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Branchenverzeichnis Pfinztal

Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Do. 02.08.12 , gültig bis Mi. 08.08.12

50 Jahre aktiver Umweltschutz über Landkreisgrenzen hinaus

Abwasserverband „Mittleres Pfinztal und Bocksbachtal“ feiert Jubiläum

In seiner Kläranlage in Pfinztal-Kleinsteinbach feierte der Abwasserverband „Mittleres Pfinztal und Bocksbachtal“ sein 50-jähriges Bestehen. In mehreren Ansprachen wurde der wertvolle aktive Umweltschutz für je zwei Gemeinden des Landkreises Karlsruhe und des Enzkreises sowie für einen Stadtteil Karlsruhes (Stupferich) gewürdigt und die hohe Ausstattungs- und Wirkungsqualität der Anlage gelobt. Luca Wilhelm Prayon, Bürgermeister von Remchingen und Verbandsvorsitzender seit 2010, begrüßte zur Feier seine amtierenden Amtskollegen der angeschlossenen Gemeinden – Nicola Bodner (Pfinztal), Rudi Knodel (Karlsbad) und Ulrich Pfeifer (Keltern) – und auch ehemalige Bürgermeister, einige Gemeindebedienstete und Gemeinde- bzw. Ortschaftsräte, Joachim Schneider als Vertreter des Landratsamtes Karlsruhe sowie Vertreter der Ingenieurgemeinschaft Fröhlich-Leuze, die Planung und Bauleitung für alle bisherigen Baumaßnahmen inne hatte. Zu Gast war natürlich auch das Personal des Klärwerks mit Heinz Wendel an der Spitze, und selbst der Klärwärter der ersten Stunde, Kurt Hahn aus Kleinsteinbach, fehlte nicht. Prayon erinnerte einleitend an Kurt Fröhlich und Winfried Schmidt, zwei für den Verband wichtige Personen, die jahrzehntelang als Planer bzw. Geschäftsführer tätig waren. Mit einem kurzen Schweigemoment gedachte man der beiden kürzlich verstorbenen Wegbegleiter. Gegründet wurde der Verband für das mittlere Pfinztal am 11.Juli 1962 auf Vorschlag des Regierungspräsidiums von den damals noch selbstständigen Gemeinden Kleinsteinbach, Singen, Wilferdingen und Nöttingen. Diesen Vier folgten dann 1965 die ebenfalls noch selbstständigen Mutschelbach, Langensteinbach und Stupferich, ein Jahr später noch Auerbach. Von da an führte der Verband dann seinen heute noch geltenden Namen. Komplettiert wurde der Kreis 1971 noch durch Dietenhausen, heute zu Keltern gehörend. Vor Prayon wurde der Verband von Bürgermeister Fritz Ebel (Singen) von 1962 bis 1979 und dann von Bürgermeister Wolfgang Oechsle (Remchingen) geleitet. Letzterer sprach auch ein Grußwort.

Mit dem Bau der Kläranlage wurde 1971 am tiefsten Punkt des Verbandsgebietes, am Ortsrand von Kleinsteinbach, begonnen, nachdem schon 1963 erste Sammelkanäle verlegt wurden. Heute umfasst das Kanalnetz eine Gesamtlänge von 21 Kilometern. Die ursprüngliche Anlage war für 26.000 Einwohner und Einwohnergleichwerte ausgelegt. Um mit dem technischen Fortschritt Schritt zu halten und den gestiegenen Umweltschutzbestimmungen gerecht zu werden, erfolgte 1988 mit dreijähriger schwieriger Bauzeit wegen problematischer Untergrundverhältnisse eine Erweiterung des Klärwerkes, das nun eine Ausbaugröße von 32.000 Einwohnern und EGW aufwies. Fertig gestellt wurden auch alle geforderten Regenrückhalte- und -überlaufbecken als wichtiges Instrumentarium zur Gewässerreinigung neben der Abwasserbehandlung. Auch nach der Erweiterung wurden mehrere weitere Investitionen zur Verbesserung des Wirkungsgrades getätigt. Prayon stellte mit Genugtuung fest, dass man mit einer Gesamtinvestition von 36 Millionen +EU bestens für die Zukunft aufgestellt ist. Der Vorsitzende lobte die „vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligter“ im gesamten Zeitrahmen.

Der Vertreter des Landratsamtes Karlsruhe, Joachim Schneider, hob ebenfalls den hohen Wert des aktiven Umweltschutzes in einem halben Jahrhundert hervor. Überprüfungen seines Amtes hätten nur sehr gute Werte der Anlage ergeben. Mit dem Hinweis, durch Wärmerückgewinnung den Energieverbrauch weiter zu drosseln, gab er dem Verband noch eine Anregung für eine Optimierung mit auf den Weg. Vom fast 1,5 Millionen Kilowattstunden jährlichen Gesamtstromverbrauch wird bisher über ein Drittel durch eigene Stromerzeugung (Verwertung von Faulgas) abgedeckt. Nicht unerwähnt blieb auch, dass die hervorragenden Ergebnisse im regelmäßigen Leistungsvergleich kommunaler Kläranlagen insbesondere auch der fünf Mitarbeiter umfassenden Klärwärtermannschaft zu verdanken ist.

Text und Foto: Karl-Heinz Wenz





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