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Branchenverzeichnis Pfinztal

Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Do. 17.02.11 , gültig bis Mi. 23.02.11

Wasserhochbehälter in Kleinsteinbach und Söllingen werden in diesem Jahr 100 Jahre alt

Das alte Erscheinungsbild hat sich nicht verändert
Seit 1911 hatte Kleinsteinbach eine Wasserleitung in jedes Haus

Sauberes und gesundes Wasser, dessen Förderung und die Pflege des Rohrleitungssystems werden als eines der akuten Umweltprobleme der nächsten Jahre bezeichnet. Die Gemeinde Pfinztal hat die Bedeutung des Wassers erkannt. In Pfinztal werden deshalb die Einwohner/-innen noch mit einem großen Anteil an eigenem Pfinztaler Wasser versorgt. Zusätzlich wird Wasser aus den Wasserwerken der Stadt Karlsruhe und des Alb-Pfinz-Verbands zugekauft. Alles Wasser ist in seiner Qualität hervorragend.

Wie schon in früheren Zeiten ist Voraussetzung für die Besiedlung eines Gebietes eine ausreichende Versorgung mit Trinkwasser. Söllingen wurde bis 1911 durch neun öffentliche Brunnen, vier Pump- und fünf Schöpfbrunnen sowie private Brunnen mit Trinkwasser versorgt. Anfang des 20 Jahrhunderts sahen sich die Gemeinden Kleinsteinbach und Söllingen veranlasst, auf der Gemarkung Königsbach zwei Grundstücke zu kaufen, auf denen je eine Quelle war, die Bruch- und die Draisquelle. Die Überlassung der erforderlichen Wassermenge, die auch gleichzeitig für die seinerzeit noch unversorgten Einwohner aus Kleinsteinbach ausreichen sollte wurde lt. Vertrag vom Januar 1911 zwischen den Gemeinden Königsbach und Söllingen gewährleistet. Aus der Schüttung der beiden Quellen durften die beiden Gemeinden 6 Sek./Liter entnehmen, was durch eine entsprechende Schwelle bereits in den Brunnenstuben gesichert wurde. Von der im Verteilerschacht in Kleinsteinbach ankommenden Wassermenge erhielt Söllingen 4,42 Sek./Liter und Kleinsteinbach 1,58. Eine einmalige Entschädigung für die beiden Quellen wurde an die Gemeinde Königsbach mit 9.000 Mark bezahlt, davon entfielen auf Söllingen 6.636 Mark und auf Kleinsteinbach 2.364 Mark. 1911 errichtete die Gemeinde Söllingen dann im Gewann Schmiedeäcker/Burgweg, an der Rittnertstraße, einen Hochbehälter. Der Hochbehälter hatte zwei Kammern und ein Fassungsvermögen von 200 cbm. Eine gewisse Wassermenge wurde durch entsprechende Schieberstellung als Brandreserve gesichert. Ab dieser Zeit wurden die Dorfbrunnen nach und nach beseitigt. Eine Gussleitung von den Quellen bis zum Reservoir wurde in natürlichem Gefälle verlegt. Für Kleinsteinbach wurde ein Abzweig mit einem errechneten Wasseranteil geschaffen. Auch das Hammerwerk (Wolframerz-Gesellschaft) erhielt davon Wasser. Der 1911 gebaute Hochbehälter versorgte bis 1975 die Söllinger Einwohner mit gutem Trinkwasser.

Nach Ende des 2. Weltkrieges traten erste Engpässe in der Wasserversorgung auf. Der Zuzug neuer Einwohner sowie ein höherer Wasserverbrauch und die Verbesserung der sanitären Hausanlagen (Duschen, Bäder…) machte den Neubau eines zweiten Hochbehälters erforderlich. Dieser wurde 1972 im Gewann Rieth, mit 250 cbm Inhalt, errichtet. 1964 konnte im Gewann Dammreetz, in 50 m Tiefe, eine fündige Wasserader mit ausreichender und guter Wasserqualität angebohrt werden. Der dringend erforderliche Hochbehälter III im Riethwald wurde 1971/72 erstellt und fasst 1.450 cbm.

Der Wasserzins wurde in Söllingen bis 1935 als Pauschalbetrag erhoben und betrug z.B. 1920 9 Mark und 1935 12 Mark für eine vierköpfige Familie ohne Viehhaltung. Für Groß- und Kleinvieh wurden Zuschläge von 1 Mark bis 0,50 Mark erhoben. Die Gesamteinnahmen reichten aus, die Kosten für die Unterhaltung der Einrichtung zu decken, zumal der Zulauf des Wassers ohne besondere Einrichtungen (Pumpen) erfolgte.

Die Chronik aus Kleinsteinbach aus dem Jahr 1951 liefert nur wenige Daten zur Wasserversorgung in Kleinsteinbach. Es wird hier berichtet, dass das Dorf früher einen Hauptbrunnen, in der Nähe der Kirche, an der Landstraße hatte. Ein großer Trog gehörte zur Brunnenanlage, zu dem alles Vieh zum Tränken getrieben wurde. Vom Brunnen aus ging der Brunnengraben zu den Brunnenwiesen. Mit der Zeit entstanden weitere Brunnen im Schafhof und in der Ochsenstraße. Seit 1911/12 hatte Kleinsteinbach eine Wasserleitung in jedes Haus. Der Behälter mit Pumpwerk an der Durlacher Straße wird nun 100 Jahre alt.

Die ergiebigen Quellen mit dem Wasserrecht, 1911 durch die ehemals selbstständige Gemeinde Söllingen und Kleinsteinbach erworben hatten, wurden nicht verkauft sondern durch eine Gemeinderatsentscheidung an den Golfclub in Königsbach verpachtet.

Text: Helmut Heiduck, Chronik von Söllingen und Kleinsteinbach, Gemeinde
Fotos: Thomas Heiduck





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