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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Ferienprogramm | Mitteilung vom Do. 25.08.11 , gültig bis Mi. 31.08.11

Rundmühle im Lederbeutel herstellen

Die keltische Welt, jene Kulturperiode, die man auch mit 'Eisenzeit' überschreibt, in Erinnerung und im Gespräch halten, möchte die Keltenfamilie 'Abnoba' aus Straubenhardt im Enzkreis. Für Ferienkinder in Pfinztal boten sie Einblicke in das handwerkliche und künstlerische Geschick der Menschen jener Zeit an. Zur darstellenden Gruppe aus dem Nordschwarzwald gehören Erich Fuchs und Marianne Sabieraj. Im Bürgerhaus in Söllingen traten sie auf, wie echte Kelten, mit Kleidung aus Leinen und Schafwolle. Für die Kinder ab sechs Jahren ein ungewohnter Anblick. Damit aber Ann-Cathrin, Elsa, Julius, Lucas und die Schwestern Amelie und Viktoria einen kindgerechten geschichtlichen Hintergrund erhielten, erfuhren sie einiges zur alltäglichen Lebensweise der Kelten. Seit vier Jahren sind der 71-jährige Erich Fuchs und die sieben Jahre jüngere Marianne Sabieraj als 'Kelten' unterwegs. Bei Kursen, Seminaren und Workshops sowie bei antiken Märkten stellen sie den Kontakt zu einer Zeit vor über 2.000 Jahren her. Sinn macht auch der Name 'Abnoba' für die Keltenfamilie des 21. Jahrhunderts, denn so hieß die keltische Göttin des Schwarzwaldes. Genug geredet, jetzt sollte was geschafft werden: Eine Rundmühle im Lederbeutel war herzustellen. Quadratische Stücke von gegerbtem Schweinsleder in den Farben Braun, Gelb, Rot, Schwarz und Türkis standen zur Auswahl bereit. Auf das Leder wurde eine Metallscheibe gelegt und mit einem Stift umfahren. Danach galt es, die Kreisfläche in acht Segmente zu unterteilen. Damit waren die Konturen für das Spiel 'Rundmühle', das aus jener Zeit stammt, bereits fertig, erklärte Erich Fuchs den kleinen Handwerkern. Von Anleitungen und Hilfestellungen abgesehen, hatten diese bis hierhin alles allein gemacht. Später bekam dann jeder noch sechs Spielsteine: 'Drei sind aus Schwarzwald-Holz und drei aus Stein aus dem Neuenbürger Bergwerk', erklärte Marianne Sabieraj deren Herkunft. Auf einer hölzernen Unterlage hieß es danach in gleichmäßigen Abständen entlang des Kreisumfangs vorgegebene Löcher in der Metallscheibe mit dem Hammer und einem stumpfen Nagel durch das darunter liegende Leder zu schlagen. Keine Stunde war vergangen, als zum guten Schluss bunte Lederriemchen in die Löcher im Leder eingefädelt und verknotet wurden: Fertig war der bunte Lederbeutel. Dieser Ferienspaß-Lederbeutel hat zweierlei Funktionen, machten Erich Fuchs und Marianne Sabieraj deutlich: Man kann darin etwas aufbewahren und man kann auf seiner bemalten Innenseite Rundmühle spielen. Einfach und verständlich war die Spielanleitung, die Ann-Cathrin und Julius ihren Kameraden vorlasen. Dann wurden die Spielsteine abwechselnd gesetzt. Im Gegensatz zum heutigen großen Mühlespiel gibt es bei der Rundmühle nur eine Form der Mühle (drei Steine in einer Reihe). Dabei ist ganz wichtig, zeigten die beiden Alten den Jungen, dass die Mitte des Spielfeldes besetzt sein muss.

Text und Fotos: Emil Ehrler





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