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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Do. 18.08.11 , gültig bis Mi. 24.08.11

Menschen aus Pfinztal: Herbert und Felicitas Beyer feierten diamantene Hochzeit

Die ständig gute Laune von Herbert Beyer steckt alle an. Dabei hat der 84-Jährige nach einem Gehirnschlag eine Beschädigung des Sprachzentrums sowie eine halbseitige Lähmung zurückbehalten. Seit sechs Jahren ist zu seiner Pflege neben der drei Jahre älteren Ehefrau Felicitas die Mithilfe der Großfamilie sowie des in der Nachbarschaft wohnenden Hausarztes vonnöten. Am vergangenen Dienstag wurde in der Schwarzwaldstraße 17 in Kleinsteinbach das Fest der diamantenen Hochzeit gefeiert. Der Auslöser zum Umzug ins Pfinztaldorf war für das kinderlose Ehepaar, dass hier eine Nichte wohnte, und ein behindertengerechter Hausbau realisiert wurde. Geheiratet wurde 1951 in Bruchsal. 55 Jahre blieb man in der Barockstadt und baute hier das namhafte Geschäft 'Fahrrad-Motorrad-Beyer' auf. Herbert Beyer, geboren in Oschatz in Sachsen, erlernte den Beruf als Zweiradmechaniker. Felicitas wuchs in der deutschen Sprachinsel Kremnitz in der Slowakei auf. Nach dem Studium der Pädagogik in Prag wurde die Familie 1945 ausgewiesen und kam nach Oschatz. Im Tanzsaal der sächsischen Kreisstadt lernte man sich kennen. Herbert Beyer wechselte aus der sowjetischen Zone in den Westen, Felicitas blieb als Lehrerin in Oschatz zurück. Treffen konnte sich das Paar die nächsten Jahre nur heimlich, entweder in Leipzig oder dort, wo sie niemand kannte. Für die Ausreise benötigte Braut Felicitas eine Genehmigung zur Einreise in die Bundesrepublik zwecks Heirat. In einer Kriegsruine in Bruchsal starteten die beiden Vertriebenen zusammen das eigene Geschäft. 'Die bleiben nicht lange' hieß es bei den Einheimischen, die sich irren sollten. Beharrlichkeit, Fleiß und Können, dazu Freundlichkeit und Umgänglichkeit mit Mitmenschen und Kunden waren die Attribute des geschäftlichen Erfolgs. Putzen, Flicken und die Buchhaltung gehörte zu den Aufgaben von Ehefrau Felicitas. Dazu hatte man später stets mehrere Mitarbeiter und auch Auszubildende. Auch nach der Übergabe des Betriebs 1996 an junge Leute hatte Jubilar Herbert weiterhin mitgearbeitet.

Text und Foto: Emil Ehrler





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