Gemeinde Pfinztal · Hauptstr. 70 · D-76327 Pfinztal · Tel. 07240 62-0 · Fax 07240 62-199 · info@pfinztal.de · www.pfinztal.de

A+   Vollversion   Light-Version   Hilfe


Branchenverzeichnis Pfinztal

Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Musik/Kunst/Kultur | Mitteilung vom Do. 15.12.11 , gültig bis Mi. 21.12.11

Hunderte Fossilien im Bürgerhaus: Nur noch vier Ausstellungstage

Das Klopfen und Graben gehört zum Handwerk von Paläontologen. Der Wissenschaft über die Lebewesen vergangener Erdzeitalter widmen sich in ihrer Freizeit Wolfgang Hartmann aus Berghausen und Marcel Mayer aus Birkenfeld. Die paläontologische Forschung hat zum Ziel, in Sedimentgesteinen vorkommende Organismenreste und Hinweise aller Art auf vorzeitliche Lebewesen (Fossilien) zu finden. Im Bürgerhaus in Söllingen haben beide eine Ausstellung zusammengestellt, die mit 'Fossilien' überschrieben ist. Dabei gezeigt werden Hunderte von selbst gefundenen Stücken, aber auch Leihgaben. Die Fundorte sind rund um den Globus verteilt. Die kleinsten Pretiosen wiegen gerade mal wenige Gramm, die Schwersten bringen es auf über 50 Kilogramm. Inzwischen haben Wolfgang Hartmann und Marcel Mayer viele gemeinsame paläontologische Exkursionen in Europa unternommen, zuletzt nach Westfrankreich. Damit verbunden sind interessante Geschichten. Bei einem Dia-Vortrag nahmen sie die Besucher nun mit zu verschiedenen Fundstätten. Der Ausflug in die Geschichte von der Erdurzeit, über Perm, Trias, Jura bis hin zur Kreidezeit stellt eine Spanne von 200 Millionen Jahren dar. Vor 38 Jahren hat Wolfgang Hartmann damit angefangen, seit 25 Jahren ist Marcel Mayer dabei, auf den bei einem Vortrag von Wolfgang Hartmann der Funke übergesprungen ist. Der Rundgang durch die Ausstellung gleicht einem Abenteuer, gespickt mit steinernen Kostbarkeiten und Raritäten. Zu sehen sind fossiler Farn aus dem unteren Jura, Tertiäre Muscheln und Schnecken, ein Laibstein mit Ammoniten rund 190 Millionen Jahre alt, dazu als absoluter Hingucker Dinosaurier-Eier, die der Kreidezeit vor 80 Millionen Jahre zuzuordnen sind. Von einer schweren Arbeit, die sich aber lohnt, berichten beide und nennen Steinbrüche, beispielsweise bei Holzmaden in Württemberg, als Grabungsstätten, ebenso Baustellen und Ackerflächen, wo bisweilen unter der Krume bereits Schichten mit Ammonitenfriedhöfen zum Vorschein kommen. Voraussetzung ist aber eine jeweils vorhandene Genehmigung der Besitzer des geschichtsträchtigen Terrains. In Söllingen, hier war Wolfgang Hartmann viele Jahre als Lehrer an der Grund- und Hauptschule tätig, gehören der vorkommende Buntsandstein und Muschelkalk der Trias-Zeit an. Die nächste jüngere Gesteinsschicht ist der Jura. Der Schwarze Jura, genannt Lias (170 bis 180 Millionen Jahre alt) ist der Favorit des 75-Jährigen. Sein paläontologischer 'Ziehsohn' Marcel Mayer kommt vom Braunen Jura, genannt Dogger, nicht los, der 140 bis 160 Millionen Jahre alt ist. Mit geologischen Karten als Handhabe und Wegweisern geht man dabei auf die Suche. Dazu heißt es, stetig die Augen offen zu halten beim Steineklopfen. Manchmal hilft auch der Zufall, um prachtvolle Stücke ans Tageslicht zu befördern. Dazu zählt ein Ichthyosaurier, ca. 190 Millionen Jahre alt, der von einem unscheinbaren Fund nach der Präparation zum reizvollen und Geheimnisse umhüllenden Schmuck- und Ausstellungsstück wurde.

Geöffnet ist die Ausstellung 'Fossilien' nur noch am 21. Dezember und am 4. Januar, 12. Februar und 26. Februar, jeweils von 16 bis 18 Uhr. Wolfgang Hartmann und Marcel Mayer sind dann im Bürgerhaus, Hauptstraße 57 und führen durch die Ausstellung. Sonderführungen für Schulklassen, Vereine, Jahrgangstreffen, Kindergärten, sind nach tel. Vereinbarung (0721 4902021) möglich.

Text und Foto: Emil Ehrler





Zurück