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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Do. 21.06.12 , gültig bis Mi. 27.06.12

Die Kelten in Pfinztal – heimatgeschichtlicher Vortrag zum Thema „Kelten“ im Bürgerhaus

Geschichte ist interessant und spannend. Geht es um die Heimatgeschichte ist das historische Bewusstsein noch ausgeprägter. Zeichen dafür war ein gefülltes Pfinztaler Bürgerhaus. Mit „Die Kelten im Pfinztal“ war die Veranstaltung überschrieben. Die Gemeinschaftsveranstaltung hatten der Heimatverein Pfinztal und die Ortsverwaltung Söllingen initiiert. Unterstützt wurden sie dabei vom Heimatverein Remchingen, der seit 2009 ein Römermuseum sein Eigen nennt, jene junge Einrichtung aus der Nachbarschaft, die ehrenamtlich betreut, sich der Heimatgeschichte annimmt. In Baden-Württemberg wurde 2012 als das Keltenjahr ausgerufen. Die Zeit der über ganz Europa verstreuten Kelten währte von 800 vor Christus, bis um die Zeitenwende. In der Region Pfinzgau, einem historischen Raum zwischen Karlsruhe und Pforzheim den heute eine Kreisgrenze trennt, hat man Spuren dieser Menschen nachweisen können. Archäologische Funde wurden vielerorts gemacht, darunter auch Kleinfunde in Berghausen und Söllingen. Möchte man Licht in das Dunkel der Geschichte um die Kelten bringen, dann wird Vieles vermutet. Bestätigt ist wenig bis nichts. Grund: Es gibt keine Schriftzeugnisse und damit ein großes Quellenproblem. Einzig Ausgrabungen geben bislang den Beweis. Ein Thema das Jeff Klotz mit einem Überblick über die keltische Besiedlung in der Region Pfinzgau beleuchtete. Der Leiter des Römermuseums Remchingen, der auch die Historiker der Region betreut, weiß viel. Er legt sein Augenmerk auf das Terrain der heutigen Gemeinden Keltern, Königsbach-Stein, Pfinztal, Remchingen und der Stadt Neuenbürg im Enztal. Im Nordschwarzwald lag um das fünfte Jahrhundert vor Christus das industrielle Zentrum zur Verarbeitung der hier vorkommenden Eisenerze, was auch üppige Funde belegen. Viele Menschen müssen hier gelebt haben und die galt es zu versorgen. Deshalb ist Jeff Klotz der Ansicht, das Pfinztal habe als landwirtschaftliches Zuliefergebiet gedient. Seines fruchtbaren Lösbodens wegen, vermutet man hier nicht nur ein exponiertes Siedlungsgebiet der Kelten, sondern auch die Kornkammer der Region. Dafür sprechen nicht zuletzt gemachte Funde: In Singen, einem Ortsteil von Remchingen im Enzkreis beispielsweise, hat man ein keltisches Frauengrab mit vielen Schmuckbeilagen gefunden. Die Preziosen hatte Jeff Klotz mitgebracht. Besonderes Augenmerk fand eine 2 500 Jahre alte Gewandspange, die in Berghausen entdeckt wurde. Die keltischen Funde im Pfinzgau sind der Latène-Kultur zuzuordnen. Um 100 nach Christus verschwanden die Kelten. Viele Fragen waren das Resultat. Rede und Antwort standen Jeff Klotz sowie weitere Helfer aus dem Leitungsteam des Römermuseums Remchingen. Ein Rundgang durch das im Bürgerhaus in Söllingen untergebrachte Museum des Heimatvereins Pfinztal schloss sich an. Hier hat man damit begonnen eine Abteilung „Kelten“ einzurichten. „Noch ist es nicht wie es sein soll“, sagte Hans Weiß. Der Vorsitzende des Heimatvereins weiß um die Wichtigkeit der begonnenen Partnerschaft mit dem Heimatverein Remchingen und seinem Römermuseum und nannte es „Ein zielführendes Miteinander eines sich gegenseitigen Befruchtens im Sinne der Heimat und seiner Geschichte.“ Ab März 2013 soll im Römermuseum Remchingen die Ausstellung „Römisches Germanien“ gezeigt werden.

Das Römermuseum Remchingen, in Remchingen-Wilferdingen, Niemandsberg 4, ist jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Gezeigt werden auch Funde aus der Gemeinde Pfinztal.

Text und Foto: Emil Ehrler





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