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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Musik/Kunst/Kultur | Mitteilung vom Do. 08.11.12 , gültig bis Mi. 14.11.12

Wenn zwei sich gut verstehen - Wolfgang Müller und Heinz Buschmann

Mundart und Musik im Bürgerhaus

Zu einer Bildungsveranstaltung der besonderen Art rief Wolfgang Müller ins Bürgerhaus der Gemeinde Pfinztal. Der Pädagoge versuchte, seiner Lebensaufgabe, den heimischen Dialekt im Gespräch zu halten, wieder einen wichtigen Dienst zu erweisen. Der Mundartstil „Pfinz-Fränkisch“ ist dem Söllinger zur Herzenssache geworden. An solchen Abenden vergisst man die Zeit, zu unterhaltsam, spannend und spaßig ist der Mix. „Da könnte man Nächte lang erzählen“ meint der Mundartpoet und freut sich, dass die Besucher in seinem Programm die Vorgabe „mittendrin statt nur dabei zu sein“ prompt erfüllen.

Wenn Wolfgang Müller bei seinem Heimspiel ins Rampenlicht tritt, dann stets mit Begleitung musikalischer Art. Heinz Buschmann ist gebürtiger Emsländer. Das Nordlicht hat der Liebe wegen vor 42 Jahren in Singen im Enzkreis Anker geworfen. Seine Wurzeln aber, die pflegt er mit seiner sonoren Baritonstimme, dazu Gitarre und Mundharmonika.

Mit vier Themenbereichen hat Wolfgang Müller seine vier „Unterrichtsstunden“ überschrieben. Sie heißen „Herbst“, „Beziehungen“, „Früher“ und „Begegnungen“. Die Tischdekoration mit Apfel, Birne, Welschkorn (Mais), Trauben, dazu „Zwetschgegselz“ und zahlreichen Nüssen im Söllinger Großformat gibt die Richtung vor. Mit Texten und Liedern wechseln sich Wolfgang Müller und Heinz Buschmann ab. Da ist die Rede von „bunten Drachen“, „Horsts Mostbirnenbaum“, „Nüssen als Gescheitmacher“ sowie „Zucchini“ als teures Gemüse. Wirkung zeigt auch die Symbiose aus Nebel, Spätherbst und Spätburgunder. Es sind geschichtlich fundierte Begebenheiten aus Pfinztal im Allgemeinen und aus Söllingen im Besonderen, die Wolfgang Müller zu Papier bringt. Viele seiner Reime in Prosa hat er in zwei Büchern gepackt.

Gut zuhören oder nochmals genießen, heißt es für die Besucher. Die dürfen sich auch Gedanken machen und wer richtig antwortet, erhält einen „Gescheitmacher“ als Preis. Die Dinge haben Hand und Fuß. Als Heinz Buschmann „Der Junge mit dem Tüdelband“ oder „Dass du mein Liebster bist“ anstimmt und zum Mitsingen und Mitsummen einlädt, ist der große Chor ruckzuck gebildet. In den Block „Beziehungen“ packt der dekorierte Mundartdichter seine Gedanken, betitelt mit „Ausweg“, „Vor 50 Jahren“ und „Alles umsonst“ hinein.

„Sturmfest und erdverwachsen zu sein“, das behaupten die Niedersachsen von sich. Im Südwesten, dort wo die Pfinz in aller Ruhe in Richtung Rhein fließt, gilt das ebenso. „Klare Abmachung“ ist dafür der passende Text und der Evergreen „Wo die Nordseewellen …..“ die Identifikation als Melodie. Es sind Dinge, die es nicht mehr gibt, die bei Wolfgang Müller be- und niedergeschrieben werden. Bube und Mädle im Bürgerhaus bekommen die Aufgabe, Redensarten zu ergänzen. Der Versuch, das Seemanns-Kultlied „Aloa he“ in Söllinger-Version zu texten gelingt dem lokalen Mundartpoeten trefflich mit Passagen wie „Der schönste Landschaftsstrich ist der Weg nach Stupferich“.





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