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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Musik/Kunst/Kultur | Mitteilung vom Do. 12.05.11 , gültig bis Mi. 18.05.11

s´Ungeheuer vom Schlagloch lauert überall

'Mundart mit Biss' mit Thomas Liebscher und dem Duo 'Kraichgau-Sound' in Berghausen

Das Kompliment der Künstler 'Mir fühle uns wie dahoim' ging dem Veranstalter, der Seniorenakademie Pfinztal, wie dem großen Freundeskreis runter wie Öl. Das gemütliche Beisammensein im evangelischen Gemeindezentrum in Berghausen trug die Überschrift 'Mundart mit Biss'. Mit dieser Art von Weiterbildung der besonderen Art hatte die Seniorenakademie nicht nur außergewöhnliche Töne angeschlagen, sondern zugleich ihre Flexibilität demonstriert. Auch die Programmmacher, Mundartdichter Thomas Liebscher und das Duo 'Kraichgau Sound', machten deutlich, dass es um die wirklich wichtigen Dinge des Lebens geht. Gemeint waren Land und Leute - und explizit die Absicht, mit den Pfinztalern ins Gespräch zu kommen. Berührungsängste waren Fehlanzeige. Dagegen war 'Lambefiewer' vorhanden, wie im ersten Musikbeitrag zu hören war. Das war notwendig, damit der Auftritt gut werden konnte. Das Zusammenspiel von Mundart und Musik geriet zur runden Sache, obgleich das Duo 'Kraichgau Sound' zum ersten Mal eine Lesung von Thomas Liebscher begleitete. 'Wieviel Grad gibt`s?' heißt die erste Komposition aus der Feder des gebürtigen Bruchsalers, der in Bad Schönborn aufwuchs und mit dem Schlusssatz 'Mir isch´s grad egal' die Lacher erstmals auf seiner Seite hatte. Liebscher ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein Schreibender - er ist Redakteur bei den BNN und arbeitet in der Redaktion 'Der Sonntag' - zum Autor für Mundart wird. Das war vor nahezu 20 Jahren, und der Zufall wollte es. Inzwischen ist der 49-Jährige mit seinem Hobby viel dekoriert – u.a. erhielt er viermal den nordbadischen Mundartpreis für Lyrik und geht regelmäßig in SWR4 mit badische Gutselen über den Äther -, dazu sind vier Bücher mit Gedichten und Analysen erschienen. Kostproben daraus heißen 'Ausgrechend' und 'De Fra Appel ihrn Boppl'. 'Bleds Gebabbl' mitnichten, stattdessen ein Mix aus ironischer, lustiger, nachdenklicher und satirischer Wortspielerei, die in den Versen mit Alltäglichem anklingen. Stolz und Heimatverbundenheit sind herauszuhören, das gilt auch für 'Kraichgau-Sound'. Da geht Günter Auch mit Bass und Gitarre zu Werke, während Helmut Dörr Gitarre und 'Schnuffelrutsche' spielt. Beide singen. Wie man bei uns schwätzt, so sind die in Noten verpackten Texte abgefasst und heißen 'Kraichgauer', 'Unnsa Schbrooch' und 'Hoimweh'. Ein fast kurpfälzischer Dialekt ist die Mundart von Thomas Liebscher. Für den zur Region gehörenden Pfinzgau allemal verständlich. Senioren-Akademie Chef August Becker verneinte dann auch jegliche Verständnisschwierigkeiten. Er bescheinigte Liebscher, ein Dichter auf der Höhe der Zeit zu sein. Beispielhaft dafür war 'S´Ungeheuer von Schlagloch`', das auf der Straße überall sein kann. Nicht von der Hand zu weisen ist daher die Vermutung, ulkt der Dichter, dass absehbar 'S´Ungeheuer vom Schlagloch`' wohl zum Tier des Jahres wird. Mit 'Umbsteller' sowie einem Gedicht für Karl Freiherr von Drais, den Erfinder der Laufmaschine, schlägt Liebscher den Bogen zu seinem Buch mit der Nummer fünf, das im Juni erscheinen soll. Ein Geheimnis aber ist noch der Buchtitel, nachdem der vorherige aus 2005 mit 's`isch immer ebbes...awwer net wie`s sei soll' überschrieben war. Der Beifall der Pfinztaler zeigte, dass mit diesem Abend der Kategorie 'Mundart mit Biss' alle Ehre gemacht wurde.

Text und Foto: Emil Ehrler





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