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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Musik/Kunst/Kultur | Mitteilung vom Do. 14.03.13 , gültig bis Mi. 20.03.13

„Notausgang gesucht“ - Thomas Schreckenberger im Bürgerhaus

Thomas Schreckenberger geht auf Nummer sicher. Der Kabarettist steht unmittelbar vor der Premiere seines Soloprogramms „Notausgang gesucht“ in der bayrischen Landeshauptstadt. Der Generalprobe hat der Mittvierziger gleich mehrere Vorpremieren vorgeschaltet. Die achte und letzte Vorstellung dieser Art ging im Bürgerhaus in Söllingen über die Bühne.

Als Kabarettist beherrscht der gebürtig Badener sein Handwerk. Seine Liste der errungenen Kleinkunstpreise und Referenzen ist lang und attraktiv. Sie verleihen ihm einen fiktiven künstlerischen Meistergrad. Sechs Monate dauerte die Vorbereitung für das vierte Soloprogramm. Zur Erinnerung: Auch für das Vorgängerprogramm war Söllingen eine Vorpremierenstation, vor ziemlich genau drei Jahren. Nicht wenige der Besucher im vollen Bürgerhaus erinnerten sich daran.

Alltag und Politik, das sind die Arbeitsfelder, die Mosaiksteine zum Programm liefern. In „Notausgang gesucht“ begibt sich Thomas Schreckenberger auf einen kabarettistischen Fluchtversuch vor dem Wahnsinn unserer Zeit, immer verfolgt von der Armee der deutschen Polit- und Promiszene, die der Kabarettist als treffsichere Parodien mit auf die Bühne bringt. Er bringt auf den Punkt, was viele denken. Sein pointierter Redefluss verursacht Lacher am laufenden Band. Ins Gebet kommt selbstverständlich auch die überforderte Politik. Absolut gelungen ist der Blick hinter die Polit-Kulisse der Bundeshauptstadt mit den imitierten Stimmen der Politgrößen. In Szene gesetzt wird beispielsweise der Versuch von Angela Merkel, im Klassenkabinett ihrer Regierung, deren Rektor Joachim Gauk heißt, zu unterrichten. Auch sein Fazit nach 20 Jahren Kälteschlaf und Blick auf die lokalen, regionalen und weltumspannenden Entwicklungen ist begründet und eindeutig „Bitte für 50 weitere Jahre einfrieren“.

Eingestreute kleine Kalauer würzen das neue Programm, das immer wieder aktualisiert wird, um zeitnah daher zu kommen. Scharfzüngig, hintergründig, amüsant und temporeich präsentiert er sein Programm. Man spürt, dass der ehemalige Pädagoge sein Metier beherrscht. Er bietet beste Unterhaltung und zieht sein Publikum von Anfang an auf seine Seite, obwohl diese manche Spitze hinnehmen müssen: „Ich mache meine Auftritte dort, wo die Leute gut drauf und hoch intelligent sind“ meinte er zu Beginn, und „ich komme trotzdem nach Pfinztal“. Enorm, wie er die fast zwei Stunden seines Programms sprachlich imposant herunterspulte und sich als genauer Beobachter tagesaktueller Ereignisse erwies. Sein Publikum im Bürgerhaus quittierte seine Leistung mit großem Beifall.





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