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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Musik/Kunst/Kultur | Mitteilung vom Di. 22.10.13 , gültig bis Mi. 30.10.13

Martin Wangler im Bürgerhaus Pfinztal

Die Pfinztaler wissen sich zur rechten Zeit richtig zu entscheiden - jedenfalls im Bürgerhaus in Söllingen. Vor die Wahl gestellt und mit Trommelwirbel spektakulär in Szene gesetzt, mussten sich die Gäste entweder für die Verkostung mit Erdäpfelsalat oder den Genuss mit Hochschwarzwälder Kultur entscheiden. Die Wahl fiel eindeutig zu Gunsten von Geschichten und Liedern aus dem Hochschwarzwald aus.

Mit Fidelius Waldvogel, einem eingefleischten Hochschwarzwälder, stand der Fachmann parat. Verpackt in Kabarett und Musik führte die mit Lokalkolorit gespickte Kulturreise mit dem Titel „Zwischen Himmelreich und Höllental“ dorthin, wo viele Luftschnapper, wie man die Touristen nennt, Wellness für alle Sinne suchen und finden. Breitnau liegt am Fuß des Feldbergs, fern der Heimat, nämlich rd. 170 Km nördlich in Pfinztal musste die Sprachbarriere teilweise überwunden werden. Verständlich war es aber allemal, was Martin Wangler, so der bürgerliche Name des Künstlers, wiederholt zum Hochdeutschen gezwungen und mit Gesten unterstützt, im Rampenlicht zum Besten gab. Mit Worten allein ist es aber nicht getan. Ein Sammelsurium an Instrumenten mit Akkordeon, Gitarren und großer Trommel, nicht zu vergessen das urige „Furzfässle“, kamen zum Einsatz. Gleiches galt für den wohlbekannten Schwarzwälder Bollenhut, eine zweiläufige Flinte, ein Messer, ein Melkschemel, Wildererhut und Kuckucksuhr.

Im Bürgerhaus in Söllingen stand eine Frohnatur auf der Bühne. Sein Bekanntheitsgrad als Bernd Clemens, dem Gestütsbesitzer und Stammtischbruder in der SWR-Kultserie „Die Fallers“ eilt ihm voraus. Beim Stopp in Pfinztal gibt es das neueste Programm und das dritte Soloprogramm insgesamt, vom Gewinner des baden-württembergischen Kleinkunstpreises von 2009. Der gelernte Zimmermann mit Abitur nutzte seine Chance als Statist beim Theater, studierte und schloss mit dem Diplom zum „Magister Artium“.

Von unvergesslichen Erlebnissen des Fidelius Waldvogel erfahren die Besucher im Bürgerhaus. Etwa von seiner Traktorfahrt durch das Höllental nach Freiburg, um eine vom heiligen Geist infizierte Papstbank ins Heimatdorf Breitnau zu holen. Ständig schwingt ein großer Spaßfaktor im Bürgerhaus mit. Mit Inbrunst singt der 44-Jährige die Hyme „O Schwarzwald, o Heimat wie bist du so schön“. Damit verstärkt wird der Hinweis, dass im Schwarzwald Kuckucksuhr, Ski und Dauerwelle erfunden wurden. „So isch es“, kurz und prägnant ist die Sprache auf den Höhen des Mittelgebirges entlang des Rheins. Kunterbunt und tiefschürfend ist die Thematik. „Was braucht man auf dem Dorf?“ Im Schwarzwald auf jeden Fall Stier, Pfarrer, kuhwarme Vollmilch und eine Gemeinschaftsschule. Wobei, Fidelius Waldvogel hebt ein letztes Mal den Finger, diese neue Bildungsstätte den Spickzettel als kalligrafisches Wunderwerk überflüssig macht.

Übrigens, gesättigt von Hochkultur gab es als Zugabe noch Versucherle vom Erdäpfelsalat oder wie er im Pfinztal heißt: vom Grumbiere-Salat.





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