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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Musik/Kunst/Kultur | Mitteilung vom Do. 10.11.11 , gültig bis Mi. 16.11.11

Wolfgang Müller stellt im Bürgerhaus sein neues Buch vor

Tolle Texte und Fotos ergeben 'Waisch, was e moin?'

Der Tipp heißt 'Gschwätzt isch schnell - halt a dumm raus.' Gegeben hat ihn Wolfgang Müller und hinzugefügt: 'Awwer do sag e eich jo nix Neis.' Und recht hat er, der bekannte Mundartdichter aus Söllingen, der im bis auf den letzten Platz besetzten Bürgerhaus seinen jährlichen Heimauftritt hatte und dabei sein neues, noch druckfrisches Buch vorstellte. Auf 136 Seiten gibt es da Mundart aus dem Pfinztal zu lesen, dazu zahlreiche Fotografien des Söllingers Steffen Hauswirth. Als Buchtitel hat Wolfgang Müller 'Waisch, was e moin?' gewählt. Diese Entscheidung traf er nach jahrelangen Feldversuchen und platzierte den in Pfinztal am häufigsten verwendeten Satz, in schriftdeutsch 'Weißt du, was ich meine?', auf die Umschlagseite. Dazu als Logo eine Mücke. Genau mit dieser „Muck“ hat der Poet 'e Art Seeleharmonie' festgestellt und mit 'Zufallsbekanntschaft' niedergeschrieben. Im neuen Buch, dem Nachfolger von 'Hollywood in der Krottenlach', hat 'Kässe', wie Wolfgang Müller im Ort genannt wird, von Jugend an sich als genau beobachtender und tiefsinniger Mitbürger mit seinen Reimen in Prosa dargestellt. 'Ein Schlawiner' eben, wie es ein Kompliment ausdrückt. Wenn Wolfgang Müller ausholt und aus seinem Verse-Repertoire vorliest, dann gibt das lange Abende. Neben den Texten wird dann noch dies und das mit den Zuhörern beredet. Dazu lockert Live-Musik das Ganze auf. Das Duo 'Desafinados', in der Besetzung Bernhard Dürr (Gesang, Gitarre und Mandoline) und Jochen Rodewig (Gesang, Klarinette, Kontrabass und Saxofon) setzten wohlklingende Akzente. Die Melodien aus dem Spektrum von Folksongs, Klezmer und Musica Latina hatten Freundschaft und Zusammenhalt zum Inhalt. Genau diese Charaktere und Eigenschaften bemüht auch Wolfgang Müller und formuliert sie in 'Söllinger Deutsch'. Was dann auf das Papier kommt attestierte dem Pfinztaler, bislang als tolerant, liberal und gnitz zu gelten. Hinzu kommt jetzt noch Kunstverstand. Das neue Buch ist in sieben Abschnitte unterteilt. Es beginnt mit 'Waisch, was e moin?', es folgen 'Symbadische Aigeschafte', 'Was wohr isch, derf ma sage', 'Nix wie naus', 'Mit Gutselen durch`s Johr', 'Drum prüfe, wer sich...' und endet mit 'Net für d`Schul, sondern für`s Läwe...' Kostproben gab es aus jeder Abteilung. Da hieß es dann 'Uff Du un Du mit de Mundart', 'Mehrdeidich', 'Abhooge' oder 'Zufallsbekanntschaft'. Wolfgang Müller ist keiner der übertreibt, auch fragt er ungeniert und fordert geradezu auf sich 'frei zu lachen' - an passender Stelle wohlgemerkt. Insgesamt 90 Reime finden sich im Buch wieder, das ist beachtlich. Müller gibt zu verstehen, 'Wenn ich nachdenklich bin, fällt mir ein Text ein'. Er muss öfters nachdenklich sein, freut sich das Publikum. Das applaudierte viel und dankte auf diese Weise ebenso herzlich für die Einlage von Herbert Wenz. Der 71-jährige Söllinger Sonnenhofbauer, trug 'Der Floh' und 'Der Lattenzaun' vor. Mit Herbert Wenz verbindet Wolfgang Müller eine besondere Freundschaft, die vor mehr als 50 Jahren für den Volksschüler aus der Waldstraße bei der Feldarbeit im Sonnental begann.

'Waisch, was e moin?' ist im Maulwerk Verlag (ISBN 978-3-00-036052-7) erschienen. In Pfinztal ist es zu erhalten bei der Buchhandlung 'LiteraDur', Karlsruher Straße 84 in Berghausen oder der Buchhandlung 'Lesezeichen', Bahnhofstraße 10, in Söllingen.

Text und Foto: Emil Ehrler





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