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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Do. 09.08.12 , gültig bis Mi. 15.08.12

Der „Hansa“ wartet auf seine Genießer

Nach einem altem Rezept wird der Johannisbeerwein hergestellt und im August beim Obst- und Gartenbauverein angeboten

Beim Tag der offenen Tür des Obst- und Gartenbauvereins im Lehrgarten im Gewann „Mickenloch“ wird auch der Johannisbeerwein angeboten. Das „Johannisbeer-Pflück-, Zupf- und Kellereiensemble“ des Traditionsvereins hat die Produktion eines sehr fruchtigen Obstweins, der in der Region als „Hansa“ bei Kennern wohl bekannt ist, abgeschlossen. Im Volksmund spricht man auch von „Hansetreible“ und meint damit die Johannisbeere. Beim Ausschank im „Mickenloch“ am dritten Augustwochenende wird dem Berghausener Johannisbeerwein Jahrgang 2012 zugleich sein Prädikat verliehen. Besonders gespannt darauf ist das Kellereiteam mit Horst Becker, Klaus Bisjak, Peter Legner, Wolfgang Neumaier und dem Vorsitzenden Bernd Schaber.

Zur Produktion: Am Tag nach der Ernte wurden die Johannisbeeren gemahlen. Dazu hat man die Zeder, das sind die Beerenhenkel, abgebeert, damit die Bitterstoffe im Stiel außen vor bleiben. Fünf Tage hieß es dann, die Maische rühren. Die Gärung hat eingesetzt. Was folgt, ist das Ablassen der Maische, deren feste Bestandteile zudem mit einer Spindelpresse ausgepresst werden. Dem Rohsaft wird jetzt Zucker zugegeben. Die Menge erfolgt nach Rezept und Erfahrung. Mehr wird nicht verraten. Kein Geheimnis ist dagegen die gepflückte Menge roter und weniger schwarzer Johannisbeeren zur Geschmacksbereicherung mit rund 300 Kilogramm. Die mit dem fruchtigen Obstwein gefüllten Behältnisse werden bis zum Fest bei konstanter Temperatur kühl gelagert.

Seit alters her gab es in Dörfern mit Johannisbeeranbau auch Johannisbeerwein, auch „Wein der armen Leute“ genannt. Dessen Besonderheit ist, dass durch den Zusatz von Zucker der tatsächliche Alkoholgehalt höher liegt, als meist im subjektiven Empfinden angenommen. „Seine Süffigkeit ist tückisch“, diese Erfahrung der ungewollten Berauschung haben schon viele gemacht. In Berghausen hat es der „Hansa“ gar in das Ortsbuch gebracht und mit dem Namen „Hansabrücke“ (Verbindung von Oberlin- und Selmnitzstraße über die Pfinz) wird gar eine Begebenheit von Anno dazumal in Verbindung gebracht.

Text und Foto: Emil Ehrler





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