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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Do. 20.09.12 , gültig bis Mi. 26.09.12

Gemeinde- und Ortschaftsräte auf Waldexkursion

Auf ihrer traditionellen jährlichen Waldbegehung wurden Gemeinde- und Ortschaftsräte von den Forstfachleuten über den Waldzustand, über Pflegemaßnahmen, den Holzeinschlag und andere forstwirtschaftliche Belange informiert. Gemeinsam machte man sich auf, um vom Natur-Erlebnis-Pfad-Pfinztal (NEPP) aus in zwei Stunden den Walddistrikt „Stranzenberg“ zu erkunden. Dabei wurden umfassende Einblicke in wichtige Waldfunktionen gewährt, wie etwa dessen Erholungsfunktion, aber auch die naturnahe und nachhaltige Waldbewirtschaftung wurde angesprochen und erläutert.

Der Gemeindewald Pfinztal ist in zwölf Distrikte aufgeteilt. Größter Distrikt ist der „Stranzenberg“, an dem die Gemarkungen aller vier Ortsteile partizipieren. Der weitaus größte Teil gehört allerdings zu Söllingen; hier liegen auch die höchsten Erhebungen in der Gemeinde. Bei der traditionellen Waldbegehung für Gemeinde- und Ortschaftsräte sowie Vertreter der Gemeindeverwaltung mit Bürgermeisterin Nicola Bodner an der Spitze, ging es quer durch die Bestände. Dabei gab der „Stranzenberg“ eindrücklich Einblick in seine wichtigen Funktionen, egal ob im Bereich der Erholung oder als Wirtschaftsbetrieb mit einer nachhaltigen und naturnahen Bewirtschaftung.

Jährlich findet die Begehung unter der Führung des Leiters des Forstbereiches Süd im Landratsamt Karlsruhe, Thomas Rupp, und des Pfinztaler Revierförsters Matthias Köpf statt. Mit dabei war dieses Mal auch der stellvertretende Kreisjägermeister Martin Remmele, der Berghausener ist Jagdpächter im Pfinztaler Gemeindewald. Die Jäger helfen mit, die Waldränder offen zu halten und sind grundsätzlich innerhalb des Waldverbands im Naturschutz tätig, berichtete Martin Remmele Der Rundgang zu Fuß bot vielfältigen Anschauungsunterricht und warf viele Fragen auf. Rund 8,5 Kilometer betragen die Waldränder entlang von Siedlungen und Straßen in Pfinztal. Mitunter sind dies Hangbereiche, die eine Herausforderung und kostenintensive Bewirtschaftung darstellen. Im „Dammschlag“ oberhalb von Söllingen besichtigt man das Ergebnis eines solchen Verkehrssicherheitshiebs sowie die Neupflanzungen von Eichen. Wachstumshüllen als Wildschutzmaßnahme um die Jungpflanzen wurden von den dortigen Jägern angebracht.

60 % Laubwald machen den Pfinztaler Forst aus. Bei der Eingangspforte zum Natur-Erlebnis-Pfad wurden zuletzt labile Bäume entnommen und eine Kronenpflege durchgeführt. Es gelang, alte Baumveteranen herauszuarbeiten, um damit sogenannte Zukunftsbäume zu stärken, erklärt Rupp. Der Einschlag im Gemeindewald mit 7.000 Festmeter pro Jahr sei geringer als der Holzzuwachs, hieß es. Zahlen des Holzvorrats machen dies deutlich: Im Jahr 1860 betrug der Bestand pro Hektar Waldfläche 87 Festmeter auf der Gemarkungsfläche der Gemeinde Pfinztal. Bei der letzten Forsteinrichtungsplanung im Jahr 2008, die auf zehn Jahre fixiert ist, waren es 318 Festmeter. Besichtigt wurde ein im Frühjahr gemachter Holzernteeinsatz auf 34,5 Hektar Fläche. Die anfallenden Kosten für die Aufarbeitung mit dem Prozessor - einem Holzvollernter – summierten sich dabei auf rd. 32.000 Euro, die Einnahmen aus den Holzverkäufen dagegen auf 126 000 Euro. Die Entnahmemasse belief sich auf 50 Festmeter pro Hektar, der Reingewinn auf 94.000 Euro, informierte Köpf die Räte. Für das Pfinztaler Forstteam mit drei Forstwirten und drei Auszubildenden steht insgesamt ein ökonomisches Arbeiten im Einklang mit einem hohen Sicherheitsstandard und modernsten Geräten an erster Stelle.

Als ein Übel besonderer Art ist im Pfinztaler Gemeindewald die Nutzung als Terrain für das Geocaching herausgestellt worden. Allein im Distrikt „Stranzenberg“ wurden bislang sieben sogenannte Zielorte, also „Caches“ (Schätze) dieser GPS-Schnitzeljagd ausgemacht. Ein solcher Zielort wurde beim Rundgang inspiziert. Sehr erstaunt zeigten sich die Räte über einen umgerüsteten Nistkasten, voll gestopft mit Technik, so dass kein Raum mehr für die eigentlichen Bewohner bleibt. Bleiben die Routen dieser organisierten Veranstaltungen, die, so der Einwurf von Mandatsträgern, eigentlich einer Genehmigung bedürfen sollten, auf den Waldwegen, könne man damit leben, sagte Matthias Köpf. Da aber Geocaching rund um die Uhr abläuft und die Suchwege weit in die Bestände hineinreichen, stellt dieses Hobby mit Abenteuercharakter jedoch eine Belastung für den Wald und seine Tiere dar. Eine Vorgehensweise, um diese Unsitte in geordnete Bahnen zu lenken wolle man prüfen, hieß es bei den Ortschafts- und Gemeinderäten.

Text: Emil Ehrler
Foto: Emil Ehrler/Gemeinde





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