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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Musik/Kunst/Kultur | Mitteilung vom Do. 25.10.12 , gültig bis Di. 30.10.12

75 Jahre Posaunenchor der Martinsgemeinde Berghausen

Konzert mit breitem Spektrum des „Sakra Pop“

Der Posaunenchor der Martinsgemeinde Berghausen macht nicht viele Worte. Die Gruppierung setzt mit Blasmusik ihre Akzente, das Jahr über zumeist im Gottesdienst, aber auch bei sonstigen besonderen Anlässen. Ein Konzert ist in diesem Spektrum eher die Ausnahme. Zum 75. Geburtstag ließ sich das jedoch nicht vermeiden: Ein Jubiläumskonzert stand auf dem Programm. Der Ort, die katholische Christkönigkirche in Sichtweite zur Heimstatt Martinskirche, war die Besonderheit. Denn wegen Renovierungsarbeiten ist das Gotteshaus der evangelischen Kirchengemeinde derzeit nicht nutzbar. Der Auftritt in der Christkönigkirche geriet daher zu einem Novum in der 75-jährigen Geschichte des Posaunenchors. Die Gründung des Posaunenchors 1937 war nicht nur ein akustischer Weckruf. In der Zeit des Nationalsozialismus gehörte dazu viel Mut, Gottvertrauen und Weitsicht. Grund: Seit 1934 mussten Posaunenchöre zwangsweise unter staatlicher Aufsicht über den Verband evangelischer Posaunenchöre Mitglied der Reichskulturkammer sein. Auftritte waren nur noch bei ausgewiesenen kirchlichen Veranstaltungen erlaubt. Beim Blättern in der Vereinsgeschichte ist zu lesen, dass unter Pfarrer Karl Georg Noll begonnen wurde, Geld zum Instrumentenkauf zu sparen. Sein Amtsnachfolger Hans Einwächter gehörte zum Kreis der elf Gründungsmitglieder. Mit Johann Dietz aus Söllingen wurde fleißig geübt. Vier Monate später, beim Waldgottesdienst an Pfingsten, erfolgte auf dem Hopfenberg bereits der erste Auftritt. Neben dem verstorbenen Lothar Rall haben viele Jahre Karl Mall und Herbert Raupp den Posaunenchor geleitet. Beim jetzigen Konzert gehörten sie zu den Zuhörern. Seit 1989 hat Manfred Bucher das musikalische Sagen, informierte Susanne Bucher. Die Vorsitzende attestierte ihrem Verein einen gelungenen Durchschnitt in der Altersstruktur der Bläser. Mit elf Musikern - sieben Flügelhörner und Trompeten, drei Posaunen und eine Tuba - könne man Verstärkung gebrauchen, sagte Manfred Bucher, der das Jubiläumskonzert moderierte.

War lange Zeit das Repertoire geprägt von Chorälen, Kirchen- und Volksliedern, hat sich dies verändert. Der so genannte „Sakra Pop“ mit zeitgenössischen Arrangements nimmt heute ein breites Spektrum ein, wie beim Konzert zu hören war. Neben Stücken wie „Festliche Intrade“ oder der Coralpartita „Lobet den Herren“ gehörten beispielsweise vier Stücke des Komponisten Traugott Fünfgeld zum Programm: „Vertraut den neuen Wegen“, „Eine feste Burg ist unser Gott“, „Preludio“ sowie „Introduktion, Ballade und Latino“.

Die Orgel ist das größte Blechblasinstrument, sie wird auch die große Schwester der Posaunenchöre genannt. Organistin Andrea Jakob-Bucher intonierte ein Medley mit „Paul-Gerhardt-Liedern“, „Intermezzo“ und „Laudate Dominum“ von Mozart. Die Möglichkeit mitzusingen bot sich den Besuchern gleich mehrfach, so unter anderem bei „Ich lobe meinen Gott“ und „Komm, Herr, segne uns“. Anhaltender Applaus nach dem Schlussstück „Festlicher Marsch“ veranlasste den Posaunenchor zu zwei Zugaben.

Text und Foto: Gemeinde





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