Gemeinde Pfinztal · Hauptstr. 70 · D-76327 Pfinztal · Tel. 07240 62-0 · Fax 07240 62-199 · info@pfinztal.de · www.pfinztal.de

A+   Vollversion   Light-Version   Hilfe


Branchenverzeichnis Pfinztal

Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Musik/Kunst/Kultur | Mitteilung vom Mi. 24.07.13 , gültig bis Mi. 31.07.13

Führung durch den Kleinsteinbacher Skulpturenweg

Kunst und Natur im Einklang

„Die Galerie unter freiem Himmel“, der Skulpturenweg entlang des Bocksbaches in Kleinsteinbach, verknüpft Natur und Kunst in ansprechender und idyllischer Form. Darauf ist die Gemeinde stolz und nützt auch immer wieder die Chance, interessierten Kreisen die Einrichtung näher zu bringen. Getragen wird diese auch von der Skulpturenweg-Initiative Pfinztal, dessen Mitglied Peter Hakenjos sich schon mehrfach als Führer durch die „Galerie“ bewährt hat. Der ausgewiesene Fachmann, Kunstliebhaber, selbst auch Hobbykünstler, Autor und ehemaliger Pädagoge war nun ein letztes Mal, wie er zum Ausdruck brachte, bereit, für ein interessiertes Publikum den Weg ins Blickfeld zu rücken und damit auch die Bemühungen der Gemeinde, der Kunst und Natur, wie auf anderer Ebene gemeindeweit immer wieder demonstriert, einen gebührenden Rang einzuräumen.

Verdient hätte es die Einrichtung und der kompetente Wegbegleiter allerdings gehabt, dass das Angebot bei bestem Sommerwetter mehr Interessenten angelockt hätte. Es blieb eine überschaubare Gruppe mit (ehemaligen) Lehrern in der Mehrheit. Peter Hakenjos verstand es nicht nur, die entlang des Weges aufgebauten Exponate zu erklären, Hintergründe zum Leben und Schaffen der jeweiligen Künstler zu erhellen oder Sichtweisen von Kunst im Allgemeinen zu erläutern, sondern auch auf die bei oberflächlicher Betrachtung nicht auffallenden, aber vorhandenen Schönheiten des Bocksbachlaufes mit seinen bewachsenen Randstreifen aufmerksam zu machen und als bemerkenswertes Stück Natur herauszustellen. Kaum zu glauben, wie sich das Bächlein den Weg zum großen „Bruder“ Pfinz jetzt wieder friedlich bahnt, erinnert man sich an den reißenden, angsteinflößenden Fluss, der sich vor einem starken Monat durch das Tal drängte.

P. Hakenjos erinnerte einleitend an die Einweihung des Weges durch einen Staatssekretär am 14.März 2001, womit er auch schon als Dauereinrichtung gesehen werden könne. Der lange Zeitraum habe aber auch seine Auswirkung auf einige Objekte durch Witterungseinflüsse auf die Naturmaterialien. Es wurden auch schon welche entfernt oder mutwillig beschädigt, aber auch durch neue ergänzt. Mit Bemerkungen zum Kunstverständnis wie „Kunst ist Ersatz für das verlorene Paradies“ oder „Kunst ist das Mehr im Leben“ startete er seine Werkbetrachtungen. „Verstehen eines Kunstwerks ist das, was im Betrachter passiert“, unterstrich er die Berechtigung unterschiedlicher Sichtweisen. Selbst der Künstler stehe beim Betrachten seines fertigen Objekts schon außerhalb seines Werks. So machte er den Betrachtern Mut, ihre eigenen Interpretationen zu suchen. Wie bei der Musik gefalle einem auch bei Skulpturen nicht jede Stilrichtung und Ausführung gleichermaßen. Die Kunst solle auf jeden Fall die Seele berühren, dann sei sie etwas Wertvolles. Gleiches gelte auch, wenn die nähere Betrachtung zum Nachmachen anrege.

Hakenjos lieferte kurze Angaben zu allen ausstellenden Künstlern, insgesamt 20, von denen viele aus der Region, auch aus Pfinztal, kommen, in ihrem Leben aber auch teilweise von Einflüssen und Erlebnissen auf anderen Kontinenten mit geprägt wurden. In einigen Kunstwerken, manche mit, aber auch ohne Titel, werden Menschen in verfremdeter Form und auch sehr unterschiedlichen Materialien dargestellt, was gerade Raum zu unterschiedlichen Interpretationen liefert. So spielt Metall bei einigen Werken eine wesentliche Rolle; Gegensätze wie gerostetes Eisen (Zeichen von Vergänglichkeit) und Edelstahl sind bewusst gewählt. Vielfältige Verwendungsmöglichkeiten von Recycling-Material werden umgesetzt, die Verdrängung der Natur durch die Zivilisation versinnbildlicht. Beeindruckt waren die Betrachter vom Werk Anette Mürdters „Hockender“, das das Dumpfe im Menschen darstellt. Einen besseren Standort für diese Skulptur wünschten sich die Betrachter. In der harmlosen Schönheit einer Skulptur konnte auch Sozialkritisches entdeckt werden.

Das Angebot an verwendeten Materialien ist reich. Neben den bereits erwähnten sind es einige aus Holz geformte Objekte, verwendet werden auch Schiefer, Keramik, gebrannter Ton, türkischer Travertin, Sandstein oder schwarzer Granit.

Von den Teilnehmern wurde der Kauf weiterer Objekte durch die Gemeinde und die Ergänzung des bestehenden Angebots durch neue Werke angeregt.

Das aus bemaltem Pappelholz hergestellte „Goldfischfräulein“ (Birgit Rehfeldt) – im Besitz der Kommune – bot Raum zu Interpretationen. Peter Hakenjos (re.) führte durch den Skulpturenweg.Pfinztals Partnerschaften:

Text und Foto: Karl-Heinz Wenz





Zurück