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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Do. 12.01.12 , gültig bis Mi. 18.01.12

Menschen aus Pfinztal: Erwin und Josefine Gromm feierten Gnadenhochzeit

Dass die Verbindung eines Ostpreußen mit einer Badnerin ein Leben lang funktionieren kann, können Erwin und Josefine Gromm, die vergangenen Dienstag (10. Januar) ihre Gnadenhochzeit im Seniorenzentrum Haus Edelberg in Berghausen feierten, bestätigen. Im Kriegsjahr 1941 haben sich Fräulein Kohr und der in Baden-Baden stationierte Soldat in der Kurstadt kennengelernt. Geheiratet wurde in Königsberg, der Heimatstadt des heute 94-Jährigen. Dort wollte das junge Paar auch bleiben. Die Bedrohung aus dem Osten veranlasste die heute 92-Jährige Josefine aber, 1943 nach Baden-Baden zurückzukehren, wo sie im Stadtteil Balg geboren wurde. Erwin Gromm hat Tischler gelernt und hat vom ersten bis zum letzten Tag den Zweiten Weltkrieg als Soldat erlebt, dazu kam noch eine Kriegsgefangenschaft. Zunächst in seinem Beruf, danach bis zum Ruhestand arbeitete er im Touristikbereich der Bäder- und Kurverwaltung in Baden-Baden. Als Servicekraft fand sie in der Gastronomie eine Arbeit. Nach der Hochzeit war sie Hausfrau und Mutter für die beiden Söhne Reiner und Bernd. Jetzt, zur Jubelhochzeit ist der Ältere, zur großen Freude der Eltern, aus Honduras angereist. Mit 'Was man so alles erlebt' bilanziert Erwin Gromm das lange Eheleben. Für Ehefrau Josefine sind die schlechten Zeiten unvergessen wenn sie sagt 'An alles muss man sich gewöhnen' und dabei der verlorenen Jugendzeit nachtrauert. Das Miteinander haben sie stets groß geschrieben, als da sind das Singen als Tenor und Sopran über Jahrzehnte hinweg beim gemischten Chor des Gesangvereins Concordia Baden-Baden. Oder bei der Arbeit im großflächigen idyllischen Garten am Hardberg mit Blick über Baden-Baden. Allein hat dagegen Erwin Gromm dem Hobby als Petrijünger gefrönt. Seinen Führerschein hat er mit 90 Jahren zurückgegeben und er saß noch selbst am Steuer, als das Paar 2007 im betreuten Wohnen des Hauses Edelberg in Berghausen Einzug hielt. In der Nähe von Sohn Bernd wollte man sein, das war der Grund für die Wahl des Altersruhesitzes in Berghausen. Sein handwerkliches Geschick zeichnet Erwin Gromm bis heute aus. Im Seniorenzentrum ist er der Mann bei der Fertigung von Kunstgegenständen jeglicher Art. Die Accessoires sind überall im Seniorenzentrum zu sehen, sagt er mit Stolz. Inzwischen lebt das Paar im Pflegebereich des Seniorenzentrums, wo sie sich behütet fühlen. Ideen sind vorhanden, doch alles kann er nicht mehr machen. Aber ohne Arbeit geht es nicht, sagt Erwin Gromm, sonst droht er zipfelsinnig zu werden. Zur Familienfeier waren auch die fünf Enkel und zwei Urenkel gekommen. Angesagt hatte sich auch Ortsvorsteher Harald Becker, der die Glückwünsche der Gemeinde und des Ministerpräsidenten überbrachte.

Text und Foto: Emil Ehrler





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