Gemeinde Pfinztal · Hauptstr. 70 · D-76327 Pfinztal · Tel. 07240 62-0 · Fax 07240 62-199 · info@pfinztal.de · www.pfinztal.de

A+   Vollversion   Light-Version   Hilfe


Branchenverzeichnis Pfinztal

Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Do. 14.06.12 , gültig bis Mi. 20.06.12

Prozessionen an Fronleichnam in Söllingen und Wöschbach

Fronleichnam wird am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag, zehn Tage nach Pfingsten gefeiert. Es dient der besonderen Verehrung des Altarsakramentes, der bleibenden Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie. Seit dem 13. Jahrhundert wurde als sichtbares Zeichen für den Glauben an die Gegenwart Christi das eucharistische Brot (Hostie) in einem Schaugefäß (Monstranz) durch die Straßen getragen. Die Prozessionswege und Stationen werden auch in Pfinztal mit Blumenteppichen geschmückt.

Festmessen in den Pfarrkirchen Pius X. und Sankt Johannes der Täufer am Feiertag Fronleichnam gingen den Prozessionen voran. „Gestärkt mit dem Brot des Lebens auf die Straße gehen“, hieß es in Söllingen und in Wöschbach, den beiden Orten der Seelsorgeeinheit Pfinztal, die auf lange Traditionen verweisen können. In Söllingen beschränkte man sich auf eine kleine Prozession auf dem Kirchvorplatz. In Wöschbach führte die Prozessionsstrecke durch das Oberdorf. Zur Freude aller daran Beteiligten, der vielen Besucher und Gäste und nicht zuletzt derjenigen, die für ein 'vergelt´s Gott' für einen wundervoll geschmückten Prozessionsweg früh morgens bereits künstlerische Hand anlegten, sorgte das Wetter, bei 20 Grad Lufttemperatur, für einen sonnigen und stimmigen Vormittag des Festtages.

Vor 766 Jahren (1246) wurde Fronleichnam, das bedeutet 'Leib des Herrn', eingeführt, später zum allgemeinen kirchlichen Fest erklärt und weltweit gefeiert. In Söllingen führte vor 60 Jahren die erste Fronleichnamsprozession (12. Juni 1952) durch die Straßen. In diesem Jahr beschränkte sich diese auf den Platz vor der Kirche. Hier war ein Blütenteppich in Kreisform angelegt worden. Auch in der Kirche, auf dem Mittelgang zum Altar, war der Boden mit farbenfrohen Ornamenten für dieses Fest geschmückt. Aber dieses „Wenige“ muss gemacht sein. Die Teppich-Designer jedenfalls haben mit vielerlei Materialien, wie Grasschnitt, Hobelspäne, Kaffeesatz, Blüten, Buchs und Früchten eine religiöse Choreografie geschaffen die Vieles zeigt und aussagt. Gottesdienst und Prozession wurden von Gemeindepfarrer Albert Vetter gehalten.

In Wöschbach reicht die Geschichte der Fronleichnamsprozessionen zumindest bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. Daran können sich Ältere erinnern. Schon recht früh kam als steter Begleiter der feierlichen Märsche durch das Unterdorf die Kapelle des Musikvereins „Frohsinn“ Wöschbach dazu. Die Wegstrecke durch das Oberdorf, mit zwei Stationen, eine davon ist das inzwischen 184 Jahre alte Wegkreuz Ecke Stein- und Wesostraße, ist die jüngere Route, nachdem anfangs nur das Unterdorf von Fronleichnamsprozessionen „besucht“ wurde. Pfarrer Erhard Bechtold aus Karlsruhe, schon viele Jahre in Pfinztal an Fronleichnam im Dienst, zelebrierte das Geschehen.

Worauf man in Wöschbach besonders stolz ist, das ist der nahezu durchgängig angelegte Blütenteppich. Mehrere hundert Meter lang. Sein Anfang und Ende ist vor dem Altar der Pfarrkirche Johannes der Täufer, wo auch die Prozession beginnt und endet.

Dort steht auf dem Blütenteppich „Empfangt den Heiligen Geist“. Der Naturteppich ist rund 20 Meter lang und für seine Gestaltung ist alljährlich, seit 1974, der Frauenkreis der Katholischen Gemeinde Wöschbach, verantwortlich.

Auch beim 39. Mal haben sie diese Aufgabe mit großer Hingabe und Sorgfalt erledigt. Motive und Symbole wechseln jährlich. Sie sind gestaltet aus Materialien wie Blüten, Buchs, Gras, Kaffeesatz, Sägemehl und Sand. Verwendet wird das, was gerade in der heimischen Flora blüht. Die Arbeit von Stunden, allein sechs in der Kirche, steckt in einem Blütenteppich, dazu die Vorarbeiten, wie das Sammeln und Schneiden der Zutaten. In Sankt Johannes in Wöschbach bleibt dann das Meisterstück des Frauenkreises mindestens bis zum darauf folgenden Sonntag als Anschauungsobjekt für Gottesdienstbesucher liegen. Wertvolle Hilfe leisten in Wöschbach für die Absicherung der Fronleichnamsprozession (durch eine entsprechende Beschilderung auf den Straßen) der Bauhof der Gemeinde Pfinztal in Zusammenarbeit mit der Abteilung Wöschbach der Freiwilligen Feuerwehr.

Text und Foto: Emil Ehrler





Zurück