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Branchenverzeichnis Pfinztal

Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Do. 01.03.12 , gültig bis Mi. 07.03.12

Menschen aus Pfinztal: Gertrud Staiger feiert den 100. Geburtstag

Es ist bemerkenswert, was Gertrud Staiger noch alles weiß. So beispielsweise ihren vor 86 Jahren erhaltenen Konfirmandenspruch, dass Lehrer und Pfarrer sie geprägt hatten, sie beim Schlittenfahren auf den Söllinger Anhöhen Anfang der Dreißigerjahre ihren Ehemann Ferdinand kennenlernte und vieles mehr. Ihr Langzeitgedächtnis funktioniere tadellos, sagt die gelernte Damenschneiderin, die heute am 1. März ihren 100. Geburtstag begeht. Zusammen mit ihrer Mutter, der 'Nähre-Mine', hat Gertrud Wenz nach der Lehrzeit in der Residenzstadt Karlsruhe den Handwerksbetrieb im Unterdorf viele Jahre betrieben. Was da alles in armen Zeiten zusammen geschneidert, genäht und kreiert wurde, sind noch heute für die Jubilarin wahre modische Meisterstücke. Auch gehörte Mobilität zum Handwerk, mit der Nähmaschine unter dem Arm wurden die Kunden auch auswärts besucht. Gertrud Staiger schmunzelt, wenn sie erzählt: 'Unsere Nähstube war zugleich die beste Informationsbörse für die Geschehnisse im Ort', wozu ihr immer noch Anekdoten einfallen. 1936 heiratete sie den Mechaniker Ferdinand Staiger, die Ehe währte 60 Jahre. Sohn Ferdinand Junior wurde geboren, die junge Familie zog in das Elternhaus des Ehemanns in die Pfinzstraße. Für ein Vereinsleben war keine Zeit, stattdessen hieß es bei Gertrud Staiger 'schaffen schaffen' im Haushalt, Garten und als Schneiderin. Haften blieb ihr, als vor sieben Jahren die Kräfte verstärkt nachließen und sie fortan von Sohn Ferdinand und Schwiegertochter Margarete, dazu den Pflegekräften der Ökumenischen Diakoniestation Pfinztal noch intensiver als zuvor betreut wurde. Vor drei Jahren dann machte ein leichter Schlaganfall die häusliche Pflege unmöglich. Seither lebt Gertrud Staiger im Haus Edelberg in Berghausen. 'Keine leichte Entscheidung' und dennoch hat sich die Jubilarin eingelebt, dazu bekommt sie jeden Tag Besuch von Ferdinand und Margarete sowie den zwei Enkeln und vier Urenkeln und von weiteren Angehörigen. Zum 100. Geburtstag werden Freunde und Bekannte erwartet, auch Bürgermeisterin Nicola Bodner und der Söllinger Ortsvorsteher Tilo Reeb haben sich angesagt. Gertrud Staiger will das kleine Fest zum Anlass nehmen, ihrer Familie und allen zu danken, die sie in Höhen und Tiefen begleitet haben, an vorderster Stelle aber dem lieben Gott.

Text und Foto: Emil Ehrler





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