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Branchenverzeichnis Pfinztal

Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Do. 05.07.12 , gültig bis Mi. 11.07.12

In Wöschbach werden Kirschen versteigert

113 Kirschbäume kommen unter den Hammer

Wohlweislich haben nicht wenige zur Kirschenversteigerung in Wöschbach Körbe und Leitern gleich mit dabei. Haben sie den Zuschlag bekommen und ihren favorisierten Kirschbaum ersteigert, kann die Ernte sofort beginnen. Eine Kirschenanlage gibt es in Wöschbach seit dem vorigen Jahrhundert. Angelegt wurde sie von der damaligen Gemeinde Wöschbach. An einem der Eckpunkte des Areals, am Weg nach Königsbach, steht ein Wegkreuz aus dem Jahr 1791 und gibt der 'Kirschplantage' ein historisches Erkennungsmerkmal. Zur alljährlichen Reifezeit wird zur sogenannten Kirschenversteigerung gerufen. Der Fachbereich Umwelt und Garten der Gemeinde Pfinztal in Zusammenarbeit mit der Ortsverwaltung Wöschbach sind hierfür verantwortlich. Es gilt, den Ertrag von 113 Kirschbäumen an interessierte Kirschpflücker zu bringen. Die Wöschbacher Kirschenanlage wartet mit einer beachtlichen Vielfalt von frühen, mittleren und späten Sorten auf. Es sind ausschließlich Süßkirschen in unterschiedlichen Arten der veredelten Formen von Herz- und Knorpelkirschen. Ob hellrot, gelbrot, dunkelbraun, dunkelbraunrot, oder schwarzbraun, lecker anzusehen sind die reifen Früchte allemal. Die sommerlichen Temperaturen der letzten Wochen haben den Reifeprozess immens beschleunigt, sagt Thomas Seeger. Der Feldhüter der Gemeinde Pfinztal hat zuvor jeden Baumstamm mit einer Zahl gekennzeichnet. Damit ist die Dokumentation möglich, wer welchen Baum oder auch mehrere ersteigert. Der Fruchtbehang ist in diesem Jahr eher mager, wie Ortsvorsteher Otmar Bittner feststellt, der die Rolle des Auktionators übernimmt. Die Schar der Selbstpflücker vom Kleinkind bis zum Senior hat zuvor noch die Möglichkeit, die erreichbaren Früchte zu kosten. Bisweilen ist dies gar nicht einfach, nachdem die knackig-süßen Versucherlen bisweilen gänzlich fehlen. Beobachter teilen mit, dass die Tage zuvor immer wieder Fremde der Kirschenplantage einen Besuch abstatteten und ohne Genehmigung ernteten, teilweise sogar mit Leitern. Da fast ausschließlich der jeweilige Baumbehang gering und der Zugang zu den Kirschen ohne Hilfsmittel nicht möglich ist, werden die Bäume zumeist im „Paket“ versteigert. Da kommt es vor, dass fünf Kirschbäume zum Preis von sechs Euro weggehen. Eine Preistreiberei bleibt zumeist aus. Jeder kommt zum Zug und ersteigert sich seine Baumanteile. „Alles unbehandelte Früchte“, informiert Thomas Seeger, der deutlich macht, dass keinerlei Spritzmittel verwendet wurden. Ende Mai beginnen in der Regel die sieben „Kirschenwochen“. Und wer noch was zum Fruchtfleisch wissen will, der erfährt, dass Herzkirschen weicher und somit deren Schale platzfester ist, als das der Knorpelkirschen. Und schließlich gibt Thomas Seeger auch die Antwort darauf, dass Kirschen eine zu den Rosengewächsen gehörende sortenreiche Steinobstart sind.

Text: Emil Ehrler





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