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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Do. 26.07.12 , gültig bis Mi. 01.08.12

Pfinztaler Netzwerk Entwicklungspartnerschaft

Heute stellen wir Ihnen das Projekt AJUDA - Kinderhilfe für Honduras vor

Das Projekt AJUDA hat seinen Ursprung darin, dass Frau Blattner aus Karlsruhe im Jahr 1991 bei einer Reise die Not der Straßenkinder in Tegucigalpa wahrgenommen hat. Sie kaufte mit Unterstützung eines Schweizer Freundeskreises ein Haus, nahm Kinder auf und sorgte für deren Betreuung durch einheimische Frauen. Sie ließ sich 3 Jahre vom Schuldienst beurlauben, um dieses Haus zu sanieren und den Ablauf der Kinderbetreuung abzusichern. Seit Jahren lebt sie vor Ort und betreut das Heim. Sie wird bei ihrer Arbeit auch durch junge Praktikanten aus Karlsruhe unterstützt.

1992 gründeten 7 Einwohner aus Pfinztal den Verein „AJUDA e.V.“ und sichern seither mit regelmäßigen Überweisungen den Bestand dieser Kinderhilfe. Die gesamte benötigte Einrichtung für dieses Heim namens „Hogar Ana-Rosa-Maria“ wurde durch eine Spendenaktion in Pfinztal zusammengetragen und dank des kostenfreien Transports durch HAPAG-LLOYD kam der Container nach 6 Wochen dort unbeschadet an. Nach der Einrichtung des Heims erhielt es von der Sozialrichterin in Tegucigalpa die ersten Kinder zugewiesen, im Laufe des Jahres waren es 12 Mädchen im Alter zwischen 2 und 14 Jahren, die von 2 honduranischen Betreuerinnen versorgt wurden. Es wurden deshalb ausschließlich Mädchen aufgenommen, weil diese auf der Straße gefährdeter sind als Jungen und weil es in Honduras kein einziges Mädchenprojekt gab. Die Zahlungen an das Projekt decken sowohl die Ernährung, Kleidung und die Arztkosten für die Kinder wie auch den Lohn der Ersatzmütter ab. Dank der Spenden der Hildegard –Klumpp Stiftung –Karlsruhe konnte Frau Blattner zwischenzeitlich ein weiteres Gebäude erwerben und zur Schule ausbauen, denn die staatlichen Schulen stehen in einem schlechten Ruf. Beide Aktivitäten, der Betrieb des Heims und der Schule, laufen wohlgeordnet, wovon sich mehrere Praktikanten aus dem Pfinztal überzeugen konnten! Wir wollen an dieser Stelle den Pfinztaler Schulen und einer Brettener Schule sowie vielen Einzelspendern herzlich Dank sagen für die große Hilfe seit nunmehr zwanzig Jahren! Mit ihren Zuwendungen und dem Engagement vieler Ehrenamtlicher konnte ein wertvolles Projekt geschaffen und unterhalten werden. Diese tätige Hilfe lässt die Mädchen im „Hogar“ erleben, wie eine behütete Kindheit aussieht. Dies dürfte auch in ihnen den Wunsch wecken, später ihren eigenen Kindern ein geregeltes Zuhause zu bieten und sie nicht mit 5- 6 Jahren aus Platzgründen der Straße zu überlassen. Die Kinder, die das Heim bereits verlassen haben, sind diesem herzlich verbunden und besuchen es regelmäßig, auch die 2 Mädchen, welche inzwischen studieren können. Es konnte ein Gespür für ein „gemeinsames Familienleben“ geschaffen werden, welches wegen der Abwesenheit der weit entfernt arbeitenden Männer in diesem Land nur schwach entwickelt ist. Rosemarie Blattner kann nach über zwanzigjähriger Tätigkeit erkennen, dass sie für die Kinder mehr getan hat als nur füttern und kleiden. Sie hat ein für die Menschen und das Land sehr wertvollen Beitrag geleistet und den Menschen das Fenster für eine positivere Zukunft geöffnet. Denn wenn die Honduraner meinen, dass es überall auf der Welt schöner sei, werden sie das Land verlassen. Wenn man sie aber mit Ideen füllt, werden sie bleiben und zäh an der Gestaltung ihrer Heimat arbeiten! Lassen wir drei deutsche Praktikanten sprechen, wie es aus Rosemarie Blattners Brief vom Dezember 2011 klingt:

„Seit August 2011 sind wir drei Freiwilligen aus Deutschland, Sevilay, Larissa und Paul, hier im Hogar in Tegucigalpa. Unsere Aufgaben sind Betreuung der Mädchen bei den Hausaufgaben sowie je eine Stunde Deutsch- und Englisch-Nachmittagsunterricht. Sobald die Pflicht erledigt ist, versuchen wir, die nicht enden wollende Energie der Kinder bei Spiel, Tanz und Bastelei aufzubrauchen. Dass sie uns von Beginn an in ihre Herzen geschlossen haben, motiviert uns ungemein und lässt uns nahezu vergessen, wie anstrengend das ist, bis wir abends merken, wie erschöpft wir sind…“

Hängen wir das Ende des neuesten Briefs vom Juni 2012 an: Da Honduras immer unsicherer wird, hat Rosemarie beschlossen, keine Freiwilligen mehr aufzunehmen. Der deutsche Botschafter hat sie persönlich hier auf die sich verschlechternde Situation im Land hingewiesen. Die Erfahrungen, die Paul bisher gemacht hat, sei es mit den Kindern, als Lehrer oder handwerklich, sind enorm. Das teilt er in Gesprächen immer wieder mit. Deshalb wünscht er sich, dass möglichst bald wieder Freiwillige aufgenommen werden. Schon im Juni heißt es für Sevilay, Larissa und Paul nach einem Jahr in die Heimat zurückzufliegen. Das wird uns allen sicher schwer fallen. Wir alle grüßen Sie herzlich und bedanken uns für Ihre großzügige Unterstützung. R. Blattner, Paul, Larissa, Sevilay.

Ansprechpartner für das Projekt ist Bernd Giacomelli, Pfinztal, Tel. 07240 7544, Mail: giacomelli-b@web.de


In der nächsten Woche berichten wir über die die Arbeit von Célestine und Paul Kaboré in Burkina Faso, West-Afrika





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