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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Gewerbe/Wirtschaft/Firmen | Mitteilung vom Do. 03.05.12 , gültig bis Mi. 09.05.12

ICT mit Innovation Award 2012 ausgezeichnet

Der Produktbereich Polymer Engineering am Fraunhofer Institut für Chemische Technologie (ICT) in Pfinztal hat in Kennerkreisen einen guten Namen. Mit über 100 Mitarbeitern zählt man sich international zu den bedeutenden Forschungsgruppen bei der anwendungsnahen Entwicklung von Kunststoffbauteilen. Im Verbund mit Partnern und Kunden erarbeiten Wissenschaftler auf dem Hummelberg in Berghausen neuartig miteinander vernetzte Verfahrensschritte. Dadurch werden die Einsatzgrenzen polymerer Materialien in der Gegenwart ständig erweitert.

Jetzt ist nach dreieinhalb Jahren intensiver Forschung in einem Netzwerk von sieben Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft ein bedeutsamer Erfolg gelungen. Das Team um Jan Kuppinger wurde auf der weltgrößten Faserverbundmesse 'JEC Composite Show' in Paris mit dem JEC Innovation Award 2012 in der Kategorie Prozessentwicklung ausgezeichnet. Das Siegerprodukt hat die umfassende Bezeichnung 'PURtrain-Funktionsintegriertes Wa-genkastensegment in Multi Material Design - Hybride Sandwichbauweise für Schienenfahrzeuge'. Dabei handelt es sich um den Prototyp einer Einhausung für Dieselmotoren, die um 35 Prozent leichter und um 30 Prozent kostengünstiger ist als das Gegenstück aus Aluminium und Stahl. Nicht nur bei der Automobilindustrie, sondern auch bei der Eisenbahn denkt man verstärkt über Leichtbau zum Beispiel für Dieselzüge nach. Damit sollen Treibstoffverbrauch und -kosten reduziert und zugleich der Kohlendioxidausstoß gesenkt werden, erklärt Jan Kuppinger. Das prämierte Bauteil hat die Maße von 4,5 Meter Länge und 2,5 Meter Breite und befindet sich am Zug unterhalb der Fahrgastzelle und oberhalb der Schienen. Aufgabe ist es, den Motor vor Steinschlag und ein mögliches Auslaufen von Öl in das Gleisbett zu verhindern. An geeigneten Zugstellen wurden gängige Materialien wie Aluminium und Stahl für die Einhausung des Motors durch das neue Bauteil ersetzt. Dabei handelt es sich um eine neuartige, schnittstellengleiche Bauweise unter Verwendung von faserverstärkten Polyeurethan-Sandwichstrukturen. Ein so komplexes Bauteil herzustellen, das zudem die neuesten Brandschutzanforderungen erfüllt, war bisher nicht möglich, sagt Floria Wafzig vom Entwicklungsteam.

Die preisgekrönte effiziente Lösung ist ein bedeutender Schritt nach vorne, sind sich die beiden Ingenieure einig. Mit einem Forschungsvolumen von jährlich 32 Millionen Euro bietet das Fraunhofer-Institut Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen von der Idee bis hin zur vorserienreifen Produktentwicklung aus einer Hand an. Die stete Nachfrage bestätigt den guten Ruf der Adresse, sagt Stefan Tröster, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim ICT.

Text: Emil Ehrler
Foto: privat





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