Gemeinde Pfinztal · Hauptstr. 70 · D-76327 Pfinztal · Tel. 07240 62-0 · Fax 07240 62-199 · info@pfinztal.de · www.pfinztal.de

A+   Vollversion   Light-Version   Hilfe


Branchenverzeichnis Pfinztal

Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 03.07.13 , gültig bis Mi. 10.07.13

„Tag der Artenvielfalt“ bei der BUND-Ortsgruppe

Der östliche Teil des Akazienwäldchens auf Gemarkung Berghausen grenzte einst an die in nord-südlicher Richtung verlaufende „Herrgottsklamm“. Der Name ist geblieben während der Hohlweg aufgefüllt und verschwunden ist; seine Verlängerung ist die heutige Kaltenbergstraße mit ihrem Verlauf aus dem Ortsetter hinaus in die Flur. Die Reste, die an Vergangenes erinnern, sind ein kleines Refugium der Artenvielfalt, das ursprünglich ein Steinbruch für roten Pfinztaler Sandstein war. Für den „Tag der Artenvielfalt“, der größten Feldforschungsaktion in Mitteleuropa, war dieses Refugium ein passendes Terrain.

Am 15. GEO-Tag nahm zum sechsten Mal auch die Ortsgruppe Pfinztal des BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) teil. In der Bundesrepublik und den Nachbarländern war man aufgerufen, zum Thema „Vielfalt im Wandel: Wie Tiere und Pflanzen auf Veränderungen des Klimas reagieren“ Erkenntnisse vor der Haustür zu sammeln. Beim Kreis der Forscher mit dabei waren Kleine und Große. Klaus Helimar und Marianne Rahn, Thomas Heiduck, Bruno Köhl und Eva Kemp, die maßgebliche Aktivisten der Ortsgruppe, hatten alles vorbereitet. Die Aufgabe kam einer Inventur der Artenvielfalt von Fauna und Flora gleich und sie war ergiebig. Binnen zweieinhalb Stunden konnten 115 verschiedene Arten (44 Pflanzen- und 71 Tierarten, darunter Amphibien, Schnecken und Spinnen) gefunden werden. Das stattliche Ergebnis der Pirsch, ausgerüstet mit Becherlupen, Fotoapparaten, Insektennetzen und Keschern, wurde anschließenden mit Mikroskopen und Fachliteratur bestimmt. Unter den Namen, in Deutsch und Latein aufgelistet, fanden sich bemerkenswerte Spezies, jedoch keine Besonderheiten oder gar Raritäten, von denen man noch nichts wusste, sagte Marianne Rahn. An der Spitze rangieren 51 Arten von Insekten. Insgesamt kann man bei den Pflanzen wie auch Tieren von einerseits typischen Feuchtgebietsbewohnern wie Seggen, Rohrkolben, Wasserdost, Wasserminze, Libellen, Schnaken und Käfern, andererseits Waldbewohnern wie Aronstab, Hohe Schlüsselblume (Waldprimel), Wald- und Scheinerdbeere, Kleines Springkraut sowie das Waldbrettspiel als der einzige gesichtete Tagfalter sprechen. Fauna und Flora in dieser Sonderfläche im bebauten Ortsetter auf die Spur zu kommen, hat allen Spaß gemacht. Einziger Wermutstropfen war das mitunter starke Dickicht, das im Rahmen einer Pflegemaßnahme ausgelichtet werden sollte.

Abgerundet wurde der „Tag der Artenvielfalt“ mit einer Nachtaktion und dem „Leuchtturm“, wie man die Lichtfalle für Nachtfalter nennt. Bemerkenswert das Ergebnis: Anlocken ließen sich 25 Arten von Nachtfaltern, dazu konnten mittels Ultraschalldetektor vier Fledermausarten nachgewiesen werden.





Zurück