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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Musik/Kunst/Kultur | Mitteilung vom Do. 12.05.11 , gültig bis Mi. 18.05.11

Michael Jentzsch las aus seinem Buch "Blutsbrüder"

Afrikanische Träume als reales Abenteuer!
Michael Jentzsch las aus seinem Buch 'Blutsbrüder' im Bürgerhaus in Söllingen

Die Lebenslage mag sein wie sie will, mit der Antwort 'Vergessen Sie es' sollte man sich keinesfalls abfinden. Einer, der mit dieser endgültigen Aufforderung, etwas auf sich beruhen zu lassen, gebrochen hat, ist Michael Jentzsch. Der 36-jährige Norddeutsche ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein guter Traum Realität wird, dass aber auch Tränen dazu gehören. Im Buch 'Blutsbrüder' - Unsere Freundschaft in Liberia - beschreiben Michael Jentzsch und Benjamin Kwato Zahn ihre bis heute währende Verbundenheit, die 1983 am Strand des Atlantiks beim Angeln ihren Anfang nahm. Bis 1990, als an der 'Pfefferküste' Afrikas der unsägliche Bürgerkrieg begann und Michael mit seiner Familie nach Deutschland zurückkehrte, war es die heile Welt. Dann aber war mit einem Mal alles anders, man verlor sich aus den Augen, der Kontakt riss ab, sagte Jentzsch bei einer Lesung samt PowerPoint-Präsentation im Bürgerhaus in Söllingen. Die Gemeinschaftsveranstaltung der Gemeinde Pfinztal und der Söllinger Buchhandlung Lesezeichen glich einem spannenden Abenteuer unserer Tage und ging den Zuhörern regelrecht unter die Haut. Der Film 'Tears of the Sun' war 2003 für Michael Jentzsch Auslöser und Albtraum zugleich, er lies Herz und Gewissen der eigenen Vergangenheit wieder aufleben. Fortan kümmerte er sich darum, setzte vom fernen Deutschland auf seinen Blutsbruder Ben in Liberia ein Kopfgeld von 700 US Dollar aus, um diesen zu finden. Das Wunder wurde wahr. In ihrem gemeinsamen Buch 'Blutsbrüder' bringt jeder seine Erlebnisse zu Papier. Bei Ben sind es die schockierenden Kriegserlebnisse als Kindersoldat, wie er desertiert und nur knapp mit dem Leben davonkommt. In Deutschland sorgt das Buch für Aufsehen, nicht zuletzt auch durch Auftritte der beiden Autoren im Fernsehen. Drei Monate war Ben hier, berichtete Jentzsch. Die Zeit wurde zur Lesetour genutzt. Dann ging Ben aber wieder gerne zurück. Er erklärte dies mit dem Satz 'Ihr habt die Uhr und wir haben die Zeit', womit er den für ihn ungewohnten pulsierenden und hektischen deutschen Alltag meinte. In Liberia hat Benjamin Kwato Zahn Familie, Kinder, ein eigenes Häuschen und er ist Besitzer eines kleinen Kinos. Mit den Erlösen aus Vorträgen, Lesungen und dem Buchverkauf wird in Liberia ein Waisenhaus für 1.000 Kinder unterstützt. Weitere Hilfsprojekte werden vorbereitet. Auch wird Bald ein Dokumentarfilm im Fernsehen den Fokus auf diese grenzenlose Freundschaft richten, blickt Michael Jentzsch voraus. Er rührt gerne die Werbetrommel für eine gute Sache. Auch die Lesung lässt die Kasse klingeln. Dazu gibt es ins Buch geschrieben persönliche Worte des Mitautors.

Internet: Kontakte unter www.liberia-initiative.de

Text und Foto: Emil Ehrler





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