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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Do. 17.03.11 , gültig bis Mi. 23.03.11

Harald Hurst zu Gast im Söllinger Bürgerhaus

Harald Hurst ist eine Größe nicht nur der regionalen Mundart. Sein Markenzeichen ist das badische Vokabular mit Karlsruher Prägung. Seit 30 Jahren betreibt er diese Kunst und versteht sie als Synthese von Inspiration und Transpiration, womit er die teilweise mühselige Arbeit meint, bis ein fertiger Text vor ihm liegt.

Mittlerweile 66 Jahre alt und eigentlich im Ruhestand, entdeckt er immer wieder Neues, wie jetzt das Bürgerhaus in Söllingen. Die Heimstatt für Kunst jeglicher Art in der Gemeinde Pfinztal kannte er bisher nicht. Wie anderswo auch füllt Harald Hurst den Raum bis auf den letzten Platz. Vielen Interessierten musste man Absagen erteilen, informiert das Veranstalter-Duo, bestehend aus der Gemeinde Pfinztal und der Söllinger Buchhandlung Lesezeichen. Tickets bekommen haben aber manche echte Hurst-Fans, die dem Mundartbarden in der Region seit Jahren auf Schritt und Tritt folgen.

Im Bürgerhaus serviert Harald Hurst einen Soloauftritt, den er als 'im kleinen Rahmen gehalten ohne jegliche Technik, sozusagen unplugged' ankündigt. Sichtlich ist seine Freude darüber, dass er von der kleinen Bühne aus ins ausgeleuchtete Publikum blicken und somit die Gesichter seiner Zuhörerinnen und Zuhörer erkennen kann. Mit Wasser und Wein versorgt ist das Verdursten auch nicht möglich, schiebt er süffisant hinterher.

Ein Programm im herkömmlichen Sinn ist für diesen Pfinztaler Abend nicht vorgesehen, obwohl auf dem Tisch aus seinem Bücherrepertoire einiges aufgestapelt liegt. Stattdessen ist in erster Linie schwätzen mit den Leuten angesagt, dazwischen gibt es gereimte Kompositionen aus seiner Feder. Der Mix kommt bestens an. Stets findet der gelernte Pädagoge zwischen den Dialogen den roten Faden für den Monolog, der herzhafte Lacher am laufenden Band produziert. Einen gelungenen warm up liefert Harald Hurst mit 'Mir helfe, wo es geht'. Er erzählt auch von seiner Einkehr vor dem Auftritt in einem Söllinger Gasthaus, wo als Speise die 'Krottenlacher Rinderfetzen' auf der Karte standen. Die Erklärung dieser lokalen Namensgebung folgte spontan aus dem Zuhörerkreis.

Mundart zu Papier zu bringen, lebt von der Erfahrung und Beobachtung, macht Hurst den Zuhörern klar. Der Fundus seiner Lebensgeschichten ist stattlich. Aufnotierte Kostproben waren 'Rambo, der Schrecken auf vier Pfoten', dazu 'Herr Sohn' eine Situationsbeschreibung, die zunehmende Ironie auszeichnet. Die Pause war vorüber, Harald Hurst machte in seiner lockeren und direkten Art weiter. Unnötig war der Blick auf die Uhr 'I pressier net' lautete seine Vorgabe. Und überhaupt, als eigener Chef gelte sein größtes Interesse einem guten Betriebsklima, wie es im Bürgerhaus rundum herrsche und rundum bejaht wurde. Gedichte und Szenen wechselten sich ab. Für Harald Hurst ist der Dialekt die Sprache, um das Leben zu bewältigen und das ist seiner Meinung nach voller Komik. Neben 'Tinnitus' brachte der Mundartpoet ein Best of von 'Dohannerum' und 'Mit leeren Händen' aufs Tablett. Mehrere Zugaben, gefordert mit anhaltendem Applaus, gab es obendrein, so dass am Ende alle zufrieden ihren Heimweg antreten konnten.

Text und Foto: Emil Ehrler





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