und fanden so familiären Kontakt. 2011 starb der Mann kurz nach der diamantenen Hochzeit nach jahrelanger liebevoller Pflege durch seine Frau. „Das Leben ist jetzt ruhiger geworden“, stellt sie fest. Lesen (ohne Brille) und Musikhören bei noch gutem Gehör gehören neben kleineren Spaziergängen und dem Haushalt führen zu den täglichen Beschäftigungen. Mit der engeren Verwandtschaft feierte die Jubilarin ihren runden Geburtstag. Zu den Gratulanten gehörte auch Ortsvorsteherin Barbara Schaier.

Text und Foto: Karl-Heinz Wenz





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